Womit soll ich bloß anfangen? Vielleicht mit etwas, womit es für die meisten der Gäste begonnen hat: Dem Artikel in der Weihnachts-Augabe der "Brigitte".

2004 hatten sich drei Autorinnen dieser bundesweit bekannten Frauenzeitschrift als Partygäste angemeldet und gefragt, ob sie Fotos machen und einen Artikel drüber schreiben dürfen. Nichtsahnend sagte ich zu. Der Artikel konnte natürlich erst in der nächsten "Saison", also Weihnachten 2004 erscheinen. Er ist wirklich sehr schön geschrieben und supernett - abgesehen davon, dass man statt der Brigitte-Mitarbeiterinnen ein paar der toll kostümierten Gäste mehr hätte abbilden können (zumal die den ganzen Abend bereitwillig posierten), war ich überglücklich, als ich Anfang Dezember '04 einen dicken Umschlag aus Hamburg (DER deutschen Pressestadt) bekam und habe den Artikel sofort bei mir zu Hause an die Aschenbrödel-Wand gehängt (ich sollte bauen...). Ich ahnte nicht, was für Folgen dieses Druckwerk noch Wochen später haben sollte.

Wie immer Anfang Dezember hatten sich bis dahin zehn Leute angemeldet - davon waren zwei meine Schwester und ihr Freund, zwei waren das Brautpaar vom letzten Jahr und Nr. 5 und 6 waren mein Freund und ich. Und wie jedes Jahr fürchtete ich, dass dieses mal die Aschenbrödel-Party nun aber ganz bestimmt ausfallen würde, weil wirklich keiner daran teilnehmen wollte. Meine Freunde wollte ich auch nicht schon wieder dazu zwingen (wie in all den Jahren vorher). Die betreffende Ausgabe der Brigitte war am 8.12. erschienen. Am selben Tag bekam ich die erste mail vom WDR: ob man eine 15minütige Reportage für "Hier und Heute" aus der Party machen könnte. Völlig zu Recht, wie ich finde, waren sie endlich auf das Thema gestoßen. Zwar hätte ich mir eher eine Doku zur Entstehung des Films gewünscht und dazu, wie der WDR ihn nach Westdeutschland geholt hat, aber dazu später.

Am 11.12. fragte ich bei der Jugendherberge, wo ich mal wieder grenzenlos optimistisch 30 Betten reserviert hatte, wie viele denn noch frei seien. Bis 50 könnte man schon gehen. Ich beschloss, dass das auch meine persönliche Obergrenze sein sollte. Am folgenden Montag hatte ich gleich drei Anmeldungen auf einmal in der Post. Am 14.12. rief der WDR an - ob ich in "Daheim und unterwegs" fünf Minuten live reden wollte. Naja, wenn's zeitlich passt - es passte. Am selben Tag bekam ich eine email von der "Aktuellen Stunde" - ein bisschen Filmmaterial für einen ca. 3minütigen Beitrag wäre schön. Am 18.12. war die Party ausgebucht und die ersten enttäuschten emails trafen ein. Am selben Tag erfuhr ich, dass zwei Damen auf der Burg ein Zimmer genommen und geäußert hatten, sie wollten auf die Aschenbrödel-Party. Der Name stand nicht auf meiner inzwischen geschlossenen Gästeliste - kurz: die ganze Sache uferte aus.

Ich saß recht häufig am PC und versuchte, alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Vor allem wollte ich vermeiden, dass die Party zum Spektakel verkam, bei dem die ganzen Bekloppten mit ihren lustigen Kostümen nur noch für die Kameras posieren mussten, überall Kabel herumlagen, der ganze Raum ausgeleuchtet wurde und es öfters mal hieß: He, könnt ihr das nochmal machen?

Diverse emails an die Gäste sollten mir Klarheit bringen, wie schlimm das mit dem Fernsehen überhaupt war. Die 15-Minuten-Reportage wollte ich gar nicht. Ich dachte, dass man für 15 vernünftige Minuten mindestens die ganze Party filmen müsste. Zum Glück meldete sich die Dame nicht mehr. Die 3 Minuten in der Aktuellen Stunde fand ich eher vetretbar, aber auch diesem Team nahm ich das Versprechen ab, zwischendurch immer den Raum zu verlassen und nach dem ersten Tanz ganz Schluss zu machen. Außerdem wollte ein Dokumentarfilmerpärchen gerne auf die Party - aber drei Teams war mir dann doch ein bisschen viel. Auch die örtlichen Zeitungen waren teilweise sehr hartnäckig und ich musste mich mit der Aussage abfinden, nein, im nächsten Jahr sei das Thema durch, auch journalistisch sei dann gar nichts mehr zu holen. Aha.

Die zukünftige Gäste waren dafür alle sehr nett und neben prompten Antworten auf mehrere emails zum Thema "Würdet ihr euch filmen lassen?" bekam ich auch allerlei Aufmunterung. Weniger schön waren die manchmal wütenden Anfragen, warum denn diese Party nun einfach so ausgebucht sei?? Ich versuchte, alle Anfragen schnell zu beantworten und nett zu bleiben. Auf der Webseite wurde ich etwas deutlicher. Aus einigen Kontakten entwickelten sich trotz meiner strikten Ablehnung mal wieder nette und konstruktive Gespräche - das passiert öfter und darüber bin ich immer ganz besonders froh. Trotzem, wie sehr ich litt, könnt ihr daran ermessen, dass ich sage und schreibe EIN PFUND abgenommen habe - und das mir, die ich schon zunehme, wenn ich nur an Diät denke!

Im Fernsehen lief es gut - glaube ich. Als ich da saß dachte ich immer nur: Red nicht so schnell und nicht so'n Blech. Nur mit der Frage "Was finden Sie an dem Film besonders schön" hatte ich gerechnet, den Rest musste ich improvisieren. Dabei habe ich versucht, WDR-Interna einfließen zu lassen, wie die "Zimmerantenne" (sagt die Stiefmutter zu ihrem Hut in einem neu synchronisierten Werbeeinspieler des WDR für das Weihnachtsprogramm) oder den Hörfilm (der WDR strahlte 2004 den Film erstmals in der Hörfilmfassung des MDR aus), aber leider wusste die Moderatorin nicht wovon ich rede - oder sie entlockte mir geschickt Informationen, ich möchte mich da nicht festlegen ;-)

Dann war erst mal Weihnachten. Und zum ersten mal seit Existenz der Party lehnte ich mich schon jetzt entspannt zurück und freute mich darüber, dass diesmal das Fest sicher nicht abgesagt werden musste. Als ich vom Heimaturlaub zurückkam, fand ich weitere Nachfragen vor, ob man nicht doch zu der Party ... nein, tut mir Leid. Ein ausführlicher Gästebucheintrag zu dem Thema brachte mich endlich dazu, das Problem zu erkennen: Keiner wusste, dass es eine private Party ist, keiner wusste, dass ich jedes Jahr bis eine Woche vorher darum zittere, dass ich bisher immer draufgezahlt habe, damit ja keiner durch den Preis abgeschreckt wird, dass man sowas eben nicht einfach auf 100 Gäste aufstocken kann. Nachdem ich das auf der Webseite erklärt hatte, wurde es etwas ruhiger. Trotzdem gab es immer noch Leute, die es einfach nicht einsehen wollten, es gerade erst beim Arzt in der Brigitte gelesen haben, nahe bei wohnen und auch gar nicht übernachten wollen oder doch so schöne Kostüme haben. Naja, fragen kostet nichts und grundsätzlich freue ich mich natürlich über die Nachfrage. Aber mal ehrlich: 2007 ist der Hype garantiert wieder vorbei und wir dümpeln mit den üblichen 25 Leuten dahin, bis ich mit 50 oder 60 keine Lust mehr auf sowas habe. Journalistisch ist das Thema ja zum Glück schon im nächsten Jahr durch ;-)).

Die Aschenbrödel-Party 2005 startete am 15.1. nach zähen Verhandlungen mit dem Hier-und-Heute-Team, das sich doch noch gemeldet hatte und 48 Gästen auf Burg Bilstein. Das Team der Aktuellen Stunde wollte sich vorher eigentlich nochmal melden, hatte das nicht getan und tauchte letztlich gar nicht auf. Das war mir nur Recht. Wir waren zügig mit dem Aufbauen fertig, dann zog ich mich für die Kamera auf unserem winzigen Herbergszimmer um (kostenlose Stripszene!). Zwischendurch trafen die Gäste ein und freuten sich, was für eine tolle Burg das ist und was für einen wunderschönen Raum wir bekommen hatten. Ich hatte die Tische mit Mutters Aussteuer belegt und Hardy dekorierte alles sehr romantisch. Sven musste sich diesmal allein in sein Kostüm zwängen und unsere beiden Tanzlehrer, die uns schon seit drei Jahren treu sind, übten noch schnell den Tanz, den sie für den WDR mit uns machen wollten.

Ein Grüppchen von fünf Leuten erregte Aufsehen. Sie waren fast alle als Figuren aus dem Film gewandet. Den Prinzen gab es zweimal, einmal als Jagdausgabe und einmal als Ballmodell. Besonders Ludger in seinem babyblauen Ballkostüm mit der natürlichen 70er-Frisur stach hervor. An seinem Kostüm hatte die ganze Gruppe sowie diverse Mütter gearbeitet. Auch der Prinz-auf-der-Jagd sah täuschend echt aus. Dann gab es noch ein Aschenbrödel-auf-dem-Ball mit Vogelschärpe und Kapuzenmantel, eine ziemlich originalgetreue Eule (zweiter Hingucker des Abends) und die letzte Dame trug, da allen am Ende die Zeit ausgegangen war, ein "normales" Hofdamen-Kostüm, dafür aber mit Aschenbrödel-Frisur.

Auch klasse: die beiden Musiker Nils und Johannes konnten entgegen ihrer vorherigen Absage doch kommen (wie sie mir diesmal bereits am Mittwoch vor der Party mitteilten - das wird immer besser). Sie hatten ihren Auftritt auf einer Veranstaltung in Dortmund vorverlegt, um noch nach Bilstein fahren zu können!

Der WDR ließ uns - genau wie ich befürchtet hatte - die "dampfenden Schüsseln" mehrfach den Hof rauf und runter tragen bis wir sagten, jetzt würde uns das zu schwer. Aber das war es zum Glück auch. Ich musste feststellen, dass ich zwar gegenüber dem Filmteam gesagt hatte, ich würde die Leute ansprechen, von denen ich wusste, dass sie nicht gefilmt werden wolltem, musste aber einsehen, dass ich zwar wusste, wie diese Personen heißen, aber keinen Schimmer hatte, wie sie aussahen. Nachem ich fast allen Bettzeug gegeben und die Zimmer gezeit hatte, wusste ich keinen einzigen Namen mehr zuzuordnen. Peinlich. Ich bat also in einer leicht karnevalistisch überfrachteten Begrüßungsansprache beim Essen darum, dass man sich doch bei mir melden möge. Keiner meldete sich. Naja, dachte ich, dann geht es wohl klar.

Das Essen war mal wieder gut und das Bier lecker und es gab sogar eine Magd, die die Krumen vom Boden auflas. Wir hatten - wie immer - die Herbergseltern eingeladen, doch mal vorbeizuschauen und dieses Jahr nahm Frau Sagafe das endlich mal wahr. Aber nicht einfach so, nein, sie hatte dazu extra eine ihrer zahlreichen Gewandungen angelegt und besuchte uns als Küchenmagd. Sie drückte sich um die Pfosten der Halle und ließ sich partout nicht überreden, sich doch dazuzusetzen und ein Bier mitzutrinken. Sowas gezieme sich nicht und sie wollte ja nur mal gucken, wie die hohen Herrschaften so speisen (damit durfte sie immerhin mehr, als Aschenbrödel ;-) Sie spielte ihre Rolle so perfekt, dass mehrere Gäste sie ansprachen und auch mich fragten, warum sich die Dame denn nicht zu uns an den Tisch setzte.

Nach dem Essen gab es den Film. Die Gäste konnten an der Tafel sitzen bleiben, denn wir hatten uns selbst zu Weihnachten einen Beamer von Aldi geschenkt und Papas Dialeinwand ausgeliehen. Ich kann nur jedem empfehlen, den Film auch mal in einer solchen Runde wohlgesonnener Fans zu gucken. Mit Pulikumsreaktionen sind die geliebten Szenen und freudig erwarteten Kleinigkeiten nochmal so schön. Der WDR filmte uns dabei, wie wir glücklich den Grund unseres Festes feierten.

Das Quiz war zu schwer und wegen einer Nachlässigkeit meinerseits hatten wir zwei Sieger. Zu Recht meldete sich nach der Siegerehrung noch unser jüngster Gast mit derselben Anzahl richtiger Lösungen: Samira, 15, hatte auch aus der Brigitte von der Party erfahren und ihre Mutter überredet, dorthin zu fahren. Sie hatte ihr entzückendes Kleid selbst entworfen und mit der Mutter angefertigt und es wurde ziemlich schnell klar, dass wir es hier nicht mit einem Hühnchen ohne Federn, sondern einem hartnäckigen, bestens informierten Aschenbrödel-Fan zu tun hatten. Sie nahm uns zum Glück auch nicht übel, dass wir alle doppelt so alt waren wie sie. Vielleicht sehen wir dich ja demnächst wieder - diesmal ohne Mutter, dafür mit Freund ;-).

Dann wurde getanzt. Unter Monas und Marcus' Anleitung tanzten wir wie die Gäste auf dem königlichen Ball. Es dauerte zwar ein bisschen, bis wir alle Schritte konnten, aber nachdem die Endlosschleife der Ballmusik ein paarmal durchgelaufen war, funktionierte es ganz gut. Marcus und Mona zählten laut mit und je länger wir tanzten, desto weniger mussten wir nachdenken und desto mehr Spaß machte es. Der WDR war entzückt. Wir auch.

Während wir tanzten, bereitete Zahira eine ganz besondere Showeinlage vor: Ihren Aschenbrödel-Tanz - mit Bauchtanzeinlage. Von Berufs wegen Tänzerin hatte sie diesen Tanz für Ihre Eltern auf der Weihnachtsfeier des Tanzsstudios uraufgeführt. Als sie von der Party erfahren hatte, hatte sie angeboten, dies auch für uns zu zeigen. Im Tanz begann sie als armes Aschenbrödel, das sich aber mithilfe einer Zaubernuss in eine Schönheit verwandelte, die uns zur Aschenbrödel-Musik mit glitzernden rosa Schleiern verzauberte. Schließlich kam die Bauchtänzerin in Zahira heraus. Und wenn das auch sicher für viele unerwartet kam und nicht jedermann einen Bauchtanz mit Aschenbrödel in Verbindung bringen mochte, eins muss man sagen: Es war gekonnt. Es war rosa. Es glitzerte. Es war ein Augenschmaus. Dann aber war der Ball für Aschenbrödel vorbei und sie musste schnell ihren Mantel überwerfen und fliehen. Dabei verlor sie den Schuh, den der "Prinz" natürlich fand und zum krönenden Abschluss unsere Solokünstlerin zu ihrem verdienten Applaus auf die Tanzfläche zurücktrug. Leider wollte der WDR das nicht filmen.

 

Dafür den Aschenbrödel-Triathlon. So schlecht war ich beim Reiten noch nie. Andere hatten da mehr Glück. Dafür war das Schießen mit der Armbrust doch ziemlich schwierig.

Am meisten Kopfzerbrechen machte den Kombattanten aber das Gemüsesortieren mit weißen Handschuhen. Es wurde fleißig geschaut und immer wieder nachgefragt um die allerbeste Strategie auszutüfteln bis man an der Reihe war. Und wirklich: Mehrere Paare schafften es, mehr als die von mir nach einem Selbstversuch veranschlagten 30 g zu erreichen. Andere scheiterten an der Maximal-5-Falsche-Hürde und mussten sich mit 8 g begnügen.

Beim Reiten offenbarte sich manch motorisches Traumpaar. Mit gehobenem Rock und storchengleichen Bewegungen gelang es einigen ohne einen einzigen Wackler über den Parcours zu kommen.

Das Schießen aber ist natürlich auch gemein. Bis man gemerkt hat, wie hoch man zielen muss, weil die Flugbahn des Bolzens doch merklich gekrümmt ist, sind zwei Schuss weg und der dritte geht dann schon aus Nervosität vorbei. Natürlich gibt es auch hier Talente und das Glöckchen auf der Rückseite unserer Sperrholzzapfen klingelte bemerkenswert oft.

 

Mit 50 Leuten dauerte der Triathlon seine Zeit. Der WDR packte zusammen, dann gesellten sich die beiden Redakteure und der Kameramann noch privat zu uns. Nur der Tonmensch musste schlafen gehen. Wir waren zwar schon müde, aber wir mussten doch noch viel mehr tanzen!


Unsere Musikanten waren mittlerweile eingetroffen und spielten auf, Wolfgang hatte zufällig Bongos im Auto und gesellte sich dazu. Auch mein Lieblingstanz vom letzten Jahr wurde wieder aufgelegt, die Reihen lichteten sich langsam. Dabei stand auch der Kostümwettbewerb noch aus. Den müssen wir demnächst unbedingt früher machen.

 

Und so war nur noch die Hälfte wach, als wir endlich zu der besonders interessanten Stelle kommen, wenn die Leute ein bisschen was über sich erzählen. Leider weiß ich kaum noch was davon... ab 30 lässt bekanntlich das Gedächtnis nach.

Peter und Ludger, gewandet in feinstes Linnen vom Karstadt, Meschede präsentierten sich als "Die Prinzen" Miriam und Maike aus Gummersbach hatten ihre Männer dabei - sehr löblich! Hardy hatte dieses Jahr ein bisschen mehr Zeit für sein Kostüm und es im Stil des Films abgeändert. Mona wollte dieses Kleid eigentlich gar nicht anziehen, aber das, was ihr gefiel, passte nicht.
       
Inga und Robert (ursprünglich aus Bayern ) kamen von Frankfurt angereist, stilvoll mit Schleppärmeln und Lederschuhen. Michael und Frauke der Jahreszeit angemessen mit samtenen Umhängen, Michael hatte dazu noch einen Dolch im Gürtel. Anna und Karsten aus Köln beide in Strumpfhosen gaben den Narren und das Aschenbrödel auf der Jagd Anne und Dieter (hoffe ich) in Samt und Seide verkörperten perfekt ein fürstliches Paar aus Essen.
       
Lena und Ruth konnten endlich mal ihre Gewänder vom Mittelaltermarkt tragen. Christiane und Michael als Köchin und als Jäger vertraten den arg unterrepräsentierten Stand der Leute, die das Essen auf den Tisch bringen. Susanne und Sabine, glaube ich, in attraktivem Rot hatten den Renaissance-Stil besonders gut getroffen. Gusti und Sonja in fließendem Silber. Gusti versprach, den Pullover auszuziehen, wenn sie gewählt würde.
       
Julia und Christian diesmal leider ohne Krone, die müssen sie auf dem beschwerlichen Seeweg von ihren Ländereien in der Neuen Welt verloren haben. Karin alias Zahira trug "nur" ihre "normale" Mittelalter-Gewandung - mit Leder. Johannes und Nils in Leinenhemden und Kniebundhosen hatten schon als Musiker und Tänzer überzeugt.  

Zu dieser späten Stunde - es muss so gegen zwei gewesen sein - ließ der Elan doch langsam nach. Einige konnten und wollten sich nicht mehr vor alle hinstellen und auch noch was sagen. Besonders die Eule wurde vom Publikum verlangt, ließ sich aber nicht erweichen. Mit riesengroßem Vorsprung wurde Ludger, der blaue Prinz, zum Sieger unter den männlichen Kandidaten erkoren. Seine Freunde benannten sich flugs um in "Gruppe Ludger" und der Meister selbst hielt am folgenden Mittag noch eine kurze aber herzliche Dankesrede am Frühstückstisch.

Bei den Damen hat es mal wieder Mona geschafft. Obwohl ihr das Kleid eigentlich gar nicht gefiel und sie noch bei der Vorstellung das andere schilderte, das sie viel lieber angezogen hätte, das ihr aber leider überhaupt nicht passte, gefiel ihre weiße Robe den anderen sehr und so hat sie zum großen Verdruß von Marcus, der NIE was gewinnt (außer auf anderen Parties) zum zweitenmal den Preis für das beste Kostüm vom Publikum bekommen.

Übrigens knapp vor der Eule, die sich zwar nicht der Wahl stellen wollte, aber trotzdem von vielen auf dem Stimmzettel genannt wurde! Danach stellte sich heraus, dass sie nicht nur als Eule gekommen war, weil die anderen Rollen schon vergeben waren, sondern weil sie sich auch privat für diese Tiere interessiert. Hätte sie das mal vorher gesagt, dann wäre ihr der Sieg vermutlich zugefallen.

 

Danach konnten wir wirklich nicht mehr. Ein bisschen tanzen noch, um nicht im Stehen einzuschlafen, dann gegen 5 Uhr war engültig Schluss.

 

 

Am nächsten Morgen waren einige schon weg, dringende Angelegenheiten oder eine lange Fahrt machte das notwendig. Als ich in die Feierhalle wankte, die vom Abend noch in Klump lag, schien die Sonne und von draußen hörte ich Stimmen. Schnell schloss ich das große Tor auf und da waren doch tatsächlich schon drei Mädels wach und nicht nur das, sie hatten sogar schon mal angefangen das Frühstück zu holen! Während wir einige Tische aufräumten und das Buffet zusammenstellten, kamen immer mehr verschlafene Gesichter dazu und packten mit an. Zügig war der kalte Kram von gestern in die Küche gebracht und das Frühstück stand auf dem Tisch. Jeder bediente sich und wir konnten in der Küche noch einiges nachholen, nur Eier waren irgendwann aus. Obwohl es Sonntag war, gab es Brötchen, Müsli und Obstsalat.

Der WDR frühstückte mit und filmte noch ein bisschen aber da sich keiner überreden ließ, nochmal das Kostüm anzulegen und dann einen winterlichen Spaziergang zu machen, beschränkte man sich auf Interviews ("Frau Richter, was nehmen Sie von der Aschebrödel-Party mit?" Äääh.... den Müll? Nein, keine Sorge, mir ist noch was anderes eingefallen ;-). Zum Glück war man wohl zufrieden mit den Aufnahmen, die auf der Party entstanden sind. Ich kam mir inzwischen blöd vor, weil ich mich im Vorfeld so angestellt hatte, aber auf der Party 2006 wird es auch nur ein Team geben, wenn überhaupt (noch einer kommen will). Was anderes wäre es, wenn wir die Party auf der Moritzburg machen könnten und der Sender zahlt, also überlegt es euch, ihr Öffentlich-Rechtlichen - ach nee, hatte ich vergessen: nächstes Jahr ist das Thema ja journalistisch schon sowas von durch ;-)))

Da klar war, dass um 12 Uhr die Veranstaltung zu Ende war, begannen dann auch schon die ersten, sich zu verabschieden. Von einigen habe ich später gehört, dass sie an diesem herrlichen Tag noch einen Spaziergang hinter der Burg gemacht hatten. Das haben wir auch. Zum Glück konnten wir uns mit dem Aufräumen der Feierhalle diesmal Zeit lassen. Mona, Marcus und Hardy, die Unverwüstlichen halfen uns noch bis drei Uhr in aller Ruhe alles wieder in den ursprünglichen Zustand zu bringen. Ihr seid so nett!! Dann gaben wir die Schlüssel zurück und verabschiedeten uns von den Herbergseltern. Die betonten nochmal, wie gern sie unsere Gruppe bei sich auf der Burg haben - und dass wir ihnen bloß Bescheid sagen sollten, wenn der Beitrag im Fernsehen gesendet würde!

 

Wir sind auch gern auf Burg Bilstein und wir sagen AUF JEDEN FALL Bescheid, wenn der Beitrag im Fernsehen kommt. Es wird Weihnachtszeit werden, Saison, ihr wisst schon.

 

Mein persönliches Fazit: Es hat mal wieder Spaß gemacht - trotz WDR. Leider habe ich mit viel zu vielen von euch viel zu wenig sprechen können. Wenigstens hatte ich den Eindruck, dass es euch auch gefallen hat. Von vielen habe ich ein paar Tage später jedenfalls nette bis sehr nette emails bekommen. Danke an euch alle! Es war diesmal eine sehr gemischt Truppe, aber es war erstaunlicherweise keiner dabei von dem man insgeheim gesagt hätte, nee, mit dem oder der will ich mich aber nicht weiter unterhalten. Muss an EUCH liegen!!

 

Zum Schluss muss ich noch eine mail von Sonja (du Liebe!) zitieren (aber nicht, dass ihr jetzt die falschen Schlüsse zieht - Sonjas Mann ist auch ein Schatz!!):

"... Auch Sven hat seine Rolle als Gastgeber sehr gut gemacht. Ihr seid wirklich ein ganz besonderes Paar. Habe meinem Mann gleich davon vorgeschwärmt, wie super ihr das zusammen gemacht habt (vielen Dank für alles nochmal an dieser Stelle). Ich möchte auch mal, dass jemand zu mir sagt: die Technik ist installiert, alles fertig, ein neues Fass angezapft, wir können mit dem Film loslegen. Das hat mich schwer beeindruckt. ..."

Ausnahmsweise daher an dieser Stelle mal ein öffentliches

DANKE

an Sven!
Ohne dich hätte ich nie.... usw., du kennst den Vortrag :-*