Die Dreharbeiten mit den Tieren

Kein Tiertransport über die Tschechisch-Deutsche Grenze

Im Voraus schon waren den einzelnen Rollen bestimmte Pferde zugeordnet worden, berichtet Vorlíček auf der tschechischen DVD. Zuerst mussten sich zwar Pferde und Schauspieler aneinander gewöhnen, aber während man in Tschechien drehte, klappte das ganz gut. Und nachdem ein Teil des Films in Böhmen gedreht worden war, sollten die Pferde nach Deutschland zu den dortigen Dreharbeiten transportiert werden.

 

Die Einreise wurde für die Tiere jedoch verboten, da ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt die ansteckende Maul- und Klauenseuche in der Tschechoslowakei grassierte - so die ostdeutschen Behörden. Zwar war diese Krankheit nur bei wenigen Zootieren aufgetreten, trotzdem durfte das Filmteam die Pferde nicht über die Grenze bringen. Der Pferdepfleger wurde also mit Fotos der Pferde losgeschickt, um passenden Ersatz zu besorgen. An den Pferden kann man daher im Nachhinein ganz gut erkennen, welche Szenen in der DDR, und welche in Böhmen gedreht wurden.

Im August 2003 traf ich Gerd Lilie. Dieser Herr hat vor 30 Jahren für das Filmteam diejenigen Pferde besorgt, die nicht durch das heutige sächsiche Landesgestüt in Moritzburg gestellt werden konnten. In allen Szenen, die in Moritzburg gedreht wurden, seht ihr also hauptsächlich Pferde des Landesgestüts. Die vier Schimmel der Königkutsche hat Herr Lilie von einem Bekannten in Mittweida besorgt. Herr Lilie selbst reitet im Film auf einem der beiden vorderen Pferde dieses Vierergespanns.

Die Stallszenen wurden in den Räumen des Sächsischen Landesgestüts gedreht. Dazu, so berichtet Herr Lilie, habe die Filmcrew ein paar provisorische Pferdeboxen aufgebaut und zwar, wie man 2012 in der OTZ lesen konnte, im Mittelstall neben dem Eingang zur alten Reithalle. Heute sind die Stallungen gerade frisch renoviert und neu eingerichtet und eingeteilt, so dass man nichts aus den glorreichen Tagen der DEFA-Filmproduktion wiederfindet.


Quellen:

  • Václav Vorlíček in seinem Interview auf der 2002er Ausgabe der tschechischen Film-DVD "Tri oríšky pro Popelku", Zlatý Fond České Kinematografie 2002, übersetzt von Renata Susewind
  • Kathrin Richter: Interview mit Herrn Gerd Lilie am 27.08.2003 in Moritzburg
  • Volker Steinhorst "Aschenbrödels Nebendarsteller" in der Ostthüringer Zeitung vom 28.12.2012
    (Danke an Lars Uhlmann!!)
  • Fotos: Kathrin Richter, Sven Miebach