Weitere Darsteller

Helena Růžičková

Helena Růžičková wurde am 13.6.1936 geboren und starb am 4.1.2004 im Alter von 67 Jahren in Plsén an Krebs. Sicher hat ihr mitreißendes Lachen und ihr sonniges Gemüt wesentlich dazu beigetragen, dass sie eine der bekanntesten und beliebtesten tschechischen Schauspielerinnen war. Vor allem in vielen Komödien in Film und Fernsehen liebte sie das Publikum. Bekannt wurde sie in ihrer Rolle als "schöne Frau" Anna Urbanova. Zuletzt spielte sie in dem Kinofilm "Kamenak2".


Nachdem sie schon 1999 ihren Sohn beerdigen musste, ereilte sie im Jahr 2003, als sie schon seit einem Jahr mit dem Krebs kämpfte, der nächste Schicksalsschlag: Ihr Mann Jirí mit dem sie seit 47 Jahren verheiratet war, starb am 8. September infolge eines Infarkts. Trotzdem verlor sie nicht ihren Lebensmut und unterzog sich schweren Chemotherapien, bei denen sie alle Haare verlor. Letztlich ist sie der Krankheit aber erlegen.

 

Präsident Václav Klaus fand anlässlich ihres Todes einige Worte: "Wir alle hatten sie gerne, sie wird uns fehlen."

 

Jiří Růžička

Jiří Růžička wurde an der Seite seiner Mutter berühmt, der ebenfalls sehr beliebten und bekannten Schauspielerin Helena Ružicková. Vor allem durch die komische Serie von Zdenka Trošky "Sonne, Heu, Erdbeeren" (ich hoffe, diese Übersetzung stimmt) wurde er bekannt. Er spielte immer lustige Figuren, bewies in "Sestricky" ("Die Arzthelferinnen", 1983) aber, dass er auch zu Charakterrollen in der Lage ist. Seit 1996 war er ununterbrochen im Krankenhaus. Jiří Růžička starb am 20. Februar 1999 mit nur 43 Jahren. Die Beerdigung fand auf Beschluss der Familie nur im engsten Kreis statt.

 

Jan Libíček

Geboren am 28. 9. 1931 in Zlín kam Jan Libíček mit dreißig Jahren zum Film, wo er vor allem als Junker, Baron oder Aufschneider auftrat. Seine Rollen füllte Libícek mit Menschlichkeit und Herzlichkeit, so z.B. die eines Fassadenarbeiters vom Lande, der in "Männer von Welt" (1969) mit zwei Kollegen einen Job in der Großstadt annimmt. Auch im Fernsehen spielte er meist komödiantische Rollen und trat in Unterhaltungssendungen auf. Er wurde mit Preisen bedacht und zählte zu den besten Schauspielern der Tschechoslowakei. Am 24.5.1974, ein Jahr nach 3hfa starb Jan Libíček im Alter von nur 42 Jahren nachdem er in 38 Filmen vor der Kamera gestanden hatte.

 

Miloš Vavruška

Miloš Vavruška, geboren am 25. August 1924 in Kutná Hora, gestorben am 20. April 2003 in Prag, spielte seine erste Rolle in Předtucha ("Vorahnung", 1947). Bekannter wurde aber als Bandit in "Limonádový Joe aneb Konská opera" ("Lemonade Joe", 1964), einer ausgelassenen Musical-Parodie auf Western-Filme in der Vavruška eine Nebenrolle als Bandit hat. Überhaupt scheint er vor allem Nebenrollen gespielt zu haben.

 

So auch in 3hfa und den Märchenfilmen "Sílene smutná princezna" ("Die wahnsinnig traurige Prinzessin", 1968, als Reiter), "Jak utopit Dr. Mráčka aneb Konec vodníků v Čechách" ("Wie soll man Dr. Mracek ertränken? oder Das Ende der Wassermänner von Böhmen", 1974), "Princ a Vecernice" ("Der Prinz und der Abendstern", 1979, mit Libuše und Pavel!) und "Jak se budí princezny" (1977, als Förster) sowie 1972 in drei Folgen "Pan Tau geht auf Reisen".

 

Noch zwei tschechische Fernsehserien kann ich dank Holger bieten: "Die Depesche aus Usti" ("Sul zeme", 1981) neben Petr Svojtka (wurde 1984 in der DDR ausgestrahlt), sowie die 11teilige Serie aus Barrandov "Sanitka" (1985). Dies scheint seine letzte Rolle gewesen zu sein.

 

Holger Eckert

wurde am 2. November 1903 in Schneidemühl geboren (heute Piła, Polen) und starb am 17. Mai 1993 in Potsdam. 

 

Seine erste Rolle war die eines Geschworenen in dem DEFA-Film "Jetzt und in der Stunde meines Todes" von 1963. Er hatte nicht viele Filmrollen, daher vermute ich, dass er seine Brötchen im Theater oder in einem ganz anderen Beruf verdient haben muss. Zuletzt war er als Stabsoffizier in der 13-teiligen Militärserie "Archiv des Todes" (1980) zu sehen.

 

Bei Drei Haselnüsse für Aschenbrödel gibt er den königlichen Gästelistenvorleser. Die offzielle Rollenbezeichnung muss "Zeremonienmeister" gewesen sein, denn das steht bei allen Filmdatenbanken als seine Rolle und führt dazu, dass man ihn mit dem "Präzeptor" verwechselt.

 

Ostara Körner

wurde am 03. Dezember 1926 in Leipzig geboren. Als Schauspielerin war sie u.a. am Maxim-Gorki- und am Deutschen Theater engagiert.

 

Ihre erste Filmrolle war die der Inge in "Das kleine und das große Glück" (1953). Mit 30, also 1956 war sie in der "Stacheltierparade" zu sehen, und zwar in dem knapp 61/2 minütigen Kurzfilm "Persil bleibt Persil" von Richard Groschopp. 1965 hatte sie eine Nebenrolle in dem DEFA-Märchenfilm "König Drosselbart" (mit Manfred Krug in der Titelrolle). 1974 spielte sie (neben Gerd Blahuschek und Joachim Siebenschuh) in dem 3-Teiler "Die Frauen der Wardins" mit, 1977 war sie die Oma in "Das Raubtier" und Frau Kunkel in der Polizeiruf 110-Folge "Ein unbequemer Zeuge" (neben Peter Reusse). 1985 sprach Frau Körner die Frau Borchert in dem Hörkrimi "Feuersteine" von Hans Siebe und Gerhard Rentsch. Aber sie war auch immer wieder für Film und Fernsehen aktiv, zuletzt als Bewohnerin eines Seniorenheims in dem Tatort "Geschlossene Akten" von 1994.

In "Drei Haselnüsse..." stellt sie Gräfin Stauff ("mit Tochter Imme") dar, danke an Katrin und Uta von www.defa-sternstunden.de. Auch im hohen Alter war Frau Körner noch aktiv, so brillierte sie in Berlin mit verschiedenen - meist humorvollen - literarischen Programmen vor kleinem Publikum.

 

Ostara Körner verstarb am 30. November 2011 in Berlin.

 

 

Erika Stiska

Erika Stiska wurde am 3. Juli 1926 in Ústí nad Labem geboren. Sie spielte vor allem in TV-Filmen und -Serien mit, meist Nebenrollen. Ihre erste Filmrolle absolvierte sie 1952 mit 26 Jahren in dem DEFA-Film "Frauenschicksale". In der Folge hatte sie meist kleinere Rollen, vor allem in TV-Serien, wie "Der Staatsanwalt hat das Wort" oder "Polizeiruf 110", in dem sie zwischen 1972 und 1989 in insgesamt sieben Folgen kurz zu sehen ist, oft so kurz, dass sie im Abspann nicht enmal genannt wird.

 

Einer Hauptrolle am nächsten kommt wahrscheinlich ihre "Frau Pfeiffer" in dem Kurzfilm "Das Stacheltier - Uhr im Ohr" von 1962.

 

Auch in 3hfa darf Erika Stiska nichts sagen. Leichte Verwirrung herrscht über ihren Rollennamen - zumindest in der deutschen Fassung: Beim Familienrat als "Baronin von Eckenstein" ehemals "Witwe von Schöneberg" angekündigt, die bestimmt geruhe mit allen drei Töchtern zu kommen, wird sie auf dem Ball dann aber als "Baronin von Eck" vorgestellt.

 

Frau Stiska starb am 22. Februar 2016. (Danke an Andrea und Christoph für die traurige Nachricht).

 

Kalif und Ibrahim - Zwei Pferde für Nikolaus

Laut Drehbuch sollte Aschenbrödels Pferd Nikolaus (im tschechischen Original Jurašek) eigentlich ein Rappe sein. Warum im Film ein Schimmel verwendet wurde, wissen wir nicht. Aber es musste noch mehr geändert werden. Regisseur Václav Vorlíček erinnert sich: "Wir mussten für die Ritte entsprechende Tiere nehmen. Wir hatten den einzelnen Rollen bestimmte Pferde zugeordnet. Zuerst mussten sich Pferde und Schauspieler aneinander gewöhnen, aber während wir in Tschechien drehten, klappte das ganz gut.


Als wir später in Deutschland drehen wollten, kam das Problem der Maul- und Klauenseuche dazwischen. An der Grenze wurden wir angehalten und die Tiere durften nicht weiter transportiert werden. Der Pferdepfleger fotografierte die Pferde und fuhr in Deutschland die Reiterhöfe ab um entsprechend identische Tiere aufzutreiben. Als wir Menschen einreisten mussten wir alle durch Desinfektionswannen steigen."

Kalif, der deutsche Nikolaus
Kalif, der deutsche Nikolaus

Der Gesundheitsschutz der Tiere wurde in der DDR offenbar sehr ernst genommen. Pferde-Experte Christoph Müller schreibt: "Jedesmal wenn sie mit den Pferden zum Turnier fuhren, mussten sie vom Kreisfachausschuss eine Tierseuchenfreiheitsbescheinigung holen."

 

So kam es, dass Aschenbrödels Freund Nikolaus - Pferdeliebhabern ist es längst aufgefallen - in Wahrheit zwei Pferde sind.

 

Im Nachhinein kann man ganz gut an den Pferden erkennen, welche Szenen in Tschechien und welche in Deutschland gedreht wurden.

Ibrahim, der tschechische Nikolaus
Ibrahim, der tschechische Nikolaus

Kalif - der deutsche Nikolaus

Mit vereinten Kräften haben wir herausgefunden, wer der deutsche Nikolaus, der alte Schimmel mit dem "Milchmaul" war.

 

Angefangen hat es 2003 mit unserem Besuch bei dem Mann, der 1972/73 die passenden Pferde auf ostdeutscher Seite besorgen sollte. Herr Lilie war damals im Sächsischen Landesgestüt in Moritzburg beschäftigt und hatte schon häufiger für die DEFA Pferde besorgt und auch Schauspielern Reitunterricht gegeben. So war es auch diesmal. Die meisten Pferde konnte er aus dem Sächsischen Landesgestüt vermitteln. Nur das weiße Pferd für Aschenbrödel war ein Problem. Schließlich fand Herr Lilie über einen Kollegen aber doch einen Schimmel, von dem er nach 30 Jahren noch wusste, dass er "Kalif" oder "Calif" hieß und ein Zirkuspferd gewesen war. Er zeigte uns auch zwei Fotos von Dreharbeiten anderer Filme, auf denen ebenfalls Kalif zu sehen war. Leider waren die Bilder sehr klein und teils auch unscharf. Wie Herr Lilie erzählte, habe er schon mal Besuch von einem Filmfan gehabt, der ihm dann leider fast alle seine Fotos entwendet hätte.

Trotzdem genügten einem passonierten Pferdepfleger aus Potsdam diese spärlichen Informationen. 2007 erinnerte sich Christoph Müller daran, dass das Voltigierpferd der Betriebssportgemeinschaft der DEFA auf dem er als Kind im Babelsberger Park geritten war, Kalif geheißen hatte und Mitte der 70er im entsprechenden Alter gewesen war. Christoph hatte sogar noch Fotos von damals. Hier z.B. ist er (ganz links) 1977 mit Kalif zu sehen. War dieser Schimmel Aschenbrödels Freund Nikolaus?

 

Leider ist Herr Lilie inzwischen verstorben und so konnten wir keine Nachfragen an ihn richten. Auch Herrn Hoppe, der möglicherweise mehrfach mit dem Pferd zusammengearbeitet hatte, konnten wir nicht mehr fragen, da er zu seinem 70. Geburtstag beschlossen hatte, keine Interviews mehr zu geben und auch schon vorher nicht bereit gewesen war, über 3hfa länger zu sprechen. Also startete Christoph einen Aufruf in unserem Forum und auf seiner eigenen Website unter dem Motto "Wer kennt dieses Pferd?". Vor allem aber begann Christoph nun selbst zu recherchieren.

 

Seine Ergebnisse (denen ich hier nicht vorgreifen will), also die Lebensgeschichte und weitere Bilder von Kalif findet ihr auf seiner Webseite. Und obwohl er auch auf Unverständnis für sein Anliegen stieß, konnte er einige Menschen ausfindig machen, die ihm etwas über Kalif sagen konnten und so ist er sich heute sicher:  


Ich bin damals auf Nikolaus geritten!


Ich wette, darum beneiden ihn einige ;-)

 

Im April 2008 widmete die Pferdezeitschrift "Cavallo" den beiden tierischen Darstellern einen längeren Artikel. Der Journalist John Patrick Mikisch hatte tatsächlich noch ein paar Details über Kalif herausgefunden.

 

Filmografie (unvollständig)

Jahr Titel
1957 Das singende klingende Bäumchen
1965 Die Söhne der großen Bärin
1966 Frau Venus und ihr Teufel
1973 Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Ibrahim - der tschechische Jurašek

Bis sich der Schleier der Vergangenheit auch über Kalifs tschechischem Kollegen lüftete, vergingen weitere viereinhalb Jahre.

Ende 2007 erhielt Christoph den Tipp, dass es sich bei dem tschechischen Pferd um einen Hengst aus Kladruber Zucht handeln könnte.

 

In Kladruby nad Labem gibt es tatsächlich ein Nationalgestüt. Auf deren Webseite erfährt man, dass die sog. "Altkladruber" früher als kaiserliche und königliche Karossierpferde dienten. Für den Fall, dass die Habsburger mal in der Gegend waren und beruflich irgendwo vorfahren wollten, musste das Gestüt ständig sechzehn Schimmelhengste und für den Fall eines Kirchenbesuches sechzehn Rapphengste bereit halten.

 

Auf der gut gemachten Webseite fand ich als deutschsprachige Ansprechpartnerin nur die Gestütsdirektorin Frau Lenka Gotthardová. Sie schrieb auf meine Frage nach dem Pferd aus "Tři oříšky pro Popelku" gleich zurück, dass es schwer sei, darüber noch etwas zu erfahren, dass sie aber wüsste, wen sie fragen müsste, nur dass dieser Mann zur Zeit in Kur sei.

 

Diese Antwort fand ich schonmal sehr nett. Da nimmt sich die Leiterin des international bekannten und sehr aktiven Gestüts Zeit, einem Filmfan aus Deutschland zu mailen, dass sie sich um eine Frage bezüglich eiens Vorgangs vor 35 Jahren kümmern wird. Und dann macht sie das auch! Sowas kenne ich von deutschen Amtsträgern eher nicht.

 

Frau Gotthardová hat ihren Bekannten tatsächlich gefragt und mir dann mitgeteilt, dass "das Pferd, welches spielte im Film Tri oríšky pro Popelku war ein Pferd eines Reitclubs in Pilsen. Seine Name war Elixír. Mit ihm war Herr František Žák dort, der schon gestorben ist."  Das ist doch schon mal etwas - dankeschön!

Elixír also. Wäre aber auch nett, wenn man noch etwas mehr herausfinden könnte. Auf der Webseite der Stadt Pilsen sind alle Reitmöglichkeiten aufgeführt und die mit der fettesten Internetpräsenz habe ich angeschrieben - den Jezdecký klub Slavia VŠ Plzeň.

 

Die Antwort kam zwei Tage später auf Tschechisch, aber wozu gibt es Wörterbücher. Der Präsident des Clubs, Herr Jan Stroner schreibt mir: "Unser Club und auch ich persönlich hatten großen Anteil an den Dreharbeiten diese schönen Märchens. Ich und meine damaligen Club-Kollegen haben Komparsenrollen übernommen bzw. waren auch Double für den Prinzen.


Die Prinzessin ist in einigen Situationen von unserer Kollegin Helena Štruncová gedoubelt worden. Natürlich saßen wir in dieser Verfilmung auf unseren eigenen Rössern. Und obwohl wir insbesondere vor 1989 bei den Dreharbeiten für ca. 175 Verfilmungen und Fernsehproduktionen mitgemacht haben, erinnere ich mich gerade an diese Dreharbeiten recht gern.


Der Walach Jurášek war bei der ganzen Equipe ein bisschen die Ausnahme. Er stammte aus dem Prager Reitclub JK Čs.film Praha, nannte sich Ibrahim und zur den Dreharbeiten wurde er begleitet von Frau Beranová. Da war er schon ca. 17 Jahre alt.


Das interessante Pferd des Prinzen (ebenfalls ein Schimmel) hieß Šibal. Der andere Schimmel (gut zu sehen bei der Fuchsjagd) nannte sich Šerif, auf ihm sitzt unser damaliger Trainer Herr František Žák. Das Pferd des Präzeptors (Lehrers) war unser Fjord-Zuchthengst Čaromír.


Auf den Bildern, die Teil Ihrer E-mail waren ist ganz eindeutig Jurášek, mit bürgerlichem Namen Ibrahim, zu erkennen. Das angesprochene Pferd Elixír war auch in unserem Stall. Er spielte in vielen Filmen mit, aber bei diesen Dreharbeiten war er nicht dabei."

Das Nationalgestüt Kladruby hat aber auch ein paar Pferde für 3hfa gestellt, so "Genda" (der Vater war Generalissimus XXVII) als Ersatzpferd. Als Berater hatte man Herrn Jirí Kocman (sonst ein sehr guter Vierspännerfahrer) mit vier Altkladrubern zu den Dreharbeiten abgeordnet, zwei davon zogen z.B. die Kutsche der Stiefmutter kurz vor Ende des Films - die "Gäuler" waren also edle Tiere.

 

Frau Gotthardová hat uns sozusagen nach Kladurby eingeladen: "Ihre Fans von Tri oríšky pro Popelku können auch einmal unseres Gestüt in Kladruby besuchen - wir haben 2 Orten, wo sind die Altkladruberpferde gezüchtet. Zusammen haben wir 610 Pferde - 320 Schimmel (Märchenschimmel) in Kladruby und 290 Rappen in Slatinany. Wenn Ihre Fans sind auch Fans von Märchenschimmel, dann Kladruby sind für sie gutes Ort."


Na, da sagen wir doch herzlich Dankeschön!!

 

Im April 2008 widmete die Pferdezeitschrift "Cavallo" den beiden tierischen Darstellern einen längeren Artikel. Der Journalist John Patrick Mikisch hat tatsächlich noch ein paar Details herausgefunden!

 

 

Die Kutsche des Königspaares

Bei der königlichen Kutsche handelt es sich um die Kalesche des deutschen Kronprinzen Wilhelm von Preußen (1882-1951). Vermutlich wurde dieser Wagen zur Hochzeitsfeier Wilhelms und Cecilies von Mecklenburg-Schwerin im Jahre 1905 angeschafft. Er stammt von der Jos. Neuss Wagenfabrik in Berlin. Wilhelm und Cecilie bezogen einige Jahre nach ihrer Hochzeit das für das Ehepaar neu errichtete Schloss Cecilienhof in Potsdam und nahmen die Kalesche mit. Im Krieg wurde der Cecilienhof nicht beschädigt, und so überstand auch die Kutsche das Bombardement.

1945 enteigneten die sowjetische Besatzer die Adelsfamilie. Schloss Cecilienhof damt Inventar gehörte jetzt "dem Volk". Später haben die Filmstudios Babelsberg die Kutsche bekommen und als Filmrequisite mehrfach umgestaltet. So wurde die Kalesche im Lauf der Jahre immer wieder anders lackiert, innen neu ausgeschlagen, die vollsilbernen Laternen entfernt und Kutschböcke wurden mal hinten, mal vorne hinzugebaut.

In 3hfa wurde die Kalesche vierspännig und ohne Kutscher gefahren. Die Pferde wurden von Reitern gelenkt. Das ist historisch korrekt, denn die Original-Kalesche hat überhaupt keinen Kutschbock. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen braucht man, wenn man keinen Kutscher hat, auch keine sehr langen Leinen um die Pferde vom Kutschbock aus zu lenken, das Ganze sieht also ohne Kutscher eleganter aus. Vor allem, wenn man nicht vier, sondern sechs oder protzigerweise sogar acht Pferde davor spannt. Zum anderen sitzt auch niemand in direkter Nähe zu den Reisenden, so dass die sich unterhalten können, ohne dass ein Kutscher mithört.

 

Irgendwann nach der Wende landete Wilhelms und Cecilies Kalesche mit anderen Kutschen bei einem Autohändler in Bad Meinberg, wo der Kutschenliebhaber Horst Fehr sie an der Straße stehen sah. Sie war weiß lackiert und in keinem guten Zustand. Herr Fehr erkannte aber an der Form und ein paar Details, dass es sich um eine besondere und um eine herrschaftliche Kutsche handelte und kaufte sie für wenig Geld dem Händler ab. Ein privater Investor ließ sie dann im Jahre 1995, basierend auf älteren Fotografien, in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen.

Und das ist ganz wörtlich gemeint: Sie wurde neu lackiert im ursprünglichen Schwarz. Räder und Deichsel mussten rot lackiert werden, eine Fachfrau, die man in den Niederlanden fand, malte von Hand die feinen und die dickeren schwarzen Linien auf Felgen, Radspeichen, Deichsel usw.. Die silbernen Laternen waren gar nicht mehr vorhanden und mussten komplett neu in Auftrag gegeben werden, dazu gehörten natürlich auch geschliffene und mit einem eingeätzten Dekor versehen Glasscheiben. Der Deckenkasten vorne (oft fälschlicherweise für einen Kutschbock gehalten) wurde innen mit Linoleum ausgeschlagen, obwohl man das von außen gar nicht sehen kann.

Ebenso wurden die Polster im Innenraum nicht mit billigem Schaumstoff ausgepolstert, der für den korrekten äußeren Anblick ja genügt hätte, sondern mit Rosshaar. Die Bezüge der Sitzbänke und des Innenraums sowie die dort verarbeiteten Borten mussten von einer darauf spezialisierten Weberei nachgefertigt werden, zum Glück waren in der heruntergekommenen Kutsche noch ein paar Fetzen der Originalbespannung zu finden gewesen, so dass man auf das Material und das Muster rückschließen konnte.

Diese Kutsche ist sehr, sehr aufwendig und teuer aber vor allem sehr gut restauriert worden und wirklich wunderschön. Heute befindet sie sich in Privatbesitz, steht aber für die Öffentlichkeit zugänglich (jeden 1. Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr) im Hessischen Kutschen- und Wagenmuseum in Lohfelden direkt neben Kassel.

 

In der Aschenbrödel-Ausstellung zeigt Schloss Moritzburg bei Dresden ein 50 cm langes und 30 cm hohes Modell der königlichen Kalesche, angefertigt 2007 von Wolfgang Schulte.

Rosalie

Sollte laut Drehbuch ursprünglich die Nüsse aus dem Schmuckkästchen holen und sie sogar für Aschenbrödel aufbrechen. Ob das nicht zu realisieren war, wissen wir nicht. Václav Vorlícek erzählt jedenfalls auf der neuen tschechischen DVD, dass der Vogel sogar viel elementarere Dinge nicht tun wollte:

 

"Eine wichtige Rolle spielt auch die Eule Rozarka, mit der Aschenbrödel vertrauliche Gespräche führt. In der Szene, in der Aschenbrödel auf einem Balken sitzt, und Aschenbrödel mit dem Ballkleid zu ihr aufsieht und sie fragt, ob sie zum Ball fahren soll, sollte die Eule ihr zunicken. Wir drehten im Atelier und die Eule sollte Aschenbrödel zublinzeln, aber wegen der ganzen Lichter hatte die Eule die Augen zu und blinzelte nicht. Der Mann, der die Eule vom Berliner Zoo mitgebracht hatte aber wusste sich zu helfen. Er nahm eine Nadel und sagte: "Achtung, Kamera" "Kamera läuft" da hat die Eule von hinten mit der Nadel gepiekt und die Eule riss die Augen auf."

Genaugenommen handelt es sich bei Rosalie um einen Waldkauz - danke an unsere "Vogelbeauftragte" Petra aus Australien für den Tipp! Der Waldkauz kommt in ganz Mittelauropa recht häufig vor und ist daher eine realistische Wahl für Aschenbrödels Vertrauten. Wer sich für diese Tiere und andere Eulenarten interessiert schaue hier:

 

Was ist schon ein Aschenbrödel ohne Tauben!

von Petra Mansfield

 

Die Täubchen sind Pfautauben. Und seht doch mal selbst: Sind die nicht wunderschön?

 

Die Pfautaube ist eine der ältesten Rassen unserer Haustaube (Columba livia). Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Farben, wobei sie in Weiß jedoch am populärsten (und wie ich finde am schönsten) ist.

Das sind Figaro und Fioretta in ihrem Nest. Die Taubennester sind nicht gerade tolle Kunstwerke...

Taube und Täuber bleiben ein Leben lang zusammen und teilen sich vorbildlich alle "Hausarbeiten" wie das Bauen des Nests und die Aufzucht der Babies. Die "verheirateten" Paare sind einander sehr zugetan und schnäbeln und schmusen ständig miteinander....kein Wunder also, dass die Tauben ein Symbol für romantische Liebe geworden sind.


Dass die Vögel immer so blütenweiss aussehen, liegt daran, dass Tauben regelrecht "badeverrückt" sind....in jede Wasserschüssel wird sich reingesetzt und gebadet und bei Regen wird geduscht...anschliessend wird das Gefieder ausgiebig geputzt und in der Sonne getrocknet.

....und hier Amanda als Beweis: Pfautauben müssen nicht immer weiß sein.


Pfautauben sind recht intelligente Vögel und sie werden auch schnell zahm....ob sie allerdings auch Linsen und Erbsen sortieren können, habe ich bisher noch nicht ausprobiert...aber ich habe da so meine Bedenken :o))

 

(Text und Bilder: Petra Mansfield)

 


Bam spielt Kasperle

Bis Dezember 2014 wusste ich nur: Der Filmhund Kasperle wurde von einem Tiertrainer mitgebracht und bei den Dreharbeiten angeleitet. Sonst nichts. Da bekam ich eine mail: "Schade das man über den Hund "Kasperle" auf eurer Hompage nichts erfährt.

Hier ein paar Infos: ..." Suuper! Danke!!


Laut einem von Ernst Röhl geschriebenen Artikel aus der 35. Ausgabe der Neuen Berliner Illustrierten aus dem Jahr 1977 (die NBI existierte bis 1991) den ich dank Thomas auf der Dean-Reed-Webseite fand, war der Hund Bam 1972 von Hermann Ullmann aus dem Tierheim geholt und zum Filmhund dressiert worden.


Ullmann, geboren 1902, dressierte viele Jahre land Pferde beim Staatszirkus der DDR. Als "Altmeister der Pferdedressur" bezeichnet, wurde er 1963 sogar als erster Zirkusartist überhaupt mit dem Kunstpreis der DDR ausgezeichnet. Für den DEFA-Dilm "Aus dem Leben eines Taugenichts" wurde ein kleiner Hund gesucht, ein Mischling und dazu ein Dresseur. Ullmann machte den Job. "Bam" war damals neun Monate alt und wurde als tierischer Partner von Dean Reed in der DDR bekannt, spielte aber auch in an die 30 weiteren Filmen mit und stand im Maxim-Gorki-Theater in Berlin sogar auf der Bühne. "Privat" lebte Bam bei seinem Trainer Hermann Ullmann in Berlin-Lichtenberg.


Kasperle war also, wie alle Hauptdarsteller, noch ganz jung, als er Aschenbrödel im Film zur Seite stand. Er dürfte aber inzwischen verstorben sein. Sein Herrchen starb 1981, da war Bam zehn.


Die Füchse

Viele finden die Szene mit dem sterbenden Fuchs das traurigste am Film und "Musste der Fuchs wirklich sterben?" lautet eine der Fragen, die mir regelmäßig gestellt werden. Leider ja, aber nicht weil er von einem Filmpfeil erschossen wurde!! Der Regisseur hat die Entstehungsgeschichte dieser Szene bei mehreren Gelegenheiten (z.B. bei der Autogrammstunde 2005 im CineStar Leipizg) erklärt:

Für die Szenen mit dem (noch) lebenden Fuchs wurde ein Tier eingesetzt, das bei einem Jäger aufgewachsen und zahm war. Wie man deutlich sehen kann, vor allem wenn man den Film an der entsprechenden Stelle anhält, wurde der Fuchs an den Vorder- und Hinterläufen gefesselt und ein hakenförmiger "Pfeil" unter seinen Brustkorb geschoben (das hat Vorlíček nicht gesagt, aber man sieht es!). Der Fuchs versucht natürlich, dieses lästige Ding loszuwerden.

Man hat den Fuchs (zurück zu Vorlíčeks Bericht) für den Beginn der Jagd frei herumlaufen lassen, aber leider ist er weggelaufen. Tierfreunde könnten meinen, er habe seine Freiheit gefunden, aber der Jäger, der ihn aufgezogen hatte, war sehr traurig, da er überzeugt davon war, dass das zahme Tier, das niemals jagen gelernt hatte, den Winter nicht überleben würde. Wenn man so will musste der Fuchs also für den Film sterben. Ob er wirklich verhungert ist oder ein paar Tage später wieder bei dem Jäger auftauchte, kann man natürlich nicht sagen.

Aber es kommt noch schlimmer: Für die folgenden Szenen, in denen der Oberjäger den erlegten Fuchs hochhält wurde ein wirklich toter Fuchs benötigt. Das wusste der Requsiteur natürlich vorher und hatte bei einem Jäger im Herbst einen Fuchs "bestellt". Der erschossene Fuchs wurde bis zu dem entsprechenden Drehtag in der Tiefkühltruhe aufbewahrt. Daher die verblüffend schnell einsetzende Leichenstarre im Film. Dieser zweite Fuchs musste also auch sterben. Ganz bestimmt aber hätte der Jäger dieses Tier auch dann erschossen, wenn er keine Bestellung durch ein Filmteam gehabt hätte.

 

Nach einer anderen Version (ich weiß nicht mehr, welcher Mitwirkende die im Jahr 2012 erzählt hat) war der tote Fuchs ein schon recht zerfleddertes Ansichtsexemplar aus einer Schule, den man von seinem Brett abmontiert hatte...

 

Wie auch immer: Ihr könnt euch jetzt selber aussuchen, ob das Filmteam zwei oder gar kein Fuchsleben auf dem Gewissen hat...

 

Quellen: 

Ružicková

  • Holger Ebermann,
  • Tschechien online, 5.1.2004:
  • http://medialink.cz/postnuke3/modules.php?op=modload&id=News&file=article&sid=257& POSTNUKESID=b1028b2c41cfa57bfb8a047507976c65

Ružicka

  • "Zemrel hlavní predstavitel komedie Slunce, seno..." auf der Webseite der „Nové Bruntálsko“ vom 2.3.1999, online unter http://www.mujweb.cz/www/bruntalsko/02039903str.htm

Libícek

  • Ceske Filmové Nebe (Hg.): Jan Liícek, http://cfn.vsb.cz/cgi-bin/toCP1250/movies/bio/blibicek.html
  • IU Berlin http://home.nikocity.de/iuberlin/Czech/programm/Archiv/jan00.htm

Vavruška

  • http://csfd.atlas.cz/herec.php?1621
  • Holger Ebermann: Die Depesche aus Usti, Tschechisch-Deutscher Serienindex, online unter http://www.geocities.com/phonik2/depesche.html
  • Holger Ebermann: Sanitka, Tschechisch-Deutscher Serienindex, online unter http://www.geocities.com/phonik2/sanitka.html
  • Milos Vavruska in imdb.de, online am 30.12.2012 unter http://www.imdb.de/name/nm0891376/?ref_=fn_al_nm_1
  • Miloš Vavruška in wikipedia.de, online am 30.12.2012 unter http://de.wikipedia.org/wiki/Milo%C5%A1_Vavru%C5%A1ka

Eckert

  • Holger Eckert in wikipedia.de, online am 30.12.2012 unter http://de.wikipedia.org/wiki/Holger_Eckert
  • Holger Eckert in imbd.de, online am 30.12.2012 unter http://www.imdb.de/name/nm0248612/?ref_=fn_al_nm_1

Körner

  • Unicorn Media (Hg.): Ostara Körner, in: www.kinotv.com, Datenbank/Biographien, http://www.kinotv.com/page/bio.php?namecode=55810
  • Kino Xenix, Zürich (Hg.): Stachetierparade 1, in: Archiv, http://www.xenix.ch/archiv/02jan/26233.html
  • DVD-Station: König Drosselbart, http://www.dvd-station.de/product_body.asp/SKU=4603
  • Ilse Seybold : Sie steht in keinem Lexikon… in: PDS Köpenick-Treptow - Kultur, http://home.t-online.de/home/pds-koepenick/ku-ostara.html
  • Uwe in: Angelika Waller, http://www.gayprenzlberg.de/Videothek/GDR/WALLER.html
  • Der Kommissar: Ein unbequemer Zeuge, in: www.krimiserien.de.vu, http://mitglied.lycos.de/derkommissar/e-f/110-026-050.htm
  • Thomas: Feuersteine, in hoerspielkirmi.de, http://www.hoerspielkrimi.de/archiv/f/feuersteine.htm
  • Katrin und Uta Zutz: "Ostara Körner - FIlmografie" online in http://www.defa-sternstunden.de/stars/okoerner.htm
  • Volker: Forumseintrag am 20.01.2012 im http://www.razyboard.com/system/morethread-ostara-koerner-verstorben-team_zutz-340859-6146581-0.html

Stiska

  • Erika Stiska in imdb.com, online am 30.12.2012 unter http://www.imdb.de/name/nm0830584/
  • Erika Stiska auf wikipedia.de, online am 30.12.2012 unter http://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Stiska
  • Uhr im Ohr auf filmportal.de, online am 30.12.2012 unter http://www.filmportal.de/node/1172957

Pferde

  • Václav Vorlíček in seinem Interview auf der 2002er Ausgabe der tschechischen Film-DVD "Tri oríšky pro Popelku", Zlatý Fond České Kinematografie 2002, übersetzt von Renata Susewind
  • Kathrin Richter: Interview mit Herrn Lilie in Moritzburg im August 2003
  • Christoph Müller: Wer kennt noch das Voltigierpferd Kalif aus dem Babelsberger Park? in: Webseite von Christoph Müller, online am 13.05.2007 unter http://hufblitznetz.de/christoph/frame-kalif.htm

 

Königliche Kalesche

  • Text zum Modell der Königlichen Kalesche aus der Ausstellung "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" in Schloss Moritzburg, 2012/2013
  • Wikipedia: Cecilienhof, online am 24.10.2013, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Cecilienhof
  • Mündliche Auskunft durch Herrn Horst Fehr, Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, aufgezeichnet am 06.10.2013 durch Kathrin Miebach

Kasperle

  • Ernst Röhl: "Bekannt wie ein bunter Hund". erschienen in der Berliner Neuen Illustrierten, 35/1977, online aubrufbar unter http://www.deanreed.de/presse/nbi197735.html
  • http://www.staatszirkus-der-ddr.com/cms/index.php?id=67

  • http://www.staatszirkus-der-ddr.com/cms/index.php?id=2

  • http://www.dra.de/online/hinweisdienste/kalendarien/Kalendarium2007light.pdf