Libuše Šafránková

* 7.6.1953 in Brno

verheiratet mit dem Schauspieler Josef Abrhám, Mutter von Josef Abrhám jr., Schwester der Schauspielerin Miroslava Šafránková,

1971 Abschluss an der Dramaturgischen Abteilung des Konservatoriums Brno
1971 Erste Filmrolle als Barunka in "Babička"
1972 Eintritt in den Prager Schauspielclub (Činoherní klub) wo sie ihren späteren Mann Josef Abrhám kennen lernt
Seitdem viele Auftritte in Film und Fernsehen und auf Bühnen
1992-1994 Nationaltheater
Danach zweitweise Rückkehr zum Činoherní klub für einige Inszenierungen

 

Libušes Karriere

Libuše Šafránková ist zum Zeitpunkt des Drehs von 3hfa also schon 19 (genau, Ralf!), hättet Ihr das gedacht? Ihre erste Rolle war die Enkelin ("Barunka") der "Babička" in der TV-Adaption des bekanntesten Buches von Božena Němcová. Auf der neuen tschechischen DVD berichtet Václav Vorlíček: "Vor mir stand die wichtige Aufgabe, die Hauptrollen zu besetzen. Ich habe ein ziemlich unmfangreiches Casting für Aschenputtel gehabt und nachdem ich ungefähr 25 bis 30 Mädchen gesehen hatte, fiel mir ein, dass vor drei Jahren in dem Film Barunka die Rolle der Barunka mit einem Mädchen besetzt war, das mittlerweile im richtigen Alter für Aschenputtel sein müsste. Also habe ich Libuše Šafránková eingeladen, sie hat sich das Drehbuch durchgelesen und war ganz angetan. Man sah, dass sie sich mit vollem Elan damit beschäftigen würde. Wir haben einige Probeszenen gedreht und sie hat das Casting gewonnen." So kam es, dass Libuše Šafránková 1972 die weibliche Hauptrolle in 3hfa bekam. Neben ihrer jüngeren Schwester Miroslava ist Libuše 1975 in "Die kleine Meerjungfrau" (nach Hans Christian Andersen) zu sehen und spielt mit Pavel Trávníček 1982 in "Der dritte Prinz".

Neben weiteren Märchen- und Jugendfilmen ist Libuše Šafránková aber auch in "ernsten" Filmen zu sehen, wie z.B. in "Attentat in Sarajevo" (1975) als Jelena. In dem weit über die heutige Tschechische Republik hinaus bekannten, mit dem "Oscar" ausgezeichneten Film "Kolya" (rechts) spielt Libuše die Klara. Für diese Rolle wurde ihr in Tschechien der "Goldene Löwe" verliehen.

Libuše Šafránková dreht immer noch Filme, eine davon ist "Elixír und Halíbela", vorläufig das letzte Märchen, das die Schauspielerin gedreht hat. Darin spielt Libuše die charmante und intelligente Hexe Halíbela, die mit ihrem Sohn Elixír wettet, dass die beiden unausstehlichen, ihnen zur Umerziehung geschickten Prinzessinnen sich nicht ändern werden (natürlich ändern sie sich doch...). Dazu gab Libuše Šafránková der Zeitschrift Televize das folgende Interview:

Interview mit Libuše

"In diesem Märchen spielen Sie eine etwas unkonventionelle gütige Hexe. Gibt es solche Hexen auch in Ihren Vorstellungen?
Hexen stelle ich mir nicht vor, so dass sie für mich keine konkrete Gestalt haben. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich ihnen begegne. Sie sehen wie normale Frauen aus, allerdings können sie zaubern.

Hat es Ihnen gefallen, dass Sie keine Prinzessin, sondern eine Hexe spielen?
Ja, eine Hexe zu spielen, gefällt mir.

Wie war bzgl. dieser Rolle die Reaktion bei Ihnen zu Hause?
Begeisterung, vor allem bei der jüngsten Generation.

Im welchen Maße ist für Sie Weihnachten mit Märchen verbunden?
Unsere ganze große Familie kommt jedes Jahr zusammen und wir feiern traditionell Weihnachten. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass wir uns irgendwann das Fernsehen angeschaltet haben. An diese Art Weihnachten zu feiern bin ich seit meiner Kindheit gewöhnt. Zu Hause in Mähren begingen wir solche klassischen ländlichen Weihnachten. Wir gingen mit der Krippe auf den Friedhof, um dort Weihnachtslieder zu spielen und anschließend in die Mitternachtsmesse. Damit verbinde ich bis heute Weihnachten."

Leider keine Autogramme

Libuše Šafránková ist mit dem Schauspieler Josef Abrhám verheiratet. Beide scheuen die Öffentlichkeit, da es immer wieder zu üblen Aktionen der Boulevardpresse kommt. Erst im November 2002 wurde der Gründer des inzwischen eingestellten Magazins "Super", Jiri Janousek zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, der verbreitet hatte, Libuše sei Alkoholikerin und tyrannisiere ihren Mann. Bei solchen fiesen und haltlosen Angriffen kann man sich nicht wundern, dass man als Fan an die Frau nicht herankommt. So habe ich auch leider keine Autogrammadresse für euch.

Alle meine Lieben

Der neueste (1999) Spielfilm mit Libuše und ihrem Ehemann Josef Abrhám "Alle meine Lieben" (Všichni moji blízcí) spielt 1938 in der Tschechoslowakei kurz vor der Besetzung durch die Nazis. Der Jude Doktor Jakob Silberstein (Abrhám) kauft statt zu fliehen eine große Villa, in die er mit seiner Frau (Šafránková), den Kindern und seinen ekzentrischen aber liebenswerten Brüdern einzieht. Dort geht das Leben weiter, als ob nichts wäre. Erst als die Brutalität der Nazis auch in Silbersteins Haus ausbricht, entscheidet die Familie, wenigstens David, den jüngsten Sohn zu retten. Sie geben ihn in die Obhut von Nicholas Winton (gespielt von dem Engländer Rupert Graves). Nicholas Winton existierte wirklich und rettete 664 jüdische Kinder, die er aus der Tschechoslowakei nach England bringen konnte. Der Film ist wohl sehr gut, aber auch recht traurig, am Ende kommt die gesamte Familie bis auf David um. Er wurde bisher zweimal im ZDF ausgestrahlt, leider immer zu nachtschlafender Zeit.

Leider gibt es die sehr schöne tschechische Fan-Webseite www.cb.ipex.cz/~wendy/actress/ nicht mehr, in deren Gästebuch sich viele rührende Einträge an Libuše persönlich richteten. Das Gästebuch kann man nur noch im Internet-Archiv ansehen (es lohnt sich), danke an Sven (nein, nicht meinen) für den Hinweis. Es gibt auch eine neue Seite mit vielen, vielen Fotos: http://petr-frdlik.net/ls/gallery.htm - danke an Thomas K. für den Tipp!

Große Fotos könnt ihr auch in einer norwegischen Zeitung sehen (Danke an Jim O.!!)
Einen aktuellen Artikel über Libuse auf deutsch findet ihr im Nordkurier (Danke, Carinha!)

 

Filmografie

Jahr Titel deutscher Titel Rolle
1971 Babička (TV) Die Großmutter Barunka
1972 Rodeo
1973 Bakaláři - První pohled (TV)
1973 Přijela k nám pou
1973 Tři oříšky pro Popelku Drei (Hasel)Nüsse für Aschenbrödel Aschenbrödel
1974 Jak utopit doktor Mráčka Wie soll man Dr. Mrácek ertränken? Jana
1975 Sarajevský atentát Der Tag, der die Welt veränderte Jelena
1975 Můj brácha má prima bráchu Mein Bruder hat einen prima Bruder Zuzana
1975 Vivat Benovsky Die Abenteuer des Grafen Benovsky Anna Lentulay
1976 Malá mořská víla Die Kleine Meerjungfrau Prinzessin
1976 Paleta lásky Palette der Liebe
1976 O Terezce a paní Madam (TV)  
1978 Brácha za všechny peníze  
1978 Princ a Večernice Der Prinz und der Abenstern Abendstern
1980 Vrchní, prchni Lauf, Ober, lauf! Vránová
1980 Triptych o láske (TV)    
1981 Křtiny  
1982 Sůl nad zlato Der Salzprinz Prinzessin Maruška
1982 Třetí princ Der Dritte Prinz Prinzessin Milena
1982 Svatební cesta do Jiljí  
1983 Jára Cimrman, ležící, spící   Alzbeta
1983 Slavnosti sněženek Das Wildschwein ist los Lehrerin
1985 Vesničko má, středisková Heimat, süße Heimat Jana Turkova
1986 Zla krev    
1987 Zuřivý reportér Katerina
1988 Cirkus Humberto Zirkus Humberto
1989 Člověk proti zkáze (TV) Vera Hruzová
1989 El mar es azul (Moře je modré)
1991 Žebrácká opera Jenny
1991 Obecná škola Die Volksschule Frau Souckova
1992 Náhrdelník (TV) Die Halskette Josefína Konrádová
1993 Nesmrtelná teta Wettstreit im Schloß Glück
1996 Kolja Klara
1997 Báječná léta pod psa Kvidos Mutter
1997 Dr. Munory a jiní lidé (TV)
1999 Všichni moji blízcí Alle meine Lieben Irma
1999 Návrat ztraceného ráje
2001 Elixír a Halíbela (TV)   Hexe Halíbela
2001 Cetnické humoresky (7 Epsioden 2000 - 2003)
2001 ELFilm Elfe
2003 Stará láska nerezaví (TV)
2004 Falesné obvinení (TV)  
2006 Psí kus (TV) (wird gerade gedreht)
2006 Náves (TV-Serie, darin in der Episode Policejní smyfonie)   Ruzena Slavíková
2007 Anglická rapsodie (ist geplant)


Quellen:

  • INTERNET MOVIE DATABASE(Hg.): Libuse Safránková, Actress – filmography in http://german.Internet Movie Database.com/name/nm0755941/
  • Holger Ebermann: Libuše Šafránková in: Der Tschechisch-Slowakische SerienIndex http://www.geocities.com/phonik2/safrankova2.html
  • Ceské Filomvé Nebe (Hg.): Libsue Safrankova, online unter http://cfn.vsb.cz/cgi-bin/toCP1250/movies/bio/bsafrank.html
  • Helena Herbychová: Tradice je tradice in: Televize 52/01 http://www.televize.cz/2001052/00946756.htm, Übersetzung M. Susewind
  • Infos über "Alle meine Lieben" von der Rupert-Graves-Fanpage http://www.rupert-graves.com/filmography/visc.html
  • Info über den verurteilten Journalisten: Kurzmeldung vom 15.11.2002 Radio Prag, http://www.radio.cz/en/news/34536
  • Bild links von: http://www.ipex.cz/~wendy/actress/munory.htm
  • Bilder auf der rechten Seite von http://www.fw.cz/don/safran
  • Václav Vorlíček in seinem Interview auf der 2002er Ausgabe der tschechischen Film-DVD "Tri oríšky pro Popelku", Zlatý Fond České Kinematografie 2002, übersetzt von Renata Susewind
  • http://www.cb.ipex.cz/~wendy/actress/filmy.htm