Ein Kreuz für Aschenbrödel

Also, das ist wirklich eine ganz verrückte Story.
"Das Projekt WeLoveŠumava [Wir lieben den Böhmerwald] wurde in den sozialen Netzwerken im Rahmen der Förderung des Böhmerwaldes ins Leben gerufen. Die erste Verwendung des Slogans #welovesumava geht auf das Jahr 2012 zurück. Wir zeigen den Menschen die Schönheit des Böhmerwaldes und weisen gleichzeitig auf seine Probleme hin. Zusammen mit der Gemeinschaft von Zehntausenden von Menschen, die wir geschaffen haben, versuchen wir, dem Böhmerwald zu helfen. ..." beschreibt sich das Projekt selbst.
Zu kulturellen Arbeit des Gründers Richard Brož gehört auch, umgestürzte Kreuze und Denkmale wiederzufinden und neu zu errichten.
Während seiner Recherchen zu den Drehorten von Drei Haselnüsse für Aschenbrödel fiel ihm im Film ein Sockel auf, auf dem einmal irgendetwas gestanden haben musste, vermutlich ein Kreuz.
Diesen Sockel fand er tatsächlich wieder - hinter dem Örtchen Javorná na Šumavě. Aber damit nicht genug - der Sockel wurde 2024 durch WeLoveŠumava restauriert und auch ein Kreuz sollte wiedererrichtet werden.
Aber dieses Kreuz sollte besonders werden, unkonventionell und vor allem sollte es ein Symbol für das Juwel unter den tschechischen Filmen werden!
Und das ist dabei herausgekommen!
Kein wirkliches Kreuz, sondern eine Armbrust mit einem Herzen und dem Schild "Liebe".
Ich finde das großartig. Das "Kreuz" wurde mit großem öffentlichen Interesse und viel Publikum feierlich enthüllt und auch geweiht. Mehrere Menschen hatten sich zu diesem Anlass sogar im Stil des Films kostümiert! Und einen besonderen Ehrengast hatte man auch eingeladen: Pavel Trávníček war live und in Farbe vor Ort.
Fotos der großartigen Aktion findet ihr auf der Seite von WeLoveŠumava.
Kaum ein halbes Jahr später ist das Kreuz schon - völlig zu recht - zum Aschenbrödel-Wallfahrtsort geworden, und die Besucher*innen haben begonnen, süße kleine Zeichen ihrer Verbundenheit dort zu lassen.
Die große Fichte, in die der Prinz hinaufschaut, gibt es nach 52 Jahren nicht mehr. Und auch die drei Bäume, die im Film direkt neben oder hinter dem Sockel zu sehen sind, sind schon weg. Ihre Stümpfe kann man aber heute auch noch gut erkennen.
Der alte Sockel und das neue Kreuz liegen ganz dicht hinter dem Örtchen im Wald direkt hinter den Grundstücken. Sie sind zu Fuß sehr gut zu erreichen und nur wenige Meter neben der Straße.
Kein Wunder, denn im März 1973 hatte es so viel geschneit, dass nicht daran zu denken war, sich mit der Filmcrew, den Darstellern und dem ganzen Gerät erst noch weit in den Wald zu schlagen.
Bei Instagram und Facebook könnt ihr euch das heutige Kreuz in einem kleinen Film anschauen.