Interview mit Vendula Svobodova
(online nachzulesen auf idnes.cz,
übersetzt von Ramona Wörsdörfer)
Warum waren Sie mit dem Interview einverstanden?
Weil ich möchte, dass sich die Leute dieses Interview durchlesen, die
mich mit Dreck bewerfen.
Haben Sie die Ehekrise geklärt?
Natürlich nicht. Wir haben miteinander gelebt, uns geliebt und in einem
Bett geschlafen. Auch die Polizei hat unserem Schlafzimmer, die nicht
gemachten Betten aufgefunden, fragen Sie sie selbst.
Was haben Sie zuerst gemacht, als Sie ihn gefunden haben?
Ich habe sofort unseren Sohn Jakob weggebracht. Als nächstes bin ich
zu den Nachbarn gelaufen, aber bei den ersten beiden Häusern wurde mir
nicht geöffnet, erst die dritte Nachbarin hat mir die Tüt aufgemacht.
Sie hat gedacht, dass ich verrückt bin, als ich ihr gesagt habe was
passiert ist. Sie hat ihren Sohn gerufen und mit mir mit geschickt.
In der Zeit hat sie dann auf Jakob aufgepasst.
Jakob wird sich an das Bild von seinem toten Vater nicht erinnern
können, oder?
Ich denke nicht. Aber wissen sie, was ich ihm einmal sagen muss? Dein
Schwesterchen ist gestorben und dein Vater hat sich erschossen.
Haben Sie sofort realisiert was passiert ist?
Ja, in einer Sekunde.
Was war Ihr erster Gedanke?
Das es nicht wahr sein kann. Ich konnte es nicht glauben.
Ich habe sogar den Notarzt andauernd gefragt, ob er noch lebt. Ich habe
nach im gerufen: Karle! Karle!
Was haben Sie danach gemacht?
Ich habe dann Janisov angerufen. Er hat gedacht, mir hätte
jemand das Telefon gestohlen. Ich habe mit einer ganz anderen Stimme
gesprochen. Ich habe ihm gesagt, das Karel sehr wahrscheinlich tot ist
und das er sofort kommen soll. Ich hatte einen Schock. Ich habe zitternd
und weinend bei meiner Nachbarin gesessen. Frau Gruberová hat versucht
mir zu helfen, aber sie wusste dass sie mir nicht helfen kann.
Sind Sie in den Garten zurückgekehrt?
Ich musste dort noch öfters hinkommen. Sogar an die Stelle, an der ich
ihn gefunden habe. Die Polizei wollte auch das Haus durchsuchen, ob
dort vielleicht etwas passiert ist. Sie haben einen Abschiedsbrief gesucht,
mich verhört und Abdrücke von meiner Hand genommen, um sie auf Schießpulver
zu untersuchen. Sie haben sich entschuldigt, aber ich hatte Verständnis
dafür. Sie haben ihre Arbeit gemacht.
Haben Sie bemerkt, dass jemand Ihren Mann fotografiert?
Nicht nur das. Ich habe genau gewusst, wer fotografiert hat und wie
viele Fotos er gemacht hat. Das war sehr seltsam. Ich hatte einen Schock,
habe gezittert, aber trotzdem habe ich alles zur Kenntnis genommen.
Ich habe mir keine Beruhigungstabletten geben lassen, habe noch nicht
einmal Schnaps getrunken, damit ich zur Verhandlung absolut nüchtern
bin. Mir ist auch aufgefallen, das man zwei detaillierte Fotos von seiner
Hand mit der Pistole gemacht hat. Er hat die Fotos
gemacht, aber dann jemand anderem überreicht.
Er wusste nicht, was er tat
Denken Sie, dass Ihr Mann seinen Selbstmord geplant hat?
Nein. Er wusste morgens nicht, das er sich am Abend erschießen wird.
Er wusste es noch nicht mal in dem Moment, als wir telefoniert haben
und ich ihm gesagt habe, das wir nach Hause fahren. Er hat sich noch
bei mir das Abendessen bestellt. Wir hatten nämlich einen Schaden in
der Küche, also haben wir das Essen in einem Restaurant unseres Wohnortes
bestellt. Sein Selbstmord war ein Kurzschluss. Er wusste in dem Moment
nicht, was er macht. Es kam einfach plötzlich.
Warum hat er Ihnen keine Nachricht zum Abschied hinterlassen?
Sie werden doch Ihr ganzes Leben lang, darüber nachdenken, ob Sie nicht
irgendwo ein Fehler gemacht haben.
Mir hat mal jemand gesagt, dass ich bis zu meinem Lebensende ein schweres
Schicksal mit mir tragen werde. Er hatte Recht. Es hat mit Klara angefangen,
jetzt hat sich Karel umgebracht, noch dazu ist mein Vater schwer krank,
er hat Alzheimer und meine Mutter kümmert sich sehr um ihn. Das Schicksal
wird mich wohl weiterverfolgen.
Könnte das letzte Gespräch aus dem Auto der auslösende Moment
dafür sein? Haben Sie gestritten?
Überhaupt nicht. Ich habe ihm gesagt: "Die Straßenverhältnisse
sind gerade schlecht, ich ruf' dich später an, wenn es besser ist!"
Man konnte nicht fahren, auf der Straße lag der Schnee etwa 30 cm hoch.
Und Karel hat mir ans Herz gelegt, dass ich vor allem vorsichtig fahren
soll und auf mich und Jakob aufpasse.
Haben Sie ihn dann nicht mehr angerufen?
Doch ich habe angerufen, aber er ging nicht dran. Heute weiß ich, das
er an dem Zeitpunkt tot war.
Ist Ihnen nicht in den Sinn gekommen, das es anders hätte
ausgehen können, wenn die Bedingungen nicht so schlecht gewesen wären
und Sie mit ihm hätten sprechen können?
Meinen Sie etwa, dass er sich so erschießen wollte, damit ich das im
Telefon höre?
Nein, sondern dass er sich nicht erschossen hätte?
Aber wenn es ihm nicht gut ging und er es mir sagen wollte, dann sagte
er es mir auch. Er hat mit mir gesprochen, wir haben uns alles gesagt,
was wichtig war. Er hat es in dem Moment noch nicht gewusst. Es war
ein Kurzschluss.
Ihr Mann war meistens im Studio und oft im Stress wegen seiner
Arbeit und Sie waren allein. Haben Sie sich nach mehr Zärtlichkeit gesehnt?
Nein. Es reichte mir wenn ich an ihm vorbei ging und ich ihn streicheln
konnte. Ich habe mich auch nicht wie eine Liane um ihn geschlungen,
er wollte es auch gar nicht in der Öffentlichkeit.
Ihnen hat also nichts gefehlt?
Anfangs hat mir das Vertrauen gefehlt. Karel hat mich zwar geheiratet,
aber andere haben ihm eingeredet, dass ich eine junge Frau bin die ihn
nur um sein Vermögen bringen möchte. Deshalb waren auch unsere Finanzen
von Anfang an getrennt. Im Laufe der Zeit habe ich mir mein Platz in
der Sonne vor der Öffentlichkeit und auch vor Karel erkämpft.
Hatten Sie einen Liebhaber?
Nein hatte ich nicht.
Und was ist mit den Männern über die spekuliert wird?
Meinen Sie meinen ehemaligen Mitarbeiter in der Firma, der mich bestohlen
hat und ich seit einigen Jahren überhaupt nicht mehr mit in Kontakt
bin?
Warum wird das dann erzählt?
Weil die Menschen einfach etwas zum Erzählen brauchen. Wer in der tschechischen
Prominenz sauber ist, soll den ersten Stein werfen. Ich habe das Gefühl,
dass sich zu meinen Angelegenheiten Menschen äußern die einfach nur
ins Rampenlicht wollen. Ich will damit sagen: Wenn Sie sich jetzt mit
mir berühmt machen möchten, dann behauptet Sie doch einfach von sich
das sie meinen Liebhaber kennen! Damit kommen Sie garantiert in die
Boulevardpresse.
Und was ist mit dem griechischen Liebhaber?
In Griechenland haben Karel und ich ein Grundstück gekauft. Wir hatten
geplant, dort ein Haus zu bauen. Wir wollten kranken Kindern dort einen
Kuraufenthalt ermöglichen. Also bin ich dort hin gefahren, um mich um
den Bauplatz zu kümmern. Ja, und so haben sich einige Leute ausgedacht,
dass ich einen griechischen Liebhaber hätte. Sie haben sogar geschrieben,
dass ich ihn aus Prag mitgenommen habe. Das wäre doch ein totaler Unsinn,
oder?
Hätte das nicht auch Karels Vermutung sein können, die er jemandem
gegenüber hat fallen lassen? War er auf Sie eifersüchtig?
Karel? Der war vom ersten Moment an auf mich eifersüchtig, als wir uns
kennen gelernt haben. Ich habe im politischen Bereich gearbeitet und
schon war er auf mich eifersüchtig. Und ich war auf ihn eifersüchtig.
Werden Sie das Haus fertig bauen?
Sehr wahrscheinlich schon. So etwas brauche ich jetzt. Mich erst ausruhen
und dann weit weg fahren.
Karel hat oft Bekannten erzählt, dass er stets allein ist.
Wussten sie das er sich einsam fühlt?
Er war allein. Innerlich. Es kam sogar vor, dass er sich von einer Gesellschaft
nach nebenan zurück gezogen hat. Dort hat er über seine Dinge nachgedacht.
Wie haben sie darauf reagiert?
Ich habe ihn deswegen angesprochen. Aber man hat es nie geschafft, zu
erfahren was wirklich mit ihm ist. Das können Ihnen einige Menschen
bestätigen. Trotzdem wirkte er nach außen immer sehr extrovertiert.
Er hat öfters gefragt: Wie wird unser Leben weiter verlaufen? Dann habe
ich ihm geantwortet: Wir werden leben, unseren Sohn erziehen, wir werden
arbeiten und reisen.
Haben sie ihn mal gefragt, wie er seine Frage überhaupt meint?
Ja, sehr oft sogar. Die letzte Zeit war er durch seine Arbeit mit dem
Musical Golem sehr erschöpft. Daher denke ich, dass das der Anfang seiner
ernsthaften psychischen Problemen war. Ein aggressives Arbeitstempo,
der heiße Sommer - er hat seinen Blutdruck gemessen - und plötzlich
fing er an zu zweifeln - er hielt seine Arbeit für nicht gelungen. Die
Depressionen haben sich in der letzten Zeit verschlechtert.
Hat er sich mit schlechten Kritiken geplagt?
Kritiken hat er sehr persönlich genommen. Alles hat er sich
durchgelesen und ausgerissen. Wenn ich dann mal gefragt habe, wie es
mit dem Theaterstück läuft, ob das Theater voll ist und ob sich die
Karten verkaufen hat er mir nur gesagt, dass ihn Golem eigentlich überhaupt
nicht mehr interessiert. Seine Art der Verteidigung war die Resignation.
Und das zu hundert Prozent.
Hat er seine Depressionen behandeln lassen?
Ja, er ging mit tiefen Depressionen zu seinem Psychologen. Er nahm Tabletten,
die die Polizei mitgenommen hat. Von seinen Depressionen wussten seine
Kinder und ich. Aber sein Sohn Peter lebt in der Slowakei und seine
Tochter Jana in Amerika. Ich war dafür ganz alleine zuständig. Ich habe
mit ihm in einem Haus gelebt. Er hatte diese Zustände auch vor seinem
Sohn Jakob. Er hat ohne Zusammenhang gesprochen, hatte dunkle Senkungen
und war böse. Die Ärzte haben mir geraten, dies nicht zu beachten. Aber
das kann man nicht fertig bringen. Ich habe versucht, mit ihm darüber
zu sprechen und in die Zukunft zu planen.
Warum haben Sie darüber nie in der Öffentlichkeit gesprochen,
dass er so krank ist?
Das hätte ihn sehr verletzt. Wissen Sie wie das ist, mit einem nationalen
Kultursymbol zu leben? Mein Mann war ein großer Künstler und er konnte
sich nicht vorstellen, dass jemand schreibt, dass er psychisch krank
ist. Ich habe ihn sehr geschätzt und aus Respekt vor ihm habe ich in
der Öffentlichkeit nie durchblicken lassen wie es ihm wirklich geht.
Mit einer der letzten Menschen, mit dem er über seine Depressionen gesprochen
hat war Petr Muk. Und stellen Sie sich vor, Filip Renè hat ihm gesagt:
"Du spielst doch nur deine Depressionen!" Und mir hat er gesagt,
das mein Auftritt bei Nova eine großartige schauspielerische Darbietung
war, nur falsch geschnitten.
Warum Filip Renè?
Das weiß ich überhaupt nicht. Ich verstehe nicht warum gerade Renè unsere
Beziehung bewerten kann. Jakob und auch allen anderen zusammen ist nicht
bewusst, dass ich meinen Mann erschossen aufgefunden habe. Und das ich
in dem Moment unseren kleinen Sohn im Arm hatte.
Warum war Jakob denn dabei?
Weil ich nicht ahnen konnte, dass er tot und in einer Pfütze voll Blut
im Garten liegen wird. Wir sind ganz normal aus dem Auto ausgestiegen
und sind nach Hause gegangen.
Wann war er zuletzt beim Psychologen?
Das weiß ich genau: am 24. Januar. Als er nach Hause kam, hat er zu
mir gesagt, dass er dort nicht mehr hingehen wird, weil der Arzt ihm
nicht helfen kann. Er sagte: "Ich habe mir geholfen als Klara gestorben
ist. Jetzt helfe ich mir auch selbst heraus."
Wie hat der Verlauf seiner Depressionen ausgesehen?
Er ist z.B. ein Monat lang nicht aus dem Haus gegangen. Er
hatte aggressive Schübe. Die Tiefpunkte kamen immer häufiger und in
immer kürzeren Abstände.
Wieso hat sein Psychologe das nicht bemerkt?
Meiner Meinung nach war Karel schon so schlecht dran, dass er stationär
hätte behandelt werden müssen. Er war bei verschiedenen physischen Untersuchungen,
ist aber immer enttäuscht zurückgekommen, weil sie nichts gefunden haben.
Er hat gespürt, das irgendwas mit ihm nicht in Ordnung ist. Aber er
hat den Gedanken nicht zugelassen, dass seine Psyche daran schuld ist.
Er wollte nicht, dass die Menschen über ihn denken, dass er verrückt
ist. Er hat sich z.B. beschwert, dass er Krebs hat. Obwohl die Obduktion
so etwas nicht nachweisen konnte.
Haben Sie sie deshalb machen lassen?
Nein, dass haben sie automatisch gemacht.
Warum haben Sie ihn nicht ins Krankenhaus geschickt?
Sollte ich ihn dazu zwingen? Wir haben ihm das alle gesagt.
Auch Petr und Jana wollten ihn dazu überreden. Er hat es aber abgelehnt.
Nach Meinung von Psychologen, mit denen ich gesprochen habe, hätte er
es trotzdem gemacht, auch wenn ich nur nebenan zum Brötchen kaufen gegangen
wäre.
Warum hat er vor einem halben Jahr den Austritt vom Showbuisness
angekündigt?
Weil ihn die Menschen um ihn herum sehr ermüdeten. Insbesondere war
er von allem besessen, was über ihn geschrieben wurde. Seriöse Zeitungen
aber auch Boulevardzeitungen haben ihn nicht kalt gelassen. Er hat deswegen
manchmal richtig Wut bekommen. Als ich nach einem Abschiedsbrief gesucht
habe, fand ich nur alle Briefe von mir und Zeitungen, in denen er sich
jede Zeile unterstrichen hatte die von ihm handelten. Alles hat er sich
aufgehoben.
Ihre Briefe? Sie haben sich geschrieben?
Die ganze Zeit. Nachrichten auf dem Kühlschrank, z.B. nur: "Ich
liebe dich, weißt du das?", oder längere Briefe von unterwegs.
Hatten Sie keine Angst weil er zu Hause eine Waffe hatte?
Ich konnte doch nicht wissen, dass er sich damit erschießt. Nie wäre
mir eingefallen, dass er sie gegen sich benutzen könnte.
Wie viele Waffen hatte er?
Zwei. Er mochte Waffen, er war militant eingestellt. Er hat sich die
Waffen zum Schutz der Familie besorgt. Er hätte es nicht zugelassen,
dass uns jemand verletzt.
Hat er Sie auch anders geschützt?
Immer. Auch wenn irgendwo mein Projekt nicht angenommen wurde, hat er
persönlich Briefe hingeschrieben, in denen er sich hinter mich gestellt
hat.
Haben Sie Angst davor, dass er Sie jetzt nicht mehr beschützen
wird?
Es zeigt sich doch jetzt schon, wie sich die Leute mir gegenüber verhalten,
da Karel nicht mehr unter uns ist.
Hat er schon mal über den Tod gesprochen?
Ich habe einmal gehört, wie er zum Produzenten Lichtenberg
sagt: "Du wirst die Karten für Golem leicht verkaufen, wenn ich
es hier einpacke, stimmts?"
Wurden Sie an dem Abend von Golem eingeladen, an dem Sie von
Karel Abschied genommen haben?
Nein. Niemand hat mich eingeladen. Auch nicht seine Kinder.
Wie erklären Sie sich die Unterstellung der ehemaligen Frau
von Ladislav ©taidl, dass Sie an dem Tod von Karel schuld sind?
Dass es eine unglückliche Frau ist, die von ihrem Mann verlassen wurde.
Überrascht es Sie, dass unter den Kritikern auch Leute sind,
die früher Ihre Freunde waren?
Jetzt weiß ich, dass sie nie meine Freunde waren.
Wie erklären Sie sich diese Wandlung?
Wahrscheinlich habe ich für ihren Geschmack zu viel erreicht. Ich habe
wie ein normales Mädchen mit zwei Zöpfen und einer Zahnspange angefangen.
Heute mögen und respektieren mich die Leute. Hundert Ärgereien und hundert
Krankheiten. Allen, die mich heute mit Dreck bewerfen, verzeihe ich.
Weil ich vor allem Karel verzeihen musste.
Und, haben sie ihm verziehen?
Ja. Denn für einen Menschen der Selbstmord begeht, ist der Tod die einzige
und angenehmste Lösung. Er hat sich dadurch Hilfe geholt, vor allem
für sich selbst.
Aber wie wird es jetzt mit Ihnen weitergehen?
Das weiß ich gar nicht. Ich weiß nicht was ich machen soll und ich weiß
auch nicht wo ich leben soll. Ich weiß nur, dass ich weiterleben muss.
Mein Kreis hat sich geschlossen. Karel war der schicksalhafte Mann meines
Lebens und ich war die schicksalhafte Frau seines Lebens. Das hat er
mir sehr oft gesagt. Wir waren ein Körper und eine Seele. Er war meine
andere Hälfte und die hat mich jetzt verlassen.
Könnten sie sich vorstellen, nach Jevany zurückzukehren?
In diesem Haus möchte ich nicht mehr leben. Dieses Haus ist verflucht.
Dort ist so viel Unglück passiert.
Sie werden es nie mehr betreten?
Ich werde dort nur meine Sachen holen.
Botschaft an Karel. Du wirst mir schrecklich
fehlen
Werden Sie zu einem Psychologen gehen?
Das werde ich müssen. Denn das kann ich nicht alleine schaffen. Ich
kann doch nicht mit dem Gedanken leben, dass ich ihn womöglich umgebracht
habe!
Sie haben ihn doch gar nicht getötet.
Warum wird das dann in den Zeitungen geschrieben? Wissen Sie wie es
mir dabei geht?
Hat Karel ein Testament hinterlassen?
Ich glaube nicht.
Wie wird sich dann das Erbe regeln?
Nach den Gesetzen. Wir hatten einen Ehevertrag, deshalb haben wir kein
gemeinsames Vermögen. Ich bin nur eine von vielen die etwas erbt und
momentan ganz ohne Gehalt.
Wie wird es mit der Stiftung „Hoffnungstropfen“ weiter gehen?
Ich werde weitermachen. Im Namen von Klara und heute schon im Namen
von Karel. Aus den Botschaften, die ich bekomme, weiß ich dass die Menschen
an mich glauben und die Geschäftsleute sind auf meiner Seite. Ich bin
hart. Ich werde es durchstehen, glauben sie mir. Viele Leute verhalten
sich böse, aber die die mir Hilfe anbieten und mit mir fühlen, sind
in der Überzahl.
Wenn sie jetzt etwas Karel sagen könnten, was wäre das?
Das ich ihn liebe. Das er mir schrecklich fehlen wird. Das er mich beschützt
und geliebt hat.
Quelle: Jana Ciglerová a Pavla Matìjù: Svobodová: Nemù¾u si myslet,
¾e jsem ho zabila já, in: MF Dnes, online am 2. Februar 2007 unter http://ona.idnes.cz/svobodova-nemuzu-si-myslet-ze-jsem-ho-zabila-ja-fr1-/ona_ony.asp?c=A070202_195822_ona_ony_jup