Am 13. Janaur 2007 feierten wir mit 50 Leuten zum fünften Mal
auf Burg Bilstein eine Aschenbrödel-Party!

Für Fotos ganz lieben Dank an Enrico, Sonja C., Susanne T., Wencke H. Sandra F., Claudia S., Silke R. und besonderen Dank an Oliver Stratmann!!

Dieser Artikel ist meine ganz persönliche Rückschau auf die Party. Im Forum findet ihr die Meinungen und Eindrücke einiger Menschen, die dabei waren. Ich bedanke mich ganz herzlich für die aussagekräftigen und netten Einträge dort!! Ihr dürft aber auch ruhig etwas negatives schreiben ;-)

Diesmal fing die Party schon um 17 Uhr an, denn wir wollten unbedingt den Aschenbrödel-Triathlon wieder machen, und hatten uns überlegt, dass er doch ruhig als erstes statt finden könnte - sozusagen als Einstieg. Denn wir wussten: die ersten Gäste kommen schon früher! Und genauso war es auch. Noch in Zivil durften wir Manja kennen lernen, die aus Pößneck stammt, 35 km südlich von Jena, Anja und Enrico, die von Anja noch vor ihrer Hochzeit angemeldet worden waren, Wencke, die gleich anfing, zu fotgrafieren und zu filmen. Und natürlich war auch Susanne T. aus Körle wieder ganz früh da.

Und alle fragten, ob sie was helfen könnten. Tja, irgendwas ist ja immer noch zu tun, also gerne! Ganz selbstverständlich übernahm Manja die Kerzen. Hardy, der für uns die Tische und die Halle dekoriert, kam recht spät und entschuldigte sich unnnötigerweise - wir sind ja froh, dass du das überhaupt machst!! Hardy war ganz schön im Stress und stürzte sich sofort in die Dekorationsarbeiten. Susanne T. half ihm bei der Tischdeko und Anke aus Haltern mit der zweiten Susanne (H.) halfen Hardy, Tannengirlanden aufzuhängen. Erst als er fertig war, nahm er sich die Zeit, seine Sachen aus dem Auto zu holen und sein Zimmer zu beziehen.

Dabei war mir doch tatsächlich ein Lapsus passiert: Ich hatte fälschlicherweise Silke und Uta in Hardys Zimmer einquartiert, die dort auch schon alles ausgepackt und die Betten bezogen hatten. Dass es sich bei dem Raum nicht um ein Sechser- sondern ein Zweierzimmer handelte, merkte ich erst, als die beiden anderen Damen, Sonja und Katja, die auch in dem Zimmer eingeplant waren, zurückkamen und meinten, da wären ja nur zwei Betten und außerdem schon zwei andere Frauen drin. Ups. Da hatte ich mich wohl vertan, es half nichts, alle vier mussten in das Sechserzimmer, sonst würden wir mit den Zimmern nicht auskommen. Katja und Sonja übernahmen es freundlicherweise, die schlechte Nachricht Uta und Silke zu überbringen (oder war es genau andersherum? Jedenfalls die vier waren betroffen), die nun wieder alles zusammenpacken und ein paar Türen weiter gehen mussten. Ich habe später über diesen Zwischenfall nichts mehr von den vieren gehört und hatte es selber ein paar Minuten später völlig vergessen. Aber es scheint ja alles geklappt zu haben.

Rechts übrigens Sebastian, der Glitzerprinz, und Gunhilt. Gunhilt hätte eigentlich am Samstag bei der Inventur mitmachen müssen, wollte aber unbedingt zur 3hfa-Party. So hatte sie die Inventur auf Sonntag verschoben, und ihre Kolleginnen waren so nett gewesen, Gunhilt zuliebe Sonntags zu arbeiten obwohl es in dem Fall keinen Sonntagszuschlag gab. Das find ich super, solche Kolleginnen wünscht man sich!

Inzwischen kamen immer mehr Gäste an und bestaunten die schöne Burg. Die meisten waren natürlich noch nicht kostümiert, nur Oliver hatte einen riesigen Stiefmutter-Hut auf, fast so groß wie das Original und richtig Ehrfurcht einflößend! Er hatte ihn selber gebaut, sagte aber, dass er auf der Party nicht als Stiefmutter erscheinen würde. Als was, das wollte er aber nicht veraten.

 

Die Gäste bekamen ihren Schlüssel, den Namen ihres Zimmers, das sie in einigen Fällen mit anderen teilen mussten - so hatten wir vier alleinstehende Damen, die gemeinsam ein 10-Bett-Zimmer im Fachwerkhaus neben der Feierhalle nutzten. Dazu gehörte Sabine, die das Kleid ihrer Mutter, das die schon als Kind heiß geliebt hatte, von einer Schneiderin hatte umarbeiten lassen zu diesem Traum in blau mit üppigen Volants und feinen Schleppärmeln.

Die Bettwäsche gab es diesmal im Haupthaus (dann wusste man auch gleich, wo sie am nächsten Morgen wieder hin gehörte) und die wichtigsten Hausregeln und Antworten auf immer wiederkehrende Fragen hatten Sven und ich für jeden kopiert. Wenn ich mal abgelenkt war, übernahm Susanne T. die Herausgabe der Schlüssel und das Erklären, wo die Bettwäsche ist. Klasse, danke!

So konnten wir alle irgendwann zwischendurch mal die Betten beziehen, uns selber umziehen und zusehen, wie sich die Feierhalle mit festlich gewandeten Menschen füllte. Und da war auch der Mann mit dem großen Stiefmutterhut wieder - nur ohne Stiefmutterhut. Stattdessen trug er ein SEHR original aussehendes Aschenbrödel-auf-der-Jagd-Kostüm - seine Schwester war als rosa Ballaschenbrödel auch nicht zu verachten.

Ebenfalls als Aschenbrödel-auf-dem-Ball hatte die eben noch blonde Manja plötzlich braune Haare - welch Aufopferung, den ganzen Abend eine Perücke zu tragen! Da war sie zwar nicht die erste, aber mich juckt der Kopf trotzdem schon bei dem Gedanken daran. Manjas eigene Haare waren nicht etwa hässlich, aber sie fand, ein blondes Aschenbrödel, das ginge nicht. Wencke als armes Aschenbrödel teilte mit Manja das Zimmer und stellte sich für vorher-nach-Fotos zur Verfügung. Sie hatte ihre Schuhe (leider nicht im Bild) aus Leder, das über dem Fuß zusammengeschnürt war, selber angefertigt - ohne sowas schon mal gemacht zu haben.

An ihre Haarfarbe hatte Julie offenbar keine Gedanken verschwendet. Sie hatte stattdessen sehr viel Mühe in den Stoff ihres Ballkleides investiert. Der war nämlich aus Duisburg, also eigentlich aus China, aber nur in Duisburg gab es den Importeur, so dass Julie und ihre Mutter Anke noch Stoff holen fahren mussten. Anke erzählte, dass Julie sie ganz verrückt gemacht hatte mit ihrem Perfektionismus und es immer noch eine Feinheit gab, bei der sie Julie noch helfen musste. Trotzdem hatte auch Anke ein wunderschönes blaues Kleid an mit einer kostbaren Borte und dem geschickten Einsatz einer breit verbrämten Gardine. Nur die Haare! Eine blonder als die andere mit hübschen Locken strahlten Anke und Julie um die Wette. Ob das gut gehen würde?

Eine Überraschung hielt dieses Aschenbrödel (links) im Laufe des Abends noch für uns bereit. Man beachte zunächst einmal die Taube an Silkes Handgelenk!

Gegen 17 Uhr erklärten Sven und ich kurz mal den Aschenbrödel-Triathlon und machten einmal nicht besonders erfolgreich vor, wie die drei Disziplinen zu bewältigen waren. Die Regeln sind eigentlich ganz einfach und wir hatten uns gedacht, dass die Gäste das bestimmt auch schaffen, ohne dass wir ständig daneben stehen. Und genau so war es auch. Es fand sich immer jemand, der die Waage bediente, die Zeit nahm oder die Pfeile wieder aufsammelte. Nach und nach trafen auch die letzten Nachzügler ein, und die beiden Journalistinnen (von der WELT kompakt und von der Westfalenpost) führten sehr höflich und zurückhaltend ihre Interviews - jedenfalls habe ich das so von den Befragten gehört. Die, die schon da und verkleidet waren, bemühten sich nun, möglichst viele Punkte beim Triathlon zu erreichen.

Das war gar nicht so einfach. Man brauchte einen Partner und zusammen musste man sich erst mal einen Laufzettel holen und einen Stift organisieren. Als erste Disziplin wartete - wie sich das geghört - die Arbeit. Die beiden Athleten schlüpften in die Rolle von zwei Aschenbrödels und mussten Erbsen und Mais sortieren. Natürlich kamen auch unseren Gästen die Täubchen zu Hilfe, nur dass es sich dabei um weiße Handschuhe handelte - mit Knopfaugen und drei auf den Handrücken aufgenähten und nach einigen Parties schon etwas abgefressen aussehenden Federn. Es stand nur eine Minute zur Verfügung und es durften nur fünf falsche Körner in den Schälchen sein. Die erreichte Menge wurde abgewogen, die Grammzahl (ohne das Gewicht des Schälchens) als Punkte notiert.

Dann konnten die Aschenbrödels ausreiten! Allerdings zu zweit auf einem Pferd - und das war auch nicht echt. Man musste also schon die eigenen Beine heben, um die beiden Bäumchen zu umrunden und die sehr riskante Hürde zu überwinden. Für wackelnde oder umgefallene Hindernisse gab es Punktabzüge von der Startpunktzahl. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, hatte man hierfür auch nur begrenzt Zeit. Da wurde so mancher Rock gelupft und so manches Knie gehoben, denn die verflixte Hürde ist ganz schön hoch und so eine Rockschleppe kann ziemlich lästig sein!

Nach dieser schwierigen Aufgabe - bei der im Film sogar Libu¹e gedoubelt wurde, obwohl sie gut reiten konnte - durften die beiden Sportler sich dann endlich Zeit lassen und in aller Ruhe anlegen und zielen. Als letztes musste man nämlich mit einer Kinderarmbrust auf Tannenzapfenimitate aus Sperrholz schießen. Bei Treffern klingelte das hinten auf dem Sperrholz aufgeklebte Glöckchen. Aber treffen musste man erst mal. Wenn die Richtung stimmte und keiner im Weg stand, musste man nur noch versuchen, die Armbrust so hoch zu halten, dass die Schwerkraft, die den Bolzen auf seinem Weg zu den Zapfen nach unten zieht, ausgeglichen wurde - aber nicht zu sehr! Und obwohl das die Aufgabe ist, die am meisten Spaß macht, darf man zusammen nur sechs mal anlegen. Also jeder dreimal, oder auch einer sechsmal - dann aber dem anderen versprechen, dass man die Bolzen aufsammelt und der andere dann auch mal - außer Wertung - schießen darf. Wir hatten uns bemüht, gerade bei dieser letzten Aufgabe die Bedingungen, denen auch Aschenbrödel sich gegenüber sah, möglichst realistisch einzufangen. Dazu hatten wir auch auf ein Kantholz als Aststütze nicht verzichtet. Nur der Schnee ließ uns dieses Jahr arg im Stich.

Janine in rot mit schwarzem Haar (rechts) war ein sehr beliebtes Fotomodell an diesem Abend - und wer kann es verdenken? Rot und Schwarz standen ihr sehr gut und wenn ich nicht wüsste, dass es nur ein Märchen ist, dann hätte ich geglaubt, Schneewittchen beehrt uns heute Nacht. Enrico der Fotograf und Janine das Modell stellten im Laufe des Abends fest, dass sie derselben Foto- Community im Internet angehören! Kein Wunder, so wie Enrico fotografieren kann, und wie Janine aussieht!

Aufsehen erregte natürlich auch wieder Evelyn (links), die Kostümbildnerin, mit ihrem wunderschönen Aschenbrödel-Brautkleid. OK, Evelyn kann das, vielleicht ist es für sie nicht ganz so viel Blut, Schweiß und Tränen bis zum Traumkostüm, wie für andere Leute (ähem), aber das schmälert die Wirkung des langen, weißen, glitzernden Gewandes mit Schleppe und Diadem überhaupt nicht, oder, Mädels??

Den Aschenbrödel-Triathlon aber haben andere gewonnen. Mit 58 von geplanten 60 Punkten haben zwei Damen aus dem Single-Zimmer alle anderen ausgestochen - Wencke und Sabine! Wegen des hohen Kalorienverbrauchs beim Sport bestand der Preis aus Schokolade - mit Nüssen selbstverständlich.

Getränke hatten mehrere Leute mit Frau Winkelmeier von der Burg geholt und ich hatte diesmal nicht vergessen zu erwähnen, dass man sich bitte einfach bedienen soll - die Kästen und Körbe standen draußen vor der Tür, damit sie schön kühl blieben.

Wir waren die einzigen Gäste in der Burg, was mir für die Sagafes Leid tat, denn die Jugendherberge Bug Bilstein hat 226 Betten! Das fiese Wetter - Nieselregen bei +6 °C - hielt aber wohl viele von einem Urlaub oder Kurztrip ins Sauerland ab. Schnee gibt es ja immer noch nicht und so hatten wir diesmal gar kein Publikum aus faszinierten Kindern und neugierigen Erwachsenen und kontnen unsere Getränke einfach so draußen stehen lassen. Der Wein vor allem muss gut gewesen sein, denn schon nach kurzer Zeit mussten wir neuen holen. Im Laufe des Abends haben wir die JH an die Neige ihrer Weinvorräte gebracht.

Dass der vorbestellte Wein schnell leer war, lag natürlich auch daran, dass wir das Bier nach der Anlieferung erst mal ein bisschen stehen lassen mussten, damit uns nicht alles wegschäumte. Nach dem Triathlon zapfte Sven erst mal an, um noch eine andere Alkoholquelle zur Verfügung zu stellen. Und was für eine! Das Veischeder Landbier ist ja sooo lecker!!

Nun konnten wir auch langsam daran denken, dass Geschirr und das Abendessen aus der Küche zu holen. Mir wurde ein bisschen unheimlich, als ich ankündigte, nun Hilfe zu brauchen. Schlagartig stand die Hälfte der Leute auf und der Rest blieb sitzen. Erstaunlich. Alle wären viel zu viele gewesen, drei Leute viel zu wenige. Aber wie habt ihr das gemacht, euch selbsttätig aufzuteilen? Überhaupt glaube ich, dass alle den Bericht von der letzten Party durchgearbeitet und sich Notizen gemacht haben, wie sie die Hilfsbreitschaft und den Einsatzwillen der Gäste vom letzten Jahr noch übertrumpfen können. Wahnsinn!

Wir mussten dann noch einen Tisch von draußen holen, weil das Büfett schnell aus allen Nähten platzte. Dann noch ein bisschen sortieren - Fleisch hierhin, vegetarisches dahin, dann wurde das Büfett eröffnet. Da wir nur 50 Leute waren, aber für 60 bestellt war, hatten wir reichlich und gut zu essen. Ich hatte Mühe, die ganzen Behälter, Töpfe und Schalen auf zwei großen Tischen unterzubringen.

Das Küchenteam hatte sich wieder mal selbst übertroffen und nicht nur Rouladen und Schweinebraten gezaubert, sondern von auch Reis und nett dressierten Kartoffelbrei, Gemüse mit und ohne Soße (wegen der Veganer), Salatplatten mit extra Dressing und zwei Riesenschüsseln sehr attraktiven Dessert, den ich leider nicht mehr geschafft habe, aber so wie sich alle anderen darauf gestürzt haben, muss er gut gewesen sein. Und gab's nicht auch Suppe? Es war jedenfalls lecker und reichlich. Später am Abend haben wir dann noch Brot und Kräuterbutter aufgefahren, die wir bei der Küche bestellt und für lächerlich wenig Geld bekommen haben. Erinnert mich daran, dass ich die Burg Bilstein meide, wenn ich mal einen Vampirball veranstalten sollte.

 

Dieses Jahr war es nicht besonders kalt in der Feierhalle und voller Bauch tanzt auch nicht gern, daher kamen wir nun zum Enstehsungsgrund, Namensgeber und Höhepunkt des Festes: dem Film! Die Dialeinwand unseres Vermieters mit Gaffertape (da offenbart sich der Musiker in Sven) auf einer von Hardys Dekokramkisten festgeklebt konnten auch Robert und Inga am Kopf der Tafel etwas von dem Bild unseres Aldi-Beamers erkennen. Hatten wir den Film nicht erst Weihnachten fünf- oder sechsmal gesehen? Und zehn bis dreißig mal in all den Jahren davor? Egal.

Wer nicht verstehen kann, dass 50 Menschen in glitzernden, märchenhaften Kostümen still und verzaubert auf ihren Stühlen sitzen und mit den geliebten Hauptfiguren leiden, lachen, tanzen und lieben und sich gefangennehmen lassen von den Helden ihrer Kindheit und dem Zauber erlauben zu wirken, wenigstens einmal im Jahr, dem fehlt etwas. Vielleicht weiß so jemand es nicht, aber ich bin sicher: Dem fehlt etwas.

Uns fehlte gar nichts. OK, manchmal war das Bier alle und ich musste mir eins zapfen, oder auch mal schnell ein Foto machen - aber ich glaube, ich war die einzige, die herumlief - es sei mir verziehen. Und als ich so auf der Bank saß, Svens Arme um mich und auf der Leinwand Aschenbrödel sich dazu durchrang, am Ball Teil zu nehmen, wurde mir schlagartig bewusst, dass hier erwachsene Menschen sitzen. Menschen, die einer geregelten Arbeit nachgehen, verheiratet sind, Kinder haben, mit beiden Beinen im Leben stehen. Und die haben sich freiwillig entschlossen, Geld zu zahlen und stundenlang Auto zu fahren, um jetzt und hier zu sitzen, im Kostüm, in einer Jugendherberge und einen Märchenfilm anzuschauen. Ihr wisst nicht, wieviel mir das bedeutet!!

In den letzten Minuten des Films sah ich zwei unauffällige Gestalten, die sich durch den Eingang der Feierhalle drückten. Es war der angekündigte Fotograf der WELT (kompakt), der noch einen Freund mitgebracht hatte. Schnell begrüßen, und dann das glückliche Ende des Films genießen. Also, Männer, setzt euch, holt euch ein Bier und lasst mich erst mal in Ruhe. Ach, wie schön, Aschenbrödel kriegt ein Brautkleid und den Prinzen. Seufz...

Zurück in der halbwegs realen Welt sollte nun auch unser Ball seinen Fortgang nehmen. Die beiden Neuzugänge waren zwar nicht kostümiert, dafür aber super-unauffällig und bescheiden. Der fröhlich gewandete große Rest von uns sollte erst mal tanzen. Darauf freue ich mich das ganze Jahr und hatte mir diesmal für den Anfang etwas, wie ich dachte, besonders einfaches vorgenommen: einen Tanz den ich unter dem Namen "Chapelloise" oder "Gigue" kennen gelernt hatte.

Sven und ich hatten den Tanz selber mal auf einem Ball in 2 Minuten gelernt - allerdings konnten ihn damals alle anderen um uns herum. Diesmal war das Verhältnis genau umgekehrt und obwohl sich später herausstellte, dass ein paar Leute so doch schon einmal getanzt hatten, bekam ich es wieder einmal fertig, die wenigen notwendigen Schritte so schnell und vor allem alle auf einmal zu erklären, dass sich niemand einen Reim darauf machen konnte. Mit Musik geht alles besser, dachte ich, warf die Anlage an, hob die Stimme zu meinem schärfsten Kasernenton und kommandierte "UUUND: EINS, ZWEI, DREI, VIER - HIIE-HÜPF!!"

Wie zu erwarten (nur nicht von mir, sonst hätte ich das Ganze anders aufgezogen) brach nach der ersten Runde allgemeines Chaos aus, keiner wusste mehr, wo er stehen sollte, ob er den richtigen Tanzpartner abbekommen hatte oder ob man sich richtig herum gedreht hatte. Zum Glück nahmen es wohl die meisten mit Humor - den brauchten auch alle, denn bis wir den Tanz so konnten, dass er halbwegs reibungslos klappte, waren doch noch ein paar Durchläufe nötig. Vor allem für die Damen war ein schwieriger Teil dabei. Sie mussten sich nämlich am Ende des Musikmotivs unter dem Arm ihres Partners hindurch drehen und dem "Herrn" dahinter die Hand reichen um die nächste Runde mit diesem zu tanzen. Wie das gehen sollte, wurde erst klar, als sich Basti und Gunhilt freundlicherweise für eine Vorführung zur Verfügung stellten. Da ging allen ein Licht auf und ab da fluppte es! Die gesamte Gesellschaft zählte laut mit und feuerte sich selbst mit "Hi-Hüpf!"-Rufen zu Höchstleistungen an - Hurra!!

Zu eurem Trost: Sven und ich besuchen gerade einen Tanzkurs - natürlich für historische Tänze. Wir wissen jetzt, wie schnell und mit wie vielen Bewegungen auf einmal wir beim nächsten mal erklären müssen ;-)

Nachdem wir uns nun ein wenig aufgewärmt hatten (was dieses Jahr gar nicht so nötig war, weil es draußen ca. +6°C hatte), gab es das obligatorische Aschenbrödel-Quiz. Claudia, die im letzten Jahr alles richtig hatte (das soll ihr mal einer nachmachen!) hatte diesmal beschlossen, nicht Teil zu nehmen - was mich natürlich sehr erleichterte, denn wenn sie mitgemacht hätte, hätten wir das mit dem Quiz auch lassen können - es ist der Wahnsinn, was die Frau alles weiß. Statt dessen hatte Claudia die famose Idee gehabt, ein paar Fragen zu formulieren!! So kam ca. die Hälfte der Fragen von unserer Vorjahresgewinnerin - und zwar nicht nur die schweren Fragen!

Die Gäste 2007 hatten allerdings geübt und so kam es, dass drei Damen die gleiche hohe Anzahl richtiger Antworten vorweisen konnten. Wir führten ein Stechen durch. Zuerst eine Frage für's Auge: Wie viele schwarze Tauben helfen Aschenbrödel beim Gemüselesen vor dem Ball? Das wussten alle: Eine. Dann eine Frage für die eher auditiven Typen: Was gibt Dora von sich, als ihre Mutter sagt "So hässlich bist du doch nicht!"? Auch das konnten alle vormachen (sie seufzt bzw. kichert etwas seltsam). Na schön. Dann als letztes eine Frage für fleißige Webseiten-Leserinnen: Aus welchem Material ist das große Tor zum Ballsaal wirklich? Keine der Damen wusste es. So war es vielleicht Glück, dass Susanne aus Körle richtig riet: Aus Holz.

Nach dem Quiz erwartete uns diesmal eine besondere Überraschung: Martin aus Holland gab ein Gastspiel als Magier! In Schwarz gekleidet legte er anlässlich seiner Vorführung seinen glitzernden Silberschal ab, das einzige showverdächtige Accessoire, und präsentierte sich einfach nur seriös. Ruhig, gelassen und ohne goßes Tamtam führte er uns an der Nase herum, ließ Dinge verschwinden und andere auftauchen und zeigte erstaunliche Kartentricks.

Er vergaß auch nicht, in seinem süßen holländischen Akzent (keine Bange, er hatte seine nette Freundin dabei) das Publikum mit einzubinden. So mussten wir erst eine Farbe (rot), dann eine Kartenfarbe (Herz), eine Karte (Dame) und zuletzt eine Zahl zwischen Zwanzig und Dreißig nennen (25). Er hörte sich das alles an, verzauberte dann ein bisschen den Kartenstapel, den er in der Hand hielt und dann musste ich nach vorne an des Magiers Wundertisch und die Karten mitzählen, die er ablegte. Und wirklich: die fünfundzwanzigste Karte war die gewünschte Herzdame! Absolut verblüffend.

Dann machte er noch ein Hütchenspiel, und obwohl man das ja kennt, und sich denken kann, wie es funktioniert, waren wir doch überrascht, wo die Bälle landeten. Mit leise ausgesprochen Zauberworten, einem leichten Händeklatschen und ein paar magischen Handbewegungen - nichts großes - zauberte Martin die Bälle mal hierhin, mal dorthin oder auch mal ganz weg. Unter dem letzten Becher, den er hochhob, lag dann ein Sträußchen mit drei Naselnüssen. Bravo!!

Wir drücken ihm die Daumen für den Holländischen Landeswettbewerb!

Und schon war es wieder höchste Zeit für einen Tanz! Also auf zum Reigen. Diesmal machten wir einen Innen- und einen Außenkreis, um mehr Leute unterzubringen. Damen und "Herren" standen mit dem Gesicht zur Mitte und mit der Musik gingen erst die Damen vorwärts vier Schritte zur Mitte und dann rückwärts wieder vier Schritte zurück. Das gleiche machten im Anschluss die Herren

Sodann wandte sich das Paar (der Herr steht stets rechts von der Dame) einander zu, legte die Handflächen der rechten Hände aneinander und ging vier Schritte im Takt der Musik rechts herum, dann wurden die Hände gewechselt und man ging links herum - schon hatten ca. 35 Leute die "Handtour" gelernt! Nach drei Handtouren mit dem eigenen Partner wurde es interessant: die nächsten drei wurden mit wechselnden Partnern durchgeführt, die Damen lernten so auf leichte und bequeme Weise drei neue Herren kennen - ja, gut, die Herren auch drei neue Damen...

Weil die Damen sofort danach wieder von vorne anfangen und vier Schritte Richtung Kreismitte machen mussten, war es ihre Aufgabe, ihren neuen Tanzpartner eindeutig zu identifizieren und darauf zu achten, links an ihm vorbei zu gehen, denn die Reihenfolge Herr - Dame - Herr - Dame usw. musste unbedingt eingehalten werden. Dieser kleiner Tipp wirkte Wunder und so beherrschten wir diesen Tanz viel schneller, als das Hi-Hüpf-Spektakel.

 

Nun war es doch Mitternacht geworden, bevor wir zum Kostümwettbewerb kamen:

Sebastian stellte seine Freundin Gunhilt vor und erzählte nicht ohen Stolz, dass er sein Glitzergewand voriges Jahr selbst gemacht habe. Inzwischen hat er es mit einem Gothic-Hemd und einem "Regenschirm" vom Mittelaltermarkt passend ergänzt.
Silke hatte das Kleid komplett selber angefertigt, weil sie aber noch so viel Zeit hatte, hatte sie auch noch das Arbeitsoutfit genäht und war damit bis um ersten Tanz unerkannt unter uns gewesen. Ihr Täubchen hatte sie allerdings immer noch dabei!

Mama Anke berichtete, dass Tochter Julie das arbeitsintensivere Kleid von beiden trug. Der Stoff war aus China importiert worden und alles musste perfekt sein. War es auch. Sogar die Schärpe sah original aus. Aber auch Anke machte eine gute Figur in ihrem royalblauen Gewand.

Hardy trug sein bewährtes elegant-schwarzes Kostüm. Jedes Jahr schmückt er es ein bisschen mehr aus. Nachdem er schon weiße Ärmel, Lilienappliaktionen auf den Beinen und geniale Lederstiefel ergänzt hat, war es diesmal ein bortengesäumter Mantel.

 

Sabines Kleid war das Kleid ihrer Mutter, das sie schon als Kind immer gerne tragen wollte. Nun hatte sie sich ihren Kindetraum erfüllt und es von einer Schneiderin mit Volants und Schleppärmeln aufarbeiten lassen - traumhaft! Wencke als Aschenbrödel mit ihren schönen, langen Haaren nächtigte mit Sabine im Single-Frauen-Zimmer und stellte als perfektes Arbeits-Aschenbrödel einen schönen Kontrast her.
Inga und Robert - zum dritten mal dabei - waren wieder besonders festlich gewandet - Inga diesmal sogar mit Reifrock. Robert bedauerte nur, dass er dasselbe Kostüm wie im letzten Jahr tragen "musste" - aber es steht im sooo gut!
Andreas und Manuela trugen geliehene Kostüme - die Farbabstimmung ist wirklich gelungen.
Ullas Jagd-Aschenbrödel-Leggins hatte leider das letzte Jahr nicht überlebt - als Jäger war sie aber immer noch top. Ludger wollte nicht wieder gewählt werden - die Haare sind übrigens echt!

 

Gabi, meine Lieblings-Nachbarin und -Mutter wollte eigentlich nicht nach vorn, weil sie mein altes Stiefmutterkostüm auftragen "musste". Schnell war sie wieder weg.
Barbara hatte ihre Freundin Sonja mit der 3hfa-Party völlig überrascht - trotzdem war es auch Sonja gelungen, die Hälfte des Abends in Sack und Asche herumzulaufen, um sich nun in einem Brokatgewand zu präsentieren.
Manja wollte eigentlich auch nicht nach vorne, aber ihr Kleid war so klasse und so sagte sie schnell, dass sie es selbst gemacht hatte und rannte dann wieder auf ihren Platz. Dabei hätte sie beinahe ihren Schuh verloren...
Oliver aus Hamburg hatte alles selber gemacht: Die Weste aus einem alten Sofabezug, den Hut aus einer Filzmatte, die Schnallen aus einem PC-Gehäuse. Das rechte Bein der Leggins hatte er mit Vaseline eingestrichen, damit es beim Färben des linken Beins keine Farbe annahm. WAHNSINN!!

 

Michaels von ihm selbst genähter Mantel steht im einfach super. Frauke hatte sich gedacht: Bei so vielen Aschenbrödels komme ich doch mal als Täubchen! Weiße Federn im Haar und ihre zarten Flügel ließen auch mich das jetzt erkennen.
Janine hielt eine sehr nette Rede darüber, wie gut ihr die Party gefällt und wie viele nette Leute sie hier kennen gelernt habe. Besonders gefiel ihr, dass man gleich in Gespräch käme und sich aufgehoben fühle.

Evelyn war wieder in ihrem wunderschönen Brautkleid da - und das mit den langen Haaren - elfengleich!! Sie hatte Ulla mitgebracht, die ebenfalls an diesem Abend schon das zweite Gewand trug. Ulla ist zwar Schneewittchenfan, trotzdem gefiel es ihr auf der Aschenbrödel-Party.

Uwe und Birgit betonten, dass sie als Kölner eigentlich lieber in selbstgenähten Kostümen erschienen wären. Diesmal aber hatten sie das einem großen Kölner Karnevalsausstatter überlassen. Die Party gefiel ihnen zwar, Uwe vermisste allerdings das Blockflötenspiel aus dem Jahr 2000.

 

Britta kam als Magd mit Rock, Bluse und Miederweste und einer weißen Haube, die aber eher selten züchtig auf ihren Haaren saß. Britta hatte diesmal Christian mitgebracht, der in seinem Kostüm eine gute Figur machte.

Angesichts der geballten Kreativität und den Anstrengungen, die einige für ein schönes Kostüm unternommen hatten, trauten sich diesmal viele Gäste gar nicht nach vorne. Sie haben wohl gedacht, ihr Kostüm sei nicht gut oder sie selbst nicht interessant genug. So'n Quatsch!! Na schön, ich habe daraus gelernt: 2008 wird es den Kostümwettbewerb in der Form nicht mehr geben - er wird statt finden, aber anders als bisher - lasst euch überraschen! Es ist ja auch nicht jedermanns Sache, sich vor so viele Menschen hin zu stellen und sich selbst anzupreisen. Wir werden das also ein bisschen "entschärfen".

Die Rückseite der Quizbögen wurde nun als Stimmzettel verwendet. Die Pause, die Claudia und ich zum Auszählen brauchten, nutzen die Aschenbrödels zum Gruppenfoto, andere zum Rauchen oder Bier holen.

 

Uns wurde schnell klar, dass wir bei den Herren einen glasklaren Sieger hatten. Auf jedem zweiten Zettel stand "Aschenbrödel auf der Jagd (Mann)", "Aschenbrödel mit Vaseline gefärbt" oder einfach "Aschenbrödel Oliver". Mit über 30 Nennungen haben wir noch nie einen so hervorstechenden Sieger gehabt - völlig verdient. Wer sich solche Mühe selbst mit Feinheiten macht und dann so frei und plastisch von der Herstellung der einzelnen Bestandteile erzählen kann, der muss einfach gewinnen - mal ganz davon abgesehen, dass Oliver in diesem Kostüm auch nicht gerade hässlich daher kam!! Bei den Damen waren es nicht ganz so viele Stimmen, aber doch eindeutig: Julie, das blonde Aschenbrödel.

Jetzt noch schnell das Gruppenfoto!

Bitte nochmal mit Oliver und Julie in der Mitte!

 

Und jetzt??? Ja, was wohl - TANZEN!

Es war schon spät, also ließen wir es langsam angehen: Die Damen bildeten eine Reihe, die den Herren gegenüberstand. Mit zwei Schritten gingen wir in gemäßigtem Tempo aufeinander zu und reichten unserem Partner die Hand. Alle wandten sich nach vorn (in unserem Fall: zum Kamin) und schritten würdevoll zwei Schritte vorwärts, dann zwei zur Seite.

Hoffentlich hatten wir die Paar vorher durchzählen lassen, denn alle Paare mit der Nummer Eins gingen dabei nach rechts, aller Paare "Zwei" nach links. Das gab für die außenstehenden Betrachter ein schönes Bild ab. Mit zwei Schritten waren wir dann alle wieder in der Mitte, wo sich Dame und Herr trennten und sich zurück in die Ausgangsposition begaben.

Da sich alle ein Stück nach vorn bewegt hatten, musste das erste Paar nun Platz machen. Während nun also Damen und Herren in ihren beiden Reihen stehen blieben, wanderte die Dame von ganz vorne in Schlangenlinien um die anderen Damen herum nach hinten, ihr Herr gleichzeitig wand sich gleichzeitig durch die Herren-Reihe. Am Ende der Kette stellten sich beide dann wieder an und mussten dann aufpassen, ob sie Paar Nr. 1 oder 2 waren, also in dem folgenden Teil, in dem wieder alle tanzten nach rechts oder aber nach links schreiten mussten. Herrlich. Fehlte eigentlich nur noch der König, der seinen strengen Blick über die Tänzerschar schweifen ließ.

Uff. Schön war es ja, aber langsam spürten wir unsere Füße - und wie viel Uhr war es eigentlich??
Die Party wurde ruhiger.

Aber konnte das das Ende sein? Nein. Etwas fehlte. Ohne das kann ich nicht schlafen gehen. Nein, das geht einfach nicht. Unser Aschenbrödel-Tanz. Nur, wie ging der noch?

Sven und ich übten auf der Tanzfläche, Hardy und Britta waren sofort da und machten mit. Und natürlich fiel uns alles wieder ein. Sebastian und Gunhilt und auch Julie und Anke kamen auch noch dazu und so tanzten wir selig wie Aschenbrödel mit dem Prinzen der endgültigen Erschöpfung entgegen.

Jetzt musste ich aufgeben. Die allermeisten waren auch schon im Bett. Nur Britta hätte vermutlich durchgemacht - wenn sie nicht die einzige gewesen wäre...

Nachts gab es noch ein kleines Intermezzo wegen Ludger, der sozusagen fluchtartig die Burg verließ mit der Bemerkung "Ich muss einfach erst mal raus hier." Oha. Zoff mit der Freundin? Medikamente ausgegangen? Budenkoller? Dabei hatte er einfach nur etwas vergessen und da er nicht weit von Bilstein entfernt wohnt, hatte er sich in den Kopf gesetzt, mal eben nach Hause zu fahren.

Der nächste Morgen kam viel zu schnell. Trotzdem waren schon einige Leute wach und bereits dabei, die Feierhalle aufzuräumen. Mir wurde das Engagement der Partygemeinde langsam unangenehm und ich beeilte mich mit dem Anziehen - diesmal Jeans und Pulli statt Stretchsamt und Goldborte.

Als wir die Tische vom Gröbsten befreit hatten und so gut wie alles mit hinauf durch das Burgtor ins Haupthaus zur Küche brachten, erwartete uns eine Überraschung. Auf die Frage, ob wir schonmal etwas vom Frühstück mit hinuter nehmen könnten, war die Dame die nur für uns Dienst hatte ziemlich erstaunt und meinte, dass sie Anweisung gehabt hätte, im Rittersaal für das Frühstück einzudecken. Rittersaal? Wo ist der denn? Tja, der ist gleich neben der Küche und der normale Speisesaal der Jugendherberge.

Statt also in unserer vom Kamin und den letztlich doch erlaubten Zigaretten verräucherten, kalten und immer noch leicht unaufgeräumten Feierhalle konnten wir hier oben schön gemütlich, warm und sauber unser Frühstück genießen. Damit das auch alle mitbekommen, mussten wir nur noch schnell "Frühstück ist oben" auf einen Zettel schreiben und an das Tor der Feierhalle hängen.

Den Zettel habe ich später vom Wind umgedreht gefunden. So ist es vielleicht verständlich, dass Hardy ziemlich spät zum Frühstück kam. Diesmal hatte er nämlich nicht verschlafen, sondern war ganz im Gegenteil aufgestanden und hatte in der Feierhalle aufgeräumt. Ganz alleine hatte er alle Girlanden abgehängt und verstaut, die Tischdeko eingesammelt und auf einem Tisch aufgereiht und alle Tischdecken ordentlich gefaltet und gestapelt. Danach begann er sich aber zu wundern, warum immer noch niemand kam.

 

 

Derweilen hatten wir das gewohnt spitzenmäßige Frühstück mit allem Drum und Dran. Wir durften uns Zeit lassen bis 12 Uhr und so wurde noch erzählt, Freundschaften besiegelt und sich für 2008 angemeldet. Verblüffend ist auch immer wieder, wie die Leute "wirklich" aussehen und so ergab sich noch manch interessantes Gespräch.

Gabi und Sabine behaupteten sogar beide übereinstimmend, einander wieder zu erkennen, konnten sich aber beim besten Willen nicht daran erinnern, woher. Es wurde dann beschlossen, dass sie sich in einem früheren Leben gekannt haben müssen, und zwar als Zofen auf derselben Burg, in der vermutlich Gabi als Küchenzofe und Sabine als Kohlenzofe beschäftigt gewesen waren.

Claudia hatte natürlich wieder ihre Sammelmappen mit, in denen sie Zeitungsausschnitte von vielen tschechischen Kinderserien und Märchenfilmen gesammelt hat, sowie sehr nette Briefe aus Prag und von Zeitungen, an die sie schrieb, um in den 80er Jahren etwas über die Darsteller herauszubekommen.

Leider mussten wir dann doch irgendwann mal abräumen und die Tische abwischen. In der Feierhalle gab es fast nichts mehr zu tun und wir stellten nur noch schnell die Tische und Stühle zurück. Das hatten schon Enrico und Anja machen wollen, die meinten, dass sie dafür später keine Zeit hätten, weil sie nach dem Frühstück gleich wieder den Heimweg antreten müssten. Ich musste sie geradezu überreden, jetzt mal alles so stehen zu lassen, wie es war. Schließlich gab es noch genug Helfer. Das war symptomatisch. Ich glaube, die beiden hätten eher Möbel gerückt, als gefrühstückt und so sahen dass offenbar alle, die da waren. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Das fand ich sehr schön.

Die Autos wurden gepackt und Burg Bilstein leerte sich langsam. Nur Hardy und Susanne blieben noch und wollten einfach nicht aufhören uns bei unseren letzten kleinen Besorgungen zu helfen. Aber es war ja nicht mehr viel. Nachdem die Gäste wie eine Heuschreckenplage über alle offensichtlichen Überbleibsel des vergangen Abends hergefallen waren, konnten wir nur noch unsere Kerzenständer, Kabel und die Fahne einsammeln und nach Hause fahren.

 

Todmüde aber glücklich fielen wir zu Hause angekommen mit Sack und Pack auf das Parkett im Wohnzimmer. Die folgende Woche verbrachte ich dann damit, den wundervollen Aschenbrödel-Blumenstrauß von Sabine zu bewundern, Nusskuchen und Nussschinkenbrote aus Uwes und Birgits Präsentkorb von Manjas Aschenbrödel-Teller zu essen und meine Kollegen mit wie Haselnüsse verpackten Nougat-Pralinen von Sonja (glaube ich) und Cinderella-Fruchtgummi (o Mann, ich hab völlig vergessen, von wem die waren - Entschuldigung!) zu verblüffen.

Ihr wisst ja schon, dass wir nächstes Jahr wieder Aschenbrödel-Party feiern. Sven und ich haben inzwischen einen Tanzkurs belegt, um das Fiasko in Grenzen zu halten. Wir werden auch mit denen, die früher kommen möchten, einen kleinen Tanzworkshop machen - vielleicht kriegen wir ja sogar einen Eröffnungstanz hin. Neue Kostüme für Sven und mich habe ich schon im Kopf. Die Betten und natürlich die Feierhalle sind reserviert.
Mist, es ist erst April...

 

 

Ich freue mich SEHR auf 2008!!

 

Bis dann, Ihr Lieben!