Die Zeit rennt - schon sind vier Wochen rum und die zweite
Aschenbrödel-Party naht - hurra!
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Wir fangen auch diesmal schon am
Freitag abend an. 17 Uhr war Anreise, aber diesmal sind Sven und
ich die ersten. Wir beziehen unser Zimmer im Torhaus (danke, liebe
Sagafes, dass wir das immer dürfen!) mit Blick auf den Burghof,
aber trotzdem entgehen uns fast alle, die nicht zu den drei anderen
Gruppen gehören, die an diesem Abend ebenfalls anreisen. So
schleppt Karsten erst mal das Gepäck in die Hauptburg - um
oben angekommen festzustellen, dass er unten neben uns im Torhaus
wohnen soll. Ups - tut mir Leid. |
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Abendessen gibt's in "Freiheit
Bilstein". Und diesmal müssen wir zum Tanzworkshop hier
bleiben. Die Feierhalle ist durch eine Weinprobe belegt. Ideal ist
das nicht, der kleine CD-Spieler scheppert, die Akustik ist durch
die Fliesen und Klinker ziemlich schlecht und erst nachdem wir ein
paar Tische gestapelt haben, haben wir genug Platz. |
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Aber das ist gar nicht so schlimm, denn um
22 Uhr dürfen wir doch runter in den schön vorgeheizten
großen Saal, wo wir alle Weinreste verkosten (= austrinken)
dürfen - da freuen sich die Mädels aus Magdeburg! Frau
Sagafe schenkt uns dann auch noch zwei Platten Canapés, die
in der Kühlung übrig geblieben sind. Wir bitten sie, die
zu berechnen, aber sie weigert sich. "Die würden wir sonst
nur wegwerfen." Super! |
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Wir toben uns erst mal richtig aus mit "Kleinröschens
Charme". Plötzlich verkündet Hildegard, dass sie
ihre Querflöte dabei habe. Sie lerne seit kurzem und habe ein
paar Lieder dabei, ob wir darauf vielleicht Lust hätten? So
eine Frage - natürlich!
Hildegard verzaubert uns mit ein paar irischen
Volksweisen und wir können nicht fassen, dass sie erst seit
einem halben Jahr Flöte spielt! |
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Ich habe inzwischen die Anforderungen ein bisschen höher
geschraubt: die Freitagsgäste sollen am Samstag den Ball
mit einem besonderen Tanz eröffnen. Das braucht Übung.
Wir verbringen den ganzen Abend mit dem leckeren Wein und frischen
unsere Tanzkenntnisse auf. In den Verschnaufpausen kommen wir
ins Gespräch und vor allem Anjas und Simones Geschichten
bringen wohl so einige zum Nachdenken.
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Der nächste Tag startet mit dem Frühstück,
das wir in der Feierhalle einnehmen dürfen, die uns nun ganz
gehört.
Marco hat ein Spiel dabei, das er bald auf einer Spielemesse vorstellen
soll und findet gleich interessierte Mitspieler, an denen er seine
Erklärkünste üben kann. Hildegard und ich gehen spazieren
und Torsten pflegt seine Simone, die sich schon am Vorabend nicht
gut fühlte. |
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Am Nachmittag treffen ziemlich pünktlich zum Tanzworkshop
die meisten anderen Leute ein. Wie bestellt hat es ein bisschen
geschneit und die märchenhafte Atmosphäre sorgt gleich
für gute Stimmung.
"Kleinröschens Charme" braucht sofort die ganze
Länge der Feierhalle. Wir tanzen uns zu dem scheppernden
kleinen CD-Spieler warm, während Sven versucht, zwischen
den Tanzenden hindurch die 5.1-Anlage (vom Aldi) aufzubauen. Gar
nicht so einfach.
Die Chapelloise wird in zwei Kreise geteilt. Einige erinnern
sich noch recht gut vom letzten Jahr. Wie schön, denn wir
haben ein ordentliches Pensum vor! Neulinge, die nach der Kaffeepause
nicht pünktlich zurück kommen, müssen sehen, wo
sie einsteigen, da sind wir gnadenlos. Aber auf dem Ball wird
ja später auch noch mal der eine oder andere Tanz erklärt.
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Um 17 Uhr müssen wir die Feierhalle für
den Abend fertig machen. Wie immer schaut man mal kurz nicht hin
und ZACK stehen alle Tische und Stühle in Reih und Glied und
die Tischdecken fliegen nur so. Inzwischen bin ich nicht mehr ganz
so schockiert darüber, wie beim ersten Mal ;-)
Hardy ist auch noch gekommen und sorgt dekotechnisch
für den letzten Schliff. |
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Dann heißt es umziehen. Da wir am Vorabend
nicht in die Feierhalle konnten, konnte Sven kaum an der Technik
feilen und muss das jetzt machen. Es kommen auch immer noch einzelne
Nachzügler und so teilen wir uns zum Umziehen auf. Es macht
sich bemerkbar, dass wir doppelt so viele sind, wie Anfang Januar
und wir schaffen es nicht, Sven rechtzeitig als Präzeptor in
die Tür zu stellen. Egal. |
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| Zurück in der Feierhalle erstrahlt nun der Glanz
von Samt und Seide, Spitzen, Tüll, Goldborten, polierten Stiefeln,
glitzerndem Schmuck, die Locken kringeln sich, die Federn wippen,
es ist eine Pracht! |
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Wir haben zwei Stargäste: Astrid
und Dieter Wilhelm aus Potsdam wollten schon immer mal zur
Aschenbrödel-Party kommen und diesmal haben sie es wahr gemacht
(links)!
Und noch etwas ist besonders an diesem Abend: Der WDR (der beste
Sender der Welt) möchte uns für seine Weihnachtskampagne
2009 filmen.
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Nachdem das geklärt ist, wird der Ball
feierlich eröffnet von den Freitagstänzern, die innerhalb
von einer Stunde die majestätische Pavane d'Honneur gelernt
haben und perfekt aufführen. Besonders mutig sind Bernadette
und Marco, die ganz vorne tanzen und sich nicht an irgendwem anders
orientieren können. Spezielle Schritte müssen genau im
Takt gemacht werden und das über Minuten - aber die zwölf
Tänzer sind absolut synchron. Sogar Simone, die beim Training
krank war, ist fehlerlos dabei.
Ich bin ja so stolz auf euch! |
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Es darf getrunken werden!
Und das vorzügliche "Büfett" ist auch eröffnet. |
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Bevor wir im Anschluss an das köstliche
Mahl zur Filmvorführung schreiten, hat die Festgesellschaft
das große Vergnügen, den Wilhelms zu lauschen, die erklären,
warum sie eigentlich hier sind.
Ich hoffe, Herr Wilhelm, ihr Talent liegt im realen
Leben nicht brach - Sie sind der geborene Redner. |
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Aaaah! Wie schön. Wir sind satt, es ist
warm, wir haben nette Tischnachbarn und uns schon gut unterhalten.
Nun wird das Licht gelöscht und beim Schein der goldenen Kerzenleuchter
versinken wir in unserem Lieblingsmärchen.
Dass die meisten das über Weihnachten schon
(mehrfach) gesehen haben, ist uns total egal und außerdem
ja auch schon wieder einige Wochen her. |
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Sven und ich nutzen die Gunst der Stunde, uns
dem WDR zur Verfügung zu stellen. Das ist gar nicht so einfach,
denn der dreht in "Freiheit Bilstein" und nebenan tobt
eine Kindergruppe durch die Burg. Der Tonmann ist rechtschaffen
verzweifelt. Aber schließlich wird es doch noch was.
Ich renne runter zur Feierhalle. Nur nicht zu spät
zum Quiz kommen und vielleicht kann ich ja noch das Finale sehen. |
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Das Quiz ist ganz schön vertrackt. Und die Auflösung hat
es auch in sich. Die Punkte zweier Damen liegen ganz dicht beieinander
und ich muss mir die Lösungen wirklich gründlich durchlesen
aber dann steht fest: Mit knappem Vorsprung gewinnt Manja! |
| So, jetzt aber weg mit den Tischen, wir wollen tanzen! Schließlich
ist das hier ein Ball! |
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"Kleinröschens
Charme" ist einfach, schweißtreibend und absolut
lustig. Jedes Paar muss, wenn es vorne angekommen ist, durch die
Mitte bis ans andere Ende der Tanzgesellschaft laufen und die anderen
machen sich einen Spaß daraus, die Reihen zu schließen.
Nicht so leicht (trotz der noch frühen Stunde):
Die Damen mit auf die alte Seite zu nehmen. Tja, da gibt man den
Herren EINMAL ein bisschen Verantwortung... |
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Es folgt - dieses Jahr neu im Programm - die Schiarazula Marazula,
kurz "Schnipstanz" genannt. Ein eher bäurischer
Kreistanz - igitt, wie unvornehm. Macht aber Laune und wer will
schon dauernd nur elegant schreiten.
Das geht auch gar nicht, wenn die Musik immer schneller wird...
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Obwohl Sven in jedem Jahr der kalte Schweiß
dabei ausbricht, weil es immer so eng wird und die Tendenz hat,
dass sich alle in der Mitte treffen und auf die Füße
treten: die Jig-Chapelloise ist einfach
unverzichtbar. |
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Kleines Päuschen an der frischen Luft...
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Nach dem ersten Set von drei Tänzen haben
wir uns das Gruppenfoto vorgenommen. Es dauert ganz schön,
sechzig Leute zu sortieren. |
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Schließlich stellen wir eine Reihe Stühle
vor die Stehenden und davor müssen sich noch Leute hinhocken.
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| Puh, das war anstrengend. Auflockerung bringt der Wickler. Der Tanz
zu dritt ist auch neu in diesem Jahr und wird die Feiernden noch an
ihre Grenzen führen... |
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Kleinröschens Charme wirkt dagegen wie Erholung. |
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Für alle, die uns zum ersten Mal besuchen
(viele sind es ja nicht) ist es nun Zeit, etwas Neues zu lernen.
Die Männerquote ist erfreulich hoch und während uns das
sonst immer egal ist, ist der romantische Aschenbrödeltanz
doch eher etwas für Verliebte - den sollte man lieber mit dem
Partner, als mit der besten Freundin tanzen. Habt ihr gehört,
ihr zu Hause gebliebenen Ehemänner, Freunde und Verlobten?! |
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Das war zu viel Romantik. Jetzt aber raus an die frische Luft
- oder gleich nach oben und der Dame höflich den Saum gehalten!
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Während wir tanzen, verschwinden unbemerkt
immer mal wieder Leute, die sich bereit erklärt haben, beim
WDR vor die Kamera zu treten. Die lärmenden Kinder sind hoffentlich
im Bett (nicht wirklich) und die Greenscreen wird später noch
mit Filmszenen oder Szenen von unserem Fest gefüllt.
Wir machen nach dem zweiten Tanzset jedenfalls
den Kostümwettbewerb. Mit großen Vorsprung und absolut
verdient gewinnen Oliver und Hildegard. Aber da wir noch Geschenke
übrig haben und es einige Menschen gab, die auch eine vorzeigbare
Anzahl an Stimmen bekommen haben, können wir noch Kathrin als
Jagd-Aschenbrödel, Marika als Rosalie und Hardy als Braut sozusagen
als zweite Gewinner küren. |
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Herzlichen
Glückwunsch! Aber nun wird wieder das Tanzbein geschwungen -
nicht herum gesessen! |
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So
langsam lässt die Kraft nach - kein Wunder, es ist schon fast
halb drei!
Aber haben wir genug? NEIN! |
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Chapelloise geht immer, aber dann? Man verlangt den Wickler.
Bei dem Wunsch hört man aus dem Pubblikum das eine oder andere
entsetzte Stöhnen. Im Kreis hüpfen, wickeln und schließlich
rennen um die Uhrzeit noch? Wisst ihr eigentlich, dass wir um
15 Uhr damit angefangen haben?? Das ist schlappe zwölf Stunden
her!
Einige kann das gar nicht schrecken.
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Aber viele sind auch schon im Bett. Die Verbliebenen rücken
vor dem Kamin zusammen.
Und immer noch können einige tanzen! |
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Während
die Feierhalle sich zusehends leert, freuen sich die Magdeburger Damen,
dass sie zu dritt angereist sind - genug für eine Runde Wickler! |
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Irgendwann ist es dann aber gut. Sven und ich können auch
nicht mehr - obwohl wir die eine oder andere Pause eingelegt und
mit der Fernbedienung in der Hand neben der Musikanlage gesessen
haben.
Es ist früher Sonntagmorgen und wenn man so weit über
30 ist, wie wir, dann freut man sich über ein paar Stündchen
Schlaf.
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Prinzipiell stehe ich nicht vor 9 Uhr auf. Da wir bis 12 frühstücken
dürfen, ist das auch nicht nötig - finde ich.
Das Aufräumen klappt mal wieder hervorragend und alle treffen
sich in der Hauptburg wieder, wo wir im großen Rittersaal
frühstücken dürfen. |
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Sogar
Hardy hat diesmal weder lange geschlafen, noch ganz alleine die Feierhalle
aufgeräumt! |
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Langschläfer sind aber auch dabei...
Andere haben die Nase immer noch nicht voll und ein Tänzchen
zum Abschluss in der Feierhalle ist ja wohl noch drin. |
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Dann aber müssen wir Abschied nehmen. Die
Koffer werden verladen, Adressen ausgetauscht und die letzte Bettwäsche
zurück gebracht.
Auf Wiedersehen Burg Bilstein! |
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