2009.2

Christian G., Henry, Marika und Katharina, Petra und Gabrielle, Sandra und Karsten, Wencke und Björn, - danke für eure Fotos!!

Die Zeit rennt - schon sind vier Wochen rum und die zweite Aschenbrödel-Party naht - hurra!

 

Wir fangen auch diesmal schon am Freitag abend an. 17 Uhr war Anreise, aber diesmal sind Sven und ich die ersten. Wir beziehen unser Zimmer im Torhaus (danke, liebe Sagafes, dass wir das immer dürfen!) mit Blick auf den Burghof, aber trotzdem entgehen uns fast alle, die nicht zu den drei anderen Gruppen gehören, die an diesem Abend ebenfalls anreisen. So schleppt Karsten erst mal das Gepäck in die Hauptburg - um oben angekommen festzustellen, dass er unten neben uns im Torhaus wohnen soll. Ups - tut mir Leid.
Abendessen gibt's in "Freiheit Bilstein". Und diesmal müssen wir zum Tanzworkshop hier bleiben. Die Feierhalle ist durch eine Weinprobe belegt. Ideal ist das nicht, der kleine CD-Spieler scheppert, die Akustik ist durch die Fliesen und Klinker ziemlich schlecht und erst nachdem wir ein paar Tische gestapelt haben, haben wir genug Platz.
Aber das ist gar nicht so schlimm, denn um 22 Uhr dürfen wir doch runter in den schön vorgeheizten großen Saal, wo wir alle Weinreste verkosten (= austrinken) dürfen - da freuen sich die Mädels aus Magdeburg! Frau Sagafe schenkt uns dann auch noch zwei Platten Canapés, die in der Kühlung übrig geblieben sind. Wir bitten sie, die zu berechnen, aber sie weigert sich. "Die würden wir sonst nur wegwerfen." Super!

Wir toben uns erst mal richtig aus mit "Kleinröschens Charme". Plötzlich verkündet Hildegard, dass sie ihre Querflöte dabei habe. Sie lerne seit kurzem und habe ein paar Lieder dabei, ob wir darauf vielleicht Lust hätten? So eine Frage - natürlich!

Hildegard verzaubert uns mit ein paar irischen Volksweisen und wir können nicht fassen, dass sie erst seit einem halben Jahr Flöte spielt!

Ich habe inzwischen die Anforderungen ein bisschen höher geschraubt: die Freitagsgäste sollen am Samstag den Ball mit einem besonderen Tanz eröffnen. Das braucht Übung.

Wir verbringen den ganzen Abend mit dem leckeren Wein und frischen unsere Tanzkenntnisse auf. In den Verschnaufpausen kommen wir ins Gespräch und vor allem Anjas und Simones Geschichten bringen wohl so einige zum Nachdenken.

Der nächste Tag startet mit dem Frühstück, das wir in der Feierhalle einnehmen dürfen, die uns nun ganz gehört.

Marco hat ein Spiel dabei, das er bald auf einer Spielemesse vorstellen soll und findet gleich interessierte Mitspieler, an denen er seine Erklärkünste üben kann. Hildegard und ich gehen spazieren und Torsten pflegt seine Simone, die sich schon am Vorabend nicht gut fühlte.

Am Nachmittag treffen ziemlich pünktlich zum Tanzworkshop die meisten anderen Leute ein. Wie bestellt hat es ein bisschen geschneit und die märchenhafte Atmosphäre sorgt gleich für gute Stimmung.

"Kleinröschens Charme" braucht sofort die ganze Länge der Feierhalle. Wir tanzen uns zu dem scheppernden kleinen CD-Spieler warm, während Sven versucht, zwischen den Tanzenden hindurch die 5.1-Anlage (vom Aldi) aufzubauen. Gar nicht so einfach.

Die Chapelloise wird in zwei Kreise geteilt. Einige erinnern sich noch recht gut vom letzten Jahr. Wie schön, denn wir haben ein ordentliches Pensum vor! Neulinge, die nach der Kaffeepause nicht pünktlich zurück kommen, müssen sehen, wo sie einsteigen, da sind wir gnadenlos. Aber auf dem Ball wird ja später auch noch mal der eine oder andere Tanz erklärt.

Um 17 Uhr müssen wir die Feierhalle für den Abend fertig machen. Wie immer schaut man mal kurz nicht hin und ZACK stehen alle Tische und Stühle in Reih und Glied und die Tischdecken fliegen nur so. Inzwischen bin ich nicht mehr ganz so schockiert darüber, wie beim ersten Mal ;-)

Hardy ist auch noch gekommen und sorgt dekotechnisch für den letzten Schliff.

Dann heißt es umziehen. Da wir am Vorabend nicht in die Feierhalle konnten, konnte Sven kaum an der Technik feilen und muss das jetzt machen. Es kommen auch immer noch einzelne Nachzügler und so teilen wir uns zum Umziehen auf. Es macht sich bemerkbar, dass wir doppelt so viele sind, wie Anfang Januar und wir schaffen es nicht, Sven rechtzeitig als Präzeptor in die Tür zu stellen. Egal.
Zurück in der Feierhalle erstrahlt nun der Glanz von Samt und Seide, Spitzen, Tüll, Goldborten, polierten Stiefeln, glitzerndem Schmuck, die Locken kringeln sich, die Federn wippen, es ist eine Pracht!

Wir haben zwei Stargäste: Astrid und Dieter Wilhelm aus Potsdam wollten schon immer mal zur Aschenbrödel-Party kommen und diesmal haben sie es wahr gemacht (links)!

Und noch etwas ist besonders an diesem Abend: Der WDR (der beste Sender der Welt) möchte uns für seine Weihnachtskampagne 2009 filmen.

Nachdem das geklärt ist, wird der Ball feierlich eröffnet von den Freitagstänzern, die innerhalb von einer Stunde die majestätische Pavane d'Honneur gelernt haben und perfekt aufführen. Besonders mutig sind Bernadette und Marco, die ganz vorne tanzen und sich nicht an irgendwem anders orientieren können. Spezielle Schritte müssen genau im Takt gemacht werden und das über Minuten - aber die zwölf Tänzer sind absolut synchron. Sogar Simone, die beim Training krank war, ist fehlerlos dabei.
Ich bin ja so stolz auf euch!

Es darf getrunken werden!

Und das vorzügliche "Büfett" ist auch eröffnet.

Bevor wir im Anschluss an das köstliche Mahl zur Filmvorführung schreiten, hat die Festgesellschaft das große Vergnügen, den Wilhelms zu lauschen, die erklären, warum sie eigentlich hier sind.

Ich hoffe, Herr Wilhelm, ihr Talent liegt im realen Leben nicht brach - Sie sind der geborene Redner.

Aaaah! Wie schön. Wir sind satt, es ist warm, wir haben nette Tischnachbarn und uns schon gut unterhalten. Nun wird das Licht gelöscht und beim Schein der goldenen Kerzenleuchter versinken wir in unserem Lieblingsmärchen.

Dass die meisten das über Weihnachten schon (mehrfach) gesehen haben, ist uns total egal und außerdem ja auch schon wieder einige Wochen her.

Sven und ich nutzen die Gunst der Stunde, uns dem WDR zur Verfügung zu stellen. Das ist gar nicht so einfach, denn der dreht in "Freiheit Bilstein" und nebenan tobt eine Kindergruppe durch die Burg. Der Tonmann ist rechtschaffen verzweifelt. Aber schließlich wird es doch noch was.

Ich renne runter zur Feierhalle. Nur nicht zu spät zum Quiz kommen und vielleicht kann ich ja noch das Finale sehen.

Das Quiz ist ganz schön vertrackt. Und die Auflösung hat es auch in sich. Die Punkte zweier Damen liegen ganz dicht beieinander und ich muss mir die Lösungen wirklich gründlich durchlesen aber dann steht fest: Mit knappem Vorsprung gewinnt Manja!
So, jetzt aber weg mit den Tischen, wir wollen tanzen! Schließlich ist das hier ein Ball!

"Kleinröschens Charme" ist einfach, schweißtreibend und absolut lustig. Jedes Paar muss, wenn es vorne angekommen ist, durch die Mitte bis ans andere Ende der Tanzgesellschaft laufen und die anderen machen sich einen Spaß daraus, die Reihen zu schließen.

Nicht so leicht (trotz der noch frühen Stunde): Die Damen mit auf die alte Seite zu nehmen. Tja, da gibt man den Herren EINMAL ein bisschen Verantwortung...

Es folgt - dieses Jahr neu im Programm - die Schiarazula Marazula, kurz "Schnipstanz" genannt. Ein eher bäurischer Kreistanz - igitt, wie unvornehm. Macht aber Laune und wer will schon dauernd nur elegant schreiten.

Das geht auch gar nicht, wenn die Musik immer schneller wird...

Obwohl Sven in jedem Jahr der kalte Schweiß dabei ausbricht, weil es immer so eng wird und die Tendenz hat, dass sich alle in der Mitte treffen und auf die Füße treten: die Jig-Chapelloise ist einfach unverzichtbar.

 

Kleines Päuschen an der frischen Luft...

Nach dem ersten Set von drei Tänzen haben wir uns das Gruppenfoto vorgenommen. Es dauert ganz schön, sechzig Leute zu sortieren.
Schließlich stellen wir eine Reihe Stühle vor die Stehenden und davor müssen sich noch Leute hinhocken.
Puh, das war anstrengend. Auflockerung bringt der Wickler. Der Tanz zu dritt ist auch neu in diesem Jahr und wird die Feiernden noch an ihre Grenzen führen...

Kleinröschens Charme wirkt dagegen wie Erholung.

Für alle, die uns zum ersten Mal besuchen (viele sind es ja nicht) ist es nun Zeit, etwas Neues zu lernen. Die Männerquote ist erfreulich hoch und während uns das sonst immer egal ist, ist der romantische Aschenbrödeltanz doch eher etwas für Verliebte - den sollte man lieber mit dem Partner, als mit der besten Freundin tanzen. Habt ihr gehört, ihr zu Hause gebliebenen Ehemänner, Freunde und Verlobten?!

Das war zu viel Romantik. Jetzt aber raus an die frische Luft - oder gleich nach oben und der Dame höflich den Saum gehalten!

Während wir tanzen, verschwinden unbemerkt immer mal wieder Leute, die sich bereit erklärt haben, beim WDR vor die Kamera zu treten. Die lärmenden Kinder sind hoffentlich im Bett (nicht wirklich) und die Greenscreen wird später noch mit Filmszenen oder Szenen von unserem Fest gefüllt.

Wir machen nach dem zweiten Tanzset jedenfalls den Kostümwettbewerb. Mit großen Vorsprung und absolut verdient gewinnen Oliver und Hildegard. Aber da wir noch Geschenke übrig haben und es einige Menschen gab, die auch eine vorzeigbare Anzahl an Stimmen bekommen haben, können wir noch Kathrin als Jagd-Aschenbrödel, Marika als Rosalie und Hardy als Braut sozusagen als zweite Gewinner küren.

Herzlichen Glückwunsch! Aber nun wird wieder das Tanzbein geschwungen - nicht herum gesessen!

So langsam lässt die Kraft nach - kein Wunder, es ist schon fast halb drei!

Aber haben wir genug? NEIN!

Chapelloise geht immer, aber dann? Man verlangt den Wickler. Bei dem Wunsch hört man aus dem Pubblikum das eine oder andere entsetzte Stöhnen. Im Kreis hüpfen, wickeln und schließlich rennen um die Uhrzeit noch? Wisst ihr eigentlich, dass wir um 15 Uhr damit angefangen haben?? Das ist schlappe zwölf Stunden her!

Einige kann das gar nicht schrecken.

Aber viele sind auch schon im Bett. Die Verbliebenen rücken vor dem Kamin zusammen.

Und immer noch können einige tanzen!

Während die Feierhalle sich zusehends leert, freuen sich die Magdeburger Damen, dass sie zu dritt angereist sind - genug für eine Runde Wickler!

Irgendwann ist es dann aber gut. Sven und ich können auch nicht mehr - obwohl wir die eine oder andere Pause eingelegt und mit der Fernbedienung in der Hand neben der Musikanlage gesessen haben.

Es ist früher Sonntagmorgen und wenn man so weit über 30 ist, wie wir, dann freut man sich über ein paar Stündchen Schlaf.

Prinzipiell stehe ich nicht vor 9 Uhr auf. Da wir bis 12 frühstücken dürfen, ist das auch nicht nötig - finde ich.

Das Aufräumen klappt mal wieder hervorragend und alle treffen sich in der Hauptburg wieder, wo wir im großen Rittersaal frühstücken dürfen.

Sogar Hardy hat diesmal weder lange geschlafen, noch ganz alleine die Feierhalle aufgeräumt!

Langschläfer sind aber auch dabei...

Andere haben die Nase immer noch nicht voll und ein Tänzchen zum Abschluss in der Feierhalle ist ja wohl noch drin.

Dann aber müssen wir Abschied nehmen. Die Koffer werden verladen, Adressen ausgetauscht und die letzte Bettwäsche zurück gebracht.

Auf Wiedersehen Burg Bilstein!

 

Und auf Wiedersehen im nächsten Jahr, ihr lieben, engagierten, gut gelaunten Tanzverrückten!!

Wenn's nach mir ginge, könnte zwölfmal im Jahr Januar sein...