Der Ritt in den Horizont
Im März 1973 lag in der Gegend um das Gut der Stiefmutter kein oder nur sehr wenig Schnee. Auf dem Burghof konnte man Kunstschnee verstreuen, aber für die Außenaufnahmen hätte das nicht funktioniert. Und langsam pressierte es, denn einige Szenen, die im Januar im verschneiten Wald oder auf verschneiten Feldern oder am und im verschneiten See am Moritzburger Schloss schon längst hätten abgedreht sein sollen, hatte das Team auf den geplanten Aufenthalt im Böhmerwald verschieben müssen. Dort waren auch schon Ersatzdrehorte gesucht und markiert worden, aber was nützt das, wenn kein Schnee liegt.
Während der Dreharbeiten auf dem Gut der Stiefmutter, das noch relativ weit unten liegt, erreichte das Drehteam endlich die Nachricht: oben im Böhmerwald schneit es! Regisseur und Kameramann liehen sich das Auto des Vincek-Darstellers und fuhren los, immer die Straße entlang, immer weiter rauf. Nach etwa 25 Kilometern, so erinnert sich der Regisseur in seinem Buch: Pane, vy jste režisér!, wollen sie im Schnee steckengeblieben sein.
Interessanterweise ist ziemlich genau 25 Kilometer von Burg Švihov, an der Straße nach Železná Ruda, kurz vor Jesení, eine kleine Parkbucht und hier fanden Illík und Vorlíček den idealen Hügelrücken, um Aschenbrödel und Prinz erst glücklich nebeneinander her und dann in den Horizont reiten zu lassen.
Und ihr glaubt es nicht: Heute steht dort an der kleinen Parkbucht ein liebevoll gestaltetes Hinweisschild!
Am besten schaut ihr euch das auf Instagram oder Facebook an.
Es schneite dann dermaßen viel, dass man die vorher gesetzten Markierungen nicht wiederfand oder man dort einfach nicht mehr hingelangen konnte. So kam es, dass entlang der Straße Stellen gesucht wurde, die sich für die gewünschten Bilder eigneten. Zwischen Čachrov und Železná Ruda sind deswegen - manchmal nur wenige Meter neben der Straße gelegen - die allermeisten Stellen zu finden, die man im Film dick verschneit bewundern kann.