Drei Ritte für Aschenbrödel 2002
Am 27. November 2002 erreichte mich eine nette Einladung von der Pressewartin eines Reiterhofs bei Frankfurt

"...Wir sind ein Reitverein in der Nähe von Hanau (www.reitverein-sonnhof.de) und alle Jahre wieder führen wir im Rahmen unserer Weihnachtsfeier ein Stück auf. In diesem Jahr haben wir uns entschieden, "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" als "reiterliche Märchenaufführung" zu bringen..."

3hfa als Reiterspiel? Interessante Idee. Die Aufführung sollte am Sonntag dem 8.12. um 15 Uhr sein. Die nächste Mail klang vielversprechend:

"...Wir sind natürlich alle keine Schauspieler, aber geben uns wirklich viel, viel Mühe insbesondere die Kinder unter unseren Zuschauern zu faszinieren. Außerdem ist so eine weihnachtliche Aufführung immer eine Aktion, die mächtig zusammenschweisst. Aber eigentlich ist das bei unserem Verein gar nicht so sehr nötig ­ wir tun es einfach um unseren Spaß zu haben. Zum Beispiel hat die Voltigiergruppe (die ganz kleinen Kinder) letzten Sonntag die Täubchenkostüme gebastelt: süß! Und die Probe der großen Quadrille hat bei der letzten Probe auch schon prima geklappt: 10 Pferde/Reiter, die auf dem Ball tanzen..."

Voltigierkinder in Täubchenkostümen und tanzende Pferde? Da musste ich hin!

Zuerst bekam ich ein professionell gestaltetes Programmheft dann wurde ich ein bisschen herumgeführt...

 
Der Küchenjunge, ein edles Ross und Reiterin, der prachtvoll gekleidete Erzähler und - die TÄUBCHEN!

Meine Güte, das war ein Gewusel und eine Nervosität! Aber die Kostüme waren traumhaft, die Täubchen zu niedlich und auch noch so liebevoll geschminkt! Die Reithalle füllte sich schnell mit Zuschauern. Und jetzt war ich - soweit überhaupt noch möglich - noch mehr gespannt.

Das Licht wurde gelösch, ein Spot fiel auf den Erzähler - und es begann...

 
"Aschenbrödel lebt bei ihrer bösen Stiefmutter und muss den ganzen Tag lang niedere Arbeiten ausüben, und auch ihre Stiefschwester macht ihr das Leben schwer." "Dora, die Stiefschwester, und die Stiefmutter erhoffen sich, den jungen, hübschen Prinzen kennenzulernen."
"Doch als der Hofstaat eintrifft ist die Enttäuschung groß, denn der Prinz mit seinen Gefährten ist nicht dabei." "Aber bevor der Hofstaat weiterreist, laden Königin und König die Stiefmutter und Dora zum festlichen Ball auf dem Hof ein..."
"Der um den Schuß gebrachte Prinz verfolgt Aschenbrödel und stellt sie zur Rede. Aschenbrödel ist aber um keine Antwort verlegen und kann entfliehen." Der Prinz wird vom Präzeptor (gespielt von Andreas Gerbet, Leiter der Reitschule) davon abgehalten, Aschenbrödel zu folgen.
Aschenbrödel muss fegen, während Dora ihr Ballkleid anprobiert. Die Stiefmutter ist mit Dora einkaufen gefahren und hat für Aschenbrödel Erbsen auf den Boden verstreut. Zum Glück helfen ihr die Täubchen.
"Daraus erzaubert sie Jagdrock und Sattel für Nikolaus, und Aschenbrödel kann an den königlichen Reiterspielen teilnehmen." "Inzwischen laufen bei Hofe die Vorbereitungen für den Ball auf Hochtouren." "Nach getaner Arbeit sucht Aschenbrödel wieder Trost bei Rosalie, die ihr abermals hilft: aus einer Zaubernuß wird ein wunderschönes Ballkleid."

"Der Ball beginnt."

Pferdeballett

"Als der Prinz auf königlichen Wunsch den Ball eröffnen soll, fällt ihm die Wahl schwer, denn keine der anwesenden Damen scheint ihm eine angemessene Partnerin zu sein."
"Fasziniert von ihrer Anmut und Schönheit bittet er sie um den nächsten Tanz und ihre Hand." "Da reitet sie zum Hoftor herein und fragt den Prinzen abermals nach des Rätsels Lösung. Und diesmal kann er es lösen."

Schnüff!! Leider nicht mehr fotografieren konnte ich die wunderschöne und besonders romantische Pas de Deux, die Ann-Katrin Rogowski (Aschenbrödel) und Jörg Versteegen (Prinz) nach ihrer glücklichen Zusammenkunft auf den edlen Rössern Churchill (Nikolaus) und Dressman noch vorführten. Da waren die -zig Kinder mal still und einige Erwachsene wischten sich die Augen.

Der tosende Applaus musste warten, bis die beiden Pferde die Halle verlassen hatten. Dann ließ das durchgefrorene Publikum das Ensemble wissen, wie ihm das Weihnachtsspiel gefallen hatte.

Am 24.12. titelt die "Maintaler Zeitung":

Pferde, Ponys und ein paar Reiter in Kostümen?
Märcheninszenierung des Reitverein Maintal Sonnhof e.V. und der Reitschule beeindruckte durch Professionalität und zauberhafte Ausstattung. Weit über dreihundert Gäste besuchten die Aufführung, die mit großem Aufwand als Pferdeshow „Drei Ritte für Aschenbrödel“ umgearbeitet wurde.

Nä, wor dat schön - wie man in Köln sagt...