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Václav Vorlíèek * 03.06.1930 in Prag 1951-1956 Besuch der Filmhochschule FAMU |
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Václav Vorlíèek hat seit Direktiva über 30 Filme gedreht und ein Ende ist nicht abzusehen. Zur Zeit arbeitet er an einer Fortsetzung von "Saxana - das Mädchen auf den Besenstiel". Die Schauspielerin der Saxana wird darin die Mutter der ca. 10-jährigen Heldin - natürlich einer Hexe - spielen. Diese für die deutschen Fans neue Information gab Vorlíèek am 4.10.2006 in der MDR-Talksendung "Riverboat" bekannt. Zu Gast war der recht gut Deutsch sprechende Regisseur aus Anlass des Chemnitzer Kinderfilmfestivals "Schlingel", wo er einige Tage später geehrt werden sollte. Das gesamte ca. zehnminütige Gespräch aus "Riverboat" kann man sich hier anhören (Danke an Udo aus Zwickau!).
Der "Schlingel" ist eine Holzfigur und originellerweise fand die Verleihung nicht in einem Kino oder einem Festsaal statt, sondern in den Räumen der Kunsthandwerkmanufaktur Blank in Grünhainichen. Neben der Erstellung von Filmpreisen ist diese Firma unter anderem international für die hübschen Faltenrock-Weihnachtsengel bekannt. Und wie der Zufall so will, schaute der heutige Geschäftsführer 1973 zufällig bei den Dreharbeiten in Moritzburg zu. Laut eines Zeitungsberichtes hielt er sich im Urlaub dort auf. Obwohl nur solche wichtigen Menschen an der Preisverleihung teilnehmen durften, zog Anwesenheit in der erzgebirgischen Provinz auch andere in ihren Bann. So schreibt mir ein bekennender Aschenbrödel-Fan: "1975 habe ich im Nachbarort Borstendorf das erste Mal im Kino 3HfA gezeigt. Ich war damals so begeistert, daß ich nie im Traum daran gedacht hätte, Vacláv Vorlíèek käme jemals in die Gegend. Ja, ja es werden manchmal doch Märchen wahr." (Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich Thomas Reinhardt vom "Schlingel" und Ulli Richter für ihre Hinweise und die freundliche Überlassung ihrer Materialien!) Zu Vorlíèeks 70. Geburtstag gratulierte Gert K. Müntefering, langjähriger Redakteur beim WDR, mit einem Artikel in der Ausgabe der Zeitung des WDR "WDR print" vom 1.11.2001. Darin bezeichnet der Autor Drei Nüsse für Aschenbrödel als "Geniestreich" und berichtet, wie er Vorlíèek und Macourek überzeugte, "dass sie jetzt mal eine Serie für den WDR und das tschechische Fernsehen schreiben sollten - so eine Mischung aus Zivilisation und Märchen und reichlich Komik, ein wenig schwarz dürfte sie auch sein." Die Märchenbraut wurde geboren. Eine Serie, der Müntefering zu Gute hält, dass sie "verrücktes Fernsehen von normalen Leuten" als neue Idee in die Fernsehlandschaft gebracht habe. Dabei hat Vorlíèek das Handwerkliche an seinem Beruf wohl immer sehr ernst genommen. "So gab es nie große künstlerische Theorien. Es sollte auch nichts verbessert werden, nicht der Merchandising-Erlös, schon gar nicht die Welt - vielleicht das 35-mm-Negativ, obwohl Orwo-Positiv auf Technicolor im Fernsehen gut kam. Geschichtenerzähler! Das war anspruchsvoll genug..." schließt Gert K. Müntefering seinen Artikel. Aber nicht nur Vorlíèeks Drehbuch- und Regiearbeit begeistert: "Seine Prinzessinnen sind die schönsten, allen voran Libu¹e ©afránková in dem Film DREI NÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL" findet das Freiburger Medienforum. Das haben wir natürlich schon immer gewusst, denn "...wer mit Vorlíèeks Prinzessinnen aufwuchs, wird ohnehin Tschechinnen für die schönsten Frauen der Welt halten" so die Berliner Zeitung. Doch Vorlíèek scheint an seine einstigen Erfolge nicht anknüpfen zu können. Sein bisher letzter Film Der Feuervogel (1999) wurde von der Kritik sehr unterschiedlich aufgenommen. "Václav, Václav, was ist aus dir geworden?" klagt Tobias Matkowitz im Online-Magazin "mucke und mehr". Uwe Mies und Edda Bauer erklären für das Filmarchiv des city-guide.de, dass Der Feuervogel sich "mit seinen billigen Blitz-und-Donner-Effekten und unbeholfenen Szenenbildern näher an amerikanischem Fantasy-Trash der frühen 80er ("Ator" oder auch "Beastmaster") als in mitteleuropäischen Märchenwäldern" befindet.
A propos Story: Wer sich mal die Zeit genommen hat, das "Original"-Märchen von Bo¾ena Nìmcová zu lesen, der wird - wie Dieter Matthias - bemerkt haben, dass es kaum etwas mit dem Film gemein hat. Gewisse "Motive", wie es im Vorspann heißt, sind wiederzufinden. Aber die selbstbewusste bis emanzipatorische Grundaussage, die dem Film erst "Charme, Witz und Finesse" geben, welche beim Feuervogel so schmerzlich vermisst werden, sucht man in Nìmcovás Märchen vergebens. Matthias hält die Umgestaltung der in aller Welt bekannten Erzählung für Vorlíèeks Verdienst, der die emanzipatorischen Tendenzen "aus der Biographie der Autorin Nìmcová geschöpft" habe.
Filmografie
Quellen:
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