Das Schloss des Prinzen - Schloss Moritzburg

 

Die Außenaufnahmen zeigen das Schloss Moritzburg in Moritzburg etwa 15 km nordwestlich von Dresden. Es liegt äußerst malerisch auf einer künstlichen Insel in einem heutzutage ziemlich flachen See und diente als Jagdschloß für die sächsischen Fürsten, bevor es 1945 durch eine Bodenreform in den Besitz des Staates überging. Heute ist darin ein Museum untergebracht. Im Museumsshop kann man neben lehrreichen Videofilmen über das Schloss und Dresden auch 3hfa kaufen...

Wenn man das Schloss besucht, erkennt man leicht die Stellen wieder, an denen 3hfa gedreht worden ist, z.B. die Stelle, an der die Kamera anhält und den Königszug vorbeiziehen lässt.

Solltet ihr mal nach Dresden fahren (das lohnt sich immer!) und einen Abstecher nach Moritzburg machen, geht rechts am Schloss vorbei um den See. Nach ca. 500 m biegt das Ufer von der Straße ab, zu Fuß kann man dort entlang gehen. An einer Biegung steht eine Bank mit einem Tisch, kurz davor findet ihr diese beiden markanten Bäume. Die Birke, die im Winter 1972/73 noch so hoffnungsvoll emporstrebte, hatte im Jahr 2003 ihre normale Lebensspanne erschöpft und war 2004 schon ganz verschwunden.

Ein "must have" ist natürlich das Foto auf der Treppe, die Aschenbrödel emporging. Da Schloss Moritzburg vier solcher Treppen hat, muss man sich erst mal orientieren. Die richtige Treppe ist die auf der rechten Seite (die ohne Kapelle) hinten, oder anders gesagt: Osten, Gartenseite. Im Winter sind die Treppen wegen der Rutschgefahr auf den vereisten Stufen gelegentlich gesperrt.

 

Hoch und später wieder runter geritten sind Aschenbrödel und die Prinzen die Rampe an der Gartenseite. Der Eingang auf den Aschenbrödel zugeht (um dann erst mal durch das Fenster zu schauen) ist hingegen wirklich der vordere, dem Dorf zugewandte Eingang. Heute fehlen die Schlagläden und die Wachen, dafür ist das Schloss wieder in den Originalfarben verputzt und das Wappenschild über der Tür ist wieder gefüllt.

Die sehr nette Frau Faltin von der Schlossverwaltung berichtete mir, dass die Aufnahmen zwei Wochen gedauert hätten. In einem Interview das sich auf der neuen tschechischen DVD findet, berichtet Václav Vorlíèek von den Schwierigkeiten, die man bei den Außendrehs hatte.

 

 

Kurze Geschichte des Schlosses

um 1650

Mitte des 16. Jahrhunderts ließ der Herzog Moritz von Sachsen (der später Kurfürst wurde) an der Stelle, an der sich heute das Schloss befindet, ein Jagdhaus im gerade modernen Renaissance-Stil erbauen, das nach ihm "Moritzburg" genannt wurde. Herzog Moritz gehörte zum Geschlecht der Wettiner, die das umliegende Land schon seit Jahren als Jagdgebiet nutzten. Das Residenzschloss der Wettiner lag in Dresden, und auch nach dem Bau der Moritzburg hielten sie sich dort nie länger auf, sondern benutzten das Gebäude insbesondere für ihre ausschweifenden Parties und um darin Geweihe an die Wände zu hängen u.a. ein "60-Ender" jedenfalls wenn man jeden Pickel auf dem Riesengeweih zählt.

um 1750

In den 60er Jahren des 17. Jahrhunderts wurde unter Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen eine protestantische Kapelle angebaut. Im 17. Jahrhundert lassen sich bereits Pläne nachweisen, die nähere Umgebung in die Gestaltung mit einzubeziehen Tatsächlich legte man einen Tiergarten zur Hege von Rotwild an, dessen Spuren, wie Mauerreste noch heute zu finden sind. Man kann innerhalb dieses Geländes auch immer noch die 8 sternförmig aufeinander zulaufenden Schneisen sehen, die für die Hetzjagd auf einen Rothirsch oder Wildschweine angelegt wurden. Auf diese Weise konnte man als Jäger natürlich kaum erfolglos bleiben, und bis Ende des 17. Jahrhunderts hatten sich im Jagdhaus bereits an die 200 Geweihe angesammelt.

um 1700

Die Wettiner haben offenbar jahrhundertelang viel Spaß an der Jagd und vor allem auch an den nachfolgenden Feierlichkeiten gehabt, denn Anfang des 18. Jahrhunderts beschloss Friedrich August I. von Sachsen (auch bekannt als "der Starke" und zwar sowohl wegen seiner enormen gastronomischen Aufnahmekapazitäten, als auch tatsächlicher Muskelkraft - in der Halle des Schlosses kann man ein Hufeisen bewundern, das er nicht nur geradegebogen, sondern hinterher sogar wieder in seine ursprüngliche Form gebracht haben soll), das Jagdhaus umbauen zu lassen, da es die Anzahl seiner Gäste nicht mehr fasste. Vorher war er um König von Polen werden zu können zum Katholizismus übergetreten, so daß ab 1699 in der Schloßkapelle katholische Gottestdienste stattfanden.

 

In den 1720er und 1730er Jahren wurde das alte Jagdhaus unter der Leitung des Architekten M. D. Pöppelmann (der aus Herford stammte und im gleichen Jahr starb, als das Schloss fertig wurde) zu einem Barockschloss umgebaut und sah danach so aus, wie wir es heute kennen. Von Pöppelmann stammen auch die Entwürfe zu so bekannten Dresdener Bauwerken, wie dem Zwinger, dem Taschenbergpalais und dem "Schloss" Pillnitz (im Stil der Chinamode; beide Bauwerke kommen in der TV-Werbung für Radeberger-Bier vor). Schon zwei Jahre nach Beginn der Arbeiten am Schloss Moritzburg wurden viele Geweihe aus der Augustusburg nach Moritzburg gebracht. Offensichtlich reichten die 200 alten Geweihe noch nicht aus. Heute enthält das Schloß insgesamt etwa 230 Geweihe, darunter das größte Rothirschgeweih der Welt.

um 1740

Nach seiner Fertigstellung wurde das Schloss reich geschmückt, vor allem mit kostbaren Ledertapeten, die in den großen Sälen mit Blattsilber belegt oder mit Goldlack überzogen und u.a. von italienischen oder französischen Künstlern mit bunten Jagdszenen und Bildern aus dem Leben der Jagdgöttin Diana bemalt wurden. In den kleineren Räumen bestand die Wandbespannung aus vermutlich niederländischem Kalbsleder oder venezianischem Ziegenleder, in das mittels Druckformen aus Holz oder Metallstempeln Ornamente geprägt worden waren. Auch als die Ledertapeten langsam aus der Mode kamen, bestellte man für Schloss Moritzburg nochmal neue. Jedes Schloss um die Residenzstadt Dresden hatte damals ein eigenes "Thema" dem man treu bleiben wollte.

Natürlich musste auch die bewegliche Ausstattung vom Feinsten sein, es kamen z.B. sächsische Möbel, wie lederbezogene Stühle, und Meißner, japanisches und chinesisches Porzellan in Frage, sowie zahlreiche Gemälde, die kaum Portraits, sondern vor allem Tiere, Jadgszenen, Stillleben und religiöse Motive zeigen.

Wer jetzt vermutet, dass Schloss sei überladen mit Kostbarkeiten, der irrt. Es gibt dort zwar sehr viele wunderschöne Dinge zu sehen, die von großer Handwerkskunst (oder großem Übermut) zeugen, einiges der ursprünglichen Ausstattung ist jedoch nicht mehr im Schloss, da es die Wettiner z.T. zu anderen Wohnsitzen mitgenommen haben. Außerdem sieht man oft einen Saal mit tollen Tapeten, einem großen Lüster und einem schicken Ofen in der Ecke aber einem relativ winzigen Tisch in der Mitte und passenden Stühlen, die an der Wand aufgereiht sind. Das sieht dann nach wenig Mobiliar aus, war aber nötig, damit die Damen mit ihren ausladenden Reifröcken sich in den Räumen auch bewegen konnten.

20. Jahr-hundert

Erst Prinz Ernst Heinrich von Sachsen nahm 1933-45 einen festen Wohnsitz auf der Moritzburg und richtete in dieser Zeit einige Räume als Führungsräumen ein, z.B. das Pozellanquartier. 1947, das Schloss gehörte seit zwei Jahren dem Staat, wurde darin ein Barockmuseum eingerichtet. 1978, also fünf Jahre nach den Dreharbeiten zu 3HfA, wurde mit der Restauration des Außenanstrichs nach historischem Vorbild begonnen. Leider gibt es in dem Sandstein und durch die Lage mitten in einem See bzw. Sumpfgebiet immer wieder schlimme Schäden durch aufsteigenden Feuchtigkeit. Im 18. Jahrhundert war sogar der Sockel zunächst verputzt, aber das funktionierte überhaupt nicht, so dass man ihn schließlich mit Sandstein verkleidete. Mitte der 1980er begann man mit der Instandsetzung der Hirschköpfe, Sandsteinfiguren und Ledertapeten. Außerdem wurde die Schlosskapelle renoviert, in der seit 1989 wieder jeden Sonntag ein katholischer Gottesdienst gefeiert wird.

Seit Sommer 2003 kann man das Federzimmer besichtigen. Hinter Glas wird nach aufwändiger, 30jähriger Restauration nun wieder ein Prunkbett gezeigt, das August der Starke vermutlich in England gekauft hat. Fast alle Textilteile des Bettes sind aus unzähligen teilweise natürlich bunten oder gefärbten kleinen Federn gefertigt. Die Federn wurden nebeneinander in einen Faden geknotet, der dann als Schussfaden verwoben wurde. Das Ganze sieht aus wie ein dicker, flauschiger Teppich. Dazu gibt es im Vorzimmer eine Ausstellung und zu einem Satz aus Bachs Brandenburgischen Konzerten per Videoschleife interessante Erläuterungen zur Geschichte und Restauration des "Federzimmers". Im Erdgeschoss des Schlosses ist außerdem auch ein Restaurant untergebracht.

Umgebung

In dem Gebiet um Schloss Moritzburg kann man hervorragend spazierengehen. Immer mehr Touristen entdecken auch das Radfahren als fußschonende Alternative um das riesige Areal zu erkunden. Man kann die anderen, kleineren Bauwerke entdecken, die zusammen mit den landschaftlichen Elementen, wie "Dardanellen", Jagdanlage und künstlichen Teichen zur Karpfenzucht das Ensemble vollenden.

Im von Friedrich August III. von Sachsen in den 1760ern in Auftrag gegebenen Fasanenschlösschen z.B., einem entzückenden rosa Rokokowürfel am Bärnsdorfer Großteich, waren die Wände u.a. mit bunten Federn, bestickter Seide oder Strohtapeten geschmückt. Ich habe gehört, dass die Tapeten Ende des 2. Weltkrieges von russischen Soldaten abgerissen und als Souvenir mitgenommen worden sein soll. Winzige Teile dieser einstmals wahrscheinlich märchenhaft erscheinenden Innendekoration waren aber in den 1990ern noch erhalten und ermöglichten Leuten mit starker Phantasie eine dürftige Vorstellung früherer Pracht. Der Innenraum des Fasanenschlösschens wird gerade renoviert und soll 2007 wieder geöffnet werden.

Die Außenanlagen sind mit lebensgroßen Hirschskulpturen geschmückt, Richtung Moritzburger Schloss verläuft ein Kanal die Sichtachse entlang, der unterhalb des Fasanenschlösschens von einem großen Venusbrunnen gepeist wird. Angeblich soll er restauriert und wieder in Betrieb genommen werden.

Zum Fasanenschlösschen gehört eine künstliche Ruinenanlage und am Ufer des Großteichs ein Miniaturhafen mit Mole, auf deren Ende ein kleiner Leuchtturm erbaut wurde. Diese Anlage wurde von der feinen Gesellschaft für Maskenbälle, Spiele auf dem Wasser und Anlegestelle für Bootsausflüge benutzt. Heute ist der Wasserspiegel des Bärnsdorfer Großteichs gegenüber dem 18. Jahrhundert jedoch um mehrere Meter abgesunken, sodass sich die Mole über schlammigem Teichboden erhebt und auch der Leuchtturm nur noch in flachem Wasser steht. Während das Fasanenschlösschen und sein malerisches Umfeld bis vor wenigen Jahren noch in verträumter Stille auf den Dornröschenkuss warteten, haben Restaurierung und touristische Nutzung inzwischen auch den Bärnsdorfer Großteich erreicht. Wer die Dreiviertelstunde Spaziergang vom Schloss geschafft hat, kann sich in der "Ausspanne am Leuchtturm" ein Bier gönnen. Auch das Storchennest, das ihr auf dem rechten Bild noch auf dem Dach des Fasanenschlösschens sehen könnt, wurde wieder durch den grinsenden, fetten Chinesen mit Sonnenschirm ersetzt, der es ursprünglich geziert hat. Der Storch wohnt jetzt auf einer wenige Meter entfernt extra für ihn aufgestellten hohen Stange.

 

Moritzburg in klein

Dank Loona-Night wissen wir nun auch von der Existenz einer Miniatur-Ausgabe unseres Lieblingsschlosses. Sie steht im Miniaturenpark Klein-Erzgebirge. Dieses Erlebnis für Groß und Klein liegt in Oederan/Sachsen, das ist zwischen Chemnitz und Freiberg.

 

Heiraten in Moritzburg

Man kann sich in der barocken Schlosskapelle trauen lassen und das Ereignis dann, verpflegt von der im Schloss ansässigen Gastronomie, im sogenannten Monströsensaal standesgemäß feiern - aber vorher ordentlich sparen, gell?

Dazu gibt's auch eine Website:www.heiraten-in-moritzburg.de, die leider bisher nur sehr wenige Informationen bietet. Wenn man schon von selbst auf die Idee gekommen ist, in der Schlosskapelle heiraten zu wollen, braucht man sich diese Seite eigentlich nicht mehr anzusehen.

Auf dieser Seite steht auch nicht, welche horrenden Kosten und vielleicht auch Probleme auf einen zukommen, wenn man in Schloss Moritzburg heiratet. Lest den Erfahrungsbericht von Leona:

"Ich bin ein großer 3HfA . Fan und werde heiraten - meine Brautfrisur wird die von Aschenbrödel sein *freu*! Wir wollten eigentlich in Schloss Moritzburg heiraten. Die Trauung im Schloss kostet aber zusätzlich 500 Euro! Wir finden das sehr übertrieben. Und man sollte schon wirklich mind. 6 Monate vorher den Termin machen. Die sind von März bis Oktober grundsätzlich ausgebucht. (Anm: Daher vermutlich auch der hohe Preis - es gibt scheinbar genug Leute, die soviel Geld für die Saalmiete übrig haben.)

In Moritzburg hatte ich auch das Gefühl, dass man selbst nix zu sagen hat. Wir wollten ja Mai/Juni heiraten. Ich habe im NOVEMBER angerufen und wegen den Terminen gefragt. Abgesehen davon, dass die angeblich schon ALLE Termine ausgebucht hatten, habe ich dann vorsichtshalber fürs historische Rathaus einen haben wollen. Ich habe ungelogen 30 Minuten mit der Dame diskutiert - die wollte mich in den August schieben! Wir wollen aber NICHT August (wegen der Hitze) sondern Mai / Juni... und erst als ich gesagt habe: "Nun, ich muss nicht bei Ihnen heiraten. Wenn Sie keine Termine mehr haben für die beiden Monate, dann kann man es nicht ändern. Das ist nicht schlimm, es gibt sicher noch Standesämter in der Umgebung." (das war noch nicht mal böse gemeint). Auf einmal redet sie schneller als ein Wasserfall dass sie ja da noch was am 18.6. hat und wir gerne....... Komisch auf einmal???? Wir fanden dann aber ein anderes Schloss, wo die Kosten OK waren und es auch noch Termine gab. Den Termin in Moritzburg habe ich abgesagt."

Schade.

 

Link-Auswahl

www.schloss-moritzburg.de
Eine neue, sehr schöne und äußerst informative Seite zum Schloss und den dazugehörenden Anlagen. Hier findet der potenzielle Besucher alle Öffnungszeiten, Führungen (nach Absprache auch individuell!), Sonderveranstaltungen und was das Herz sonst begehrt aus erster Hand. Ich danke Frau Jahn für den freundlichen Hinweis auf diesen sehr gelungenen Internetauftritt!

www.moritzburg.de
Fotos, ausführliche Hintergrundinfos zur Anlage, Öffnungszeiten, Führungen, Sonderausstellungen, Events in Schloss und Umgebung (Konzerte, Hengstparade, Fischzug, ...), die beste Seite für alle, die planen, die Gegend mal zu besuchen (was sich wirklich lohnt!)

www.radeburg-net.de
nett gemachte Seite in der ausführlichen Homepage der Stadt Radeburg bei Dresden, vielfältige links auch in die Umgebung und nach Dresden

www.entdecken.de
unter dem Motto "Sachsen entdecken" aufgemachte Seite mit Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und den wichtigsten Sonderveranstaltungen; für Touristen oder Geschäftsreisende, die sich nicht näher für Hintergründe interessieren, sondern mal sehen wollen, was sich an einem freien Tag anzuschauen lohnen könnte; links zu weiteren Sehenswürdigkeiten, Hotels, Messen usw.

Adresse:
Staatlicher Schlossbetrieb
Schloss Moritzburg
01468 Moritzburg
Tel. 035207/873-0
Fax. 035207/ 873-11

 

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