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Die 3hfa-Party am 3.1.2004 war die bisher tollste,
beste und schönste Party meines jungen Lebens!
Zwar ist die Party schon vier Wochen her, trotzdem überschlagen
sich in meinem Kopf die schönen Erinnerungen und es fällt mir
wirklich schwer, alle Eindrücke in einigermaßen chronologischer
Reihenfolge zu PC zu bringen. Aber ich gebe mir Mühe und versuche es mal.
 Nachdem
im letzten Jahr alle von Burg Bilstein so begeistert waren, haben wir
diesmal natürlich auch wieder dort gefeiert. Nur dass wir einen so tollen
Raum zur Verfügung gestellt bekommen haben, dass man's eigentlich nur
noch mit Schloss Moritzburg überbieten kann - und auch nur wenn auf Schloss
Moritzburg konstant 24 °C herrschen. Zu Recht heißt der alte Pferdestall
heute "Feierhalle" und was noch besser war: Über der Feierhalle
gibt es genau 29 Betten und die bekamen alle wir. Marcus, der sich schon
sehr auf die Armbrust freute, musste daher zwar leider darauf verzichten,
auf Mütter anzulegen, dafür lachten tanzten und redeten wir aber auch
bis knapp fünf Uhr morgens. Aus einem gemeinsamen Spaziergang wurde dann
am nächsten Morgen verständlicherweise nichts mehr ;-).
Aber von vorne. Am Samstag, dem 3.1.2004 - zugegebenermaßen
SEHR knapp nach Silvester - trafen Sven und ich um zwei oder so auf Burg
Bilstein ein. Während wir warteten kam ein Pärchen in unserem Alter dazu,
die sich als Stefan und Nicole vorstellten. Das freute mich sehr, denn
Stefan wollte letztes Jahr schon kommen, musste dann aber kurz vor der
Party leider absagen. Diesmal hatte er sogar eine Freundin mit angemeldet.
Obwohl wir noch in Zivil waren, noch keinen Raum und keine Schlüssel hatten
und den beiden noch gar nichts bieten konnten, freute sich Stefan herzlich,
diesmal dabei sein zu können. Ich war glücklich.
Noch
glücklicher wurde ich, als die Dame von der Hebergsleitung uns dann den
Raum zeigte. Wir waren überwältigt und beschlossen, die ganzen Dekomaterialien,
die wir dabei hatten, sofort auf den Müll zu werfen. Sven fand, dass wir
die Tische vor dem Kamin (ja, ihr habt richtig gelesen!) zu einer u-förmigen
Tafel zusammen rücken sollten, trotzdem schien noch genug Platz zum Tanzen
zu sein. Außerdem erfuhren wir noch, dass es über der Feierhalle Zimmer
gab mit genau 29 Betten. Da ich bis dahin 26 Anmeldungen hatte (mit Sven
und mir), passte das also ganz gut - und wir mussten nicht befürchten,
jemanden zu stören. Perfekt. Als wir unsere Sachen holten, kam Susanne
auch schon an, die allererste Anmeldung dieses Jahr. Sie hatte sich so
früh angemeldet, dass ich noch gar keine Karten fertig hatte - und mich
damit sehr ermutigt, denn ich fürchte immer, dass es diesmal bestimmt
schiefgeht und es gar keine Party geben wird. Natürlich boten Stefan,
Nicole und Susanne uns ihre Hilfe an, aber das konnten wir leider nicht
zulassen.
 Auch
andere Gäste trudelten nach und nach ein, während Sven und ich damit beschäftigt
waren, unser Equipment aufzubauen und zu überlegen, wo am besten das Essen
stehen sollte, wo der Fernseher hinkam und ob man nicht mal das große
Tor abschließen sollte, denn es wurde langsam kalt in der Feierhalle.
Immer wieder kamen Bekannte und noch unbekannte Leute an, für die es aber
zum Glück kein Problem war, miteinander auf einem Zimmer in Stockbetten
zu übernachten. Wir hatten natürlich nur einen Schlüssel pro Zimmer, aber
es herrschte Vertrauen und gute Stimmung, so dass die meisten Zimmer die
ganze Zeit über offen standen, was scheinbar für niemanden ein Problem
war. Toll, wenn man so unkomplizierte Gäste hat! Auch ein Dreiertrüppchen
von der Frauenzeitschrift "Brigitte" war dabei, das sich eine
professionelle Fotografin mitgebracht hatte. Die drei aschenbrödelbegeisterten
Damen waren vorher nicht nur beim Kostümverleih, sondern auch beim Friseur
gewesen und hatten absolut originale Frisuren - auch Angela, die als Aschenbrödel
kam. Das musste - denn dafür
war man schließlich auch angereist - in einem schönen Raum auf der Burg
erst einmal ausgiebig abgelichtet werden. Nachdem die drei gleich komplett
kostümiert aus dem Auto stiegen ließen sich auch die anderen nicht lumpen
und zogen sich in die Gemächer zurück, um ihre Gewandungen anzulegen.
Eine der ersten war Susanne, die zwar ein wundervoll violettes Kleid trug,
sich aber ärgerte, dass ihr
Seidenschleier daran kleben blieb. Das tat ihrem Auftritt als Burgfräulein
aber keinen Abbruch. Vorbereitet hatte sich auch das zweite Aschenbrödel
des Abends. Sabine hatte nicht nur den Schürzenzipfel vorschriftsmäßig
in den Bund gesteckt, sie hatte auch einen Eimer voller Linsen und Maiskörnern
dabei, in dem - man glaubt es kaum - auch noch eine Eule hockte!
Währenddessen zeichnete sich in der Feierhalle eine mittlere
Katastophe ab. Der Fernseher, den die Jugendherberge uns ausgeliehen hatte,
erzeugte zusammen mit unserem DVD-Player ein extrem grünstichiges Bild,
das wir nicht in den Griff bekamen. Es gab aber noch Hoffnung, denn letztes
Jahr hatte man uns ein anderes Gerät ausgeliehen. So musste der arme Zivi
Patrick nochmal ran und die Fernseher auswechseln. Er brachte sogar noch
ein zweites Scart-Kabel mit, falls es daran läge - danke, Patrick! Wie
groß der Schock war, als das Gerät
auch ein grünes Bild lieferte, könnt ihr euch vorstellen. Freunde, die
bei ihrer Anreise bei Sven und mir zu Hause vorbeikamen, und zur Not unseren
Fernseher hätten mitnehmen können, waren auch schon 20 km weiter. Wir
spielten mit dem Gedanken, dass Sven während des Essens zurückfahren und
unser Gerät holen könnte - aber schön wäre das nicht gewesen, denn wir
wohnen ca. 1 Stunde von Bilstein entfernt. Da aber betrat Carsten die
Bühne, betrachtete das Unheil, gab Sven, der verzweifelt nochmal alle
Knöpfe an der Fernbedienung ausprobierte, Tipps und siehe da - plötzlich
war der Bildschirm bunt! Lob dir, o Carsten, dafür brauchst du auch nicht
als Stiefmut ter
zu kommen!
Das
Essen gab es um 18 Uhr, freundlicherweise halfen die Gäste dabei, es aus
der Herbergsküche zu holen und über den kalten Burghof zu schleppen. In
unseren Kostümen erregten wir bei den Kindern, die auf der Jugendherberge
zu Gast waren, natürlich Aufsehen. Auch das leckere Landbier wurde uns
wieder geliefert, so dass nun erst einmal alle in ihren tollen und sehr
unterschiedlichen Kostümen sich an der großen Tafel niederließe n
um zu essen. Die Brigitte-Redaktion kam nun vom Fotoshooting zurück -
aber zwei Menschen fehlten noch. Marcus und Mona, die letztes Jahr mit
ihren mittelalterlichen Tänzen die MUTTER zur Verzweiflung getrieben hatten,
hatten sich auch angemeldet - waren aber, obwohl aus Dortmund noch nicht
da. Gerade fing ich an, mir Sorgen zu machen, da kamen sie doch - und
hatten auch noch spontan jemanden mitgebracht - Hardy, den 27. Gast auf
der Party!
Das
Herbergsessen war wieder mal sehr gut und schnell verzehrt. Wir bekamen
aber problemlos nach kurzer Wartezeit noch ein paar Portionen nachgeliefert.
Leider war es durch das doch häufig geöffnete
Tor der Feierhalle kühl geworden und so standen erst mal einige vor dem
anheimelnd knisternden Kamin, um sich ein bisschen aufzuwärmen. Damit
uns ein bisschen wärmer wurde, erklärten sich Mona und Marcus (der, genau
wie letztes Jahr, ziemlich krank, aber auch ziemlich tapfer war), bereit,
zuerst ein kleines Tänzchen zu wagen, bevor wir uns vor den Fernseher
setzten. Überraschenderweise spielten dazu wieder Nils und Johannes auf.
Damit hatte ich
nicht gerechnet. Auch Nils, u.a. Querflötist, hatte sich wieder angemeldet,
wusste aber nicht, ob
sein musikalischer Partner Johannes kommen würde - und alleine Musik zu
machen fand er natürlich nicht so schön. Johannes hatte mich jedoch noch
am Morgen des 3.1. angerufen um zu fragen, ob noch ein Platz frei wäre.
Klar war noch einer frei. Dass Johannes seine Gitarre mitbringen würde,
wusste ich aber nicht. So tanzten wir zu originalen Klängen aus der Zeit
ein, zwei mittelalterliche Tänze, bis uns warm genug war, um anderthalb
Stunden vor dem Fernseher auszuharren.
Es
ist immer wieder erstaunlich und ziemlich rührend Menschen um die dreißig
dabei zuzusehen, wie sie einen Kindefilm verfolgen, den sie nicht loslassen
können, wie das inzwischen arg ramponierte Lieblings-Kuscheltier, das
einem die Oma geschenkt hat, als man drei war. Zum Glück hat unser Lieblingsfilm
inzwischen zwei Liebhaber gefunden, die ihn ein bisschen aufpoliert
haben. Hoffen wir, dass diese gute Qualität bald als Kaufvideo und DVD
allen zugänglich gemacht wird!
 Nachher
gab es das obligatorische Quiz. Die Köpfe qualmten, besonders Carstens,
der sich, wie immer, vorgenommen hatte, diesmal aber nun bestimmt zu gewinnen.
Tut mir Leid, Carsten, Fragen wie "Wie heißt die Eule?" gehen
mir langsam aus ;-). Wir hatten in die 13 Fragen wie sich das gehört drei
besonders harte Nüsse eingebaut. Und wie so oft wurden gerade diese Fragen
von Leuten gelöst, von denen man das nicht gedacht hätte. Dennis, der
den Film diese Saison das erste mal komplett gesehen hatte, wusste, welcher
sehr schwere Gegenstand in Aschenbrödels Dachbodenversteck steht - ein
Amboss
(die Frage kam von Sven, mir war das auch noch nicht aufgefallen). Johannes
konnte sagen, wie die Dame heißt, die am nächsten der Tür des Ballsaals
steht, als diese für Aschenbrödel geöffnet wird, es ist Baronin von Eck.
Erst vor wenigen Tagen war mir aufgefallen, dass die drei edlen Herren
im Film Pfeile
(oder Armbrustbolzen) in verschiedenen Farben haben, daher fragten wir
nach Kamils Pfeilen. Doch sogar das kam heraus - sie sind grün. Gewonnen
hat aber eine Frau, nämlich Christiane aus der Stuttgarter Gegend. Als
Preis konnte ich ihr dieses Jahr mal etwas anderes als eine Flasche Ostbrause
oder ein paar Nusspralinen überreichen, was mich auch sehr gefreut hat.
Nun
war die Zeit gekommen für den schon im letzten Jahr versprochenen Aschenbrödel-Triathlon!
Der sportliche Wettkampf der Zweierteams bestand aus den Disziplinen Gemüse
sortieren, Hindernisreiten und Armbrustschießen. Zunächst mussten gegen
die Zeit mit einer behandschuhten Hand (sollte eine Taube darstellen)
möglichst viele Erbsen und Maiskörner sortiert werden, sie wurden gewogen
und die erreichten Gramm als Punkte gutgeschrieben. Dabei wurden die unterschiedlichsten
Strategien verfolgt.
Neben
dem eher gewöhnlichen Versuch mit den verflixten Handschuhen einzelne
Erbsen oder Maiskörner zu greifen und in das Schälchen fallen zu lassen,
versuchten einge Athleten auch, mehrere Körner gleichzeitig zu halten
und mit dem Daumen zu sortieren. Ein Team hatte beide Strategien verworfen,
schöpfte eine Handvoll gemischte Körner in ihre Schälchen und versuchten
nun, alle unpassenden wieder auszusortieren. Es war spannend, schlecht
beleuchtet und feinmotorisch recht anspruchsvoll.
Die
nächste Herausfoderung lehnte in Gestalt von zwei Steckenpferden am Tor,
die Julia schon letztes Jahr den beiden realen Nikoläusern nachempfunden
hatte - eins hat ein "Milchmaul", das andere nur eine "Schnippe".
So manches Bein wurde enthüllt, denn um mit einem fast zwei Meter langen
Steckenpferd zu zweit um schlecht ausbalancierte Sperrholzbäumchen herumzureiten
und eine wackelige Hürde zu überwinden behalfen sich die meisten mit dem
Trick, den Stecken möglichst hoch zu heben, auch wenn die Damen dafür
den Rock lüften mussten. Das alles durfte zu allem Unglück auch nur eine
Minute dauern, und wenn man "drüben" angekommen war, musste
man über den Parcours wieder zurück. Dabei kam es noch fast zu einem Zwischenfall,
als Christina stürzte. Sie hat sich aber zum Glück nicht ernsthaft verletzt.
 Schließlich
die Königdisziplin: das Schießen mit einer Kinderarmbrust auf drei unschuldige
Sperrholzzapfen. Auf dem Rücken der Zapfen war ein Glöckchen befestigt,
so dass ein Klingeln eindeutig einen Treffer verriet. Sven hatte noch
einen langen Fichtenast besorgt, der malerisch und recht original das
Vierkantholz verdecken sollte, an dem die Zapfen hingen. Die Gäste hatten
sichtlich Spaß, auch wenn es nicht so einfach war, aus ca. fünf Metern
Entfernung mit einem Pfeil, dessen Flugbahn merklich gekrümmt war, die
Zapfen zu treffen.

Am Schluss standen die Sieger fest: Johannes und Nils,
die wir bisher für so feinsinnige Musiker gehalten hatten, hatten sich
als wahre Aschenbrödels erwiesen und den Preis - zwei Aushangfotos des
westdeutschen Verleihs (und zwei Piccolos) - knapp aber verdient vor Christina
und Britta gewonnen. Schade, denn bei Punktgleicheit hätte es noch ein
lustiges Stechen gegeben ... wir dachten da an das Mitsingen des Karel-Gott-Songs
im Karaoke-Stil - und natürlich auf Tschechisch. Nun, vielleicht nächstes
Jahr.
Marcus
und Ramona hatten uns schon vor dem Film Appetit gemacht und so konnten
wir nun nicht länger auf die zweite Runde Tanzen warten. Nils und Johannes
spielten auf, manchmal mussten auch CD s
herhalten, die Mona und Marcus mitgebracht hatten. Die alten Tänze, bei
denen mal nur das Paar, mal alle zusammen tanzen, sind der Fetenknaller
- und nächstes Jahr brauche ich ein Kleid, das richtig weit schwingt!
Inzwischen war es richtig gemütlich geworden, die Wärme des Kamins breitete
sich aus und man konnte es nun gut aushalten in der Feierhalle. Manche
tanzten, andere waren ins Gespräch vertieft, dem Bier wurde zugesprochen
und ich glaube, es sind wieder einige interessante Bekanntschaften entstanden.
Doch der Höhepunkt des Abends stand uns, ohne dass wir es ahnten, erst
noch bevor.
Marcus, dem es von Stunde zu Stunde besser zu gehen schien,
hatte sich, wie versprochen, für die Musik des Film-Balls einen besonderen
Tanz ausgedacht. Die Paare tanzten zunächst in einer Reihe, wie Kinder
auf dem Grundschulhof sich aufstellen, dann wurde eine Gasse gebildet
und das jeweils erste Paar tanzte durch die Gasse und wand sich zwischen
den anderen hindurch um sich hinten wieder anzustellen. Es klappte ganz
hervorragend und Marcus un d
Ramona waren voll des Lobes über unsere Gelehrigkeit. Plötzlich aber sagte
Marcus "Überraschung" und stellte die Musik ab. Es folgte eine
kleine Ansage, die dem Präzeptor alle Ehre gemacht hätte, deren Wortlaut
ich aber über dem, was folgen sollte, völlig vergessen habe. Dann übergab
er das Wort an den Herrn des Paares, dass überhaupt nicht zufällig gerade
am Anfang der Schlange stand. Es war Stefan und um es kurz zu machen:
Er machte Nicole einen so süßen und charmanten Heiratsantrag, dass diverse
Tränchen rollten. Er hatte sich sogar ein Rätsel ausgedacht: "Der
Kopf ist voller Fördertürme und Kohlenstaub, aber ein Bergmann ist es
nicht" und "Die Arbeit bestimmt sein Leben Tag ein Tag aus,
doch reich geworden ist er bislang noch nicht" und schließlich kniete
er vor ihr und fragte "...ob du gewillt bist, meine Frau zu werden
und den Rest meines Lebens mit mir zu verbringen?" - und natürlich
sagte sie "Ja"! Ach!!
Von Johannes und Nils bekamen die beiden ein Fläschchen
Sekt spendiert und wir gratulierten alle und wünschten Glück. Aber sofort
kam auch die Frage auf: wie ist das noch zu überbieten? Eine Live-Geburt
auf der Party vielleicht? Egal, Stefan und Nicole sahen so glücklich aus!
Stefan lud die Anwesenden dann sogar zur Hochzeit ein, und da werden wir
uns dann sicher auch vorzeitig wiedersehen!
Was konnte nun noch kommen? Den
Kostümwettbewerb hatten wir noch nicht gemacht, aber bei den vielen unterschiedlichen
und tollen Kostümen konnten wir darauf keinesfalls verzichten, auch wenn
einige wegen der vorgerückten Stunde (es muss so um halb drei gewesen
sein) und der teilweise langen Rückfahrt am nächsten Tag sich schon zurückgezogen
hatten. Die verbliebenen Leute stellten sich nochmal kurz vor und erzählten
manch lustige Anekdote rund um den Abend.
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| Mona und Marcus brauchten nicht viel zu sagen,
denn sie waren ja unsere Tanzlehrer. |
Den strahlenden Stefan und seine Nicole kannten
nun ebenfalls alle. |
Christina zeigte ihre Schuhe, die sie irgendwann
am Abend gegen die goldenen Sandalen eintauschen musste, weil
die einfach aufgaben. |
Aschenbrödel (Sabine) stellte seine beste
Freundin Aschenbrödel (Angela) vor, die genau so heißt, wie sie,
und auch dieselben Hobbies hat. |
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Susanne versprach, dass sie nicht wieder Synthetik
und Seide zusammen anziehen würde. |
Meine Schwester Julia erzählte, dass sie fast
nicht gekommen wäre und ihr Freund Christian verteidigte seinen
Fuchsschal damit, dass ihn Julias Mutter ausgeliehen habe. |
Hardy, der die besten Schuhe trug, erzählte,
dass er erst Silvester von der Party erfahren habe und sich das
Kostüm von mittelalterbegeisterten Freunden ausgeliehen hatte, |
und Nils überraschte uns alle mit der bescheidenen
Bemerkung, dass er, nachdem er sich angenmeldet hatte, sein Hemd
(das aussah, wie vom Mittelaltermarkt) auf Mutters Nähmaschine
selbst genäht hatte. |
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Das trug ihm auf einem der Stimmzettel die Bemerkung
ein "Männer, die ihre Hemden selber nähen, finde ich klasse".
Gewonnen aber hat Ramona (ganz knapp vor Hardy) mit ihrem wundervollen,
weiten, strassbesetzten Stehkragengewand.
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Nun war es spät geworden, aber
sollten wir deswegen aufhören? Kam nicht in Frage. Das Tanzen hatte
uns so viel Spaß gemacht, dass wir nochmal damit anfingen. Leider
waren wir aber inzwischen nicht mehr in der Lage, kompliziertere
Schrittfolgen zu behalten. Mona und Marcus und Nils und Johannes
brachten uns aber noch ein paar einfache Tänze bei, die wir fast
bis zum Umfallen tanzten. Dann noch ein Stündchen vor dem Kamin,
für den Stefan und Marcus (glaube ich) noch im Wald ein paar Äste
besorgten und schnell war es fast fünf Uhr. |

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Wir räumten noch ein bisschen auf und bemühten uns dann,
leise ins Bett zu gehen um die
anderen nicht zu wecken und vielleicht noch etwas Schlaf zu finden. Sven
und mir ist das nicht so richtig gelungen, aber ich habe von anderen gehört,
dass sie gut geschlafen haben. Ich hoffe, das stimmt. Gegen halb acht
oder so schaute ich
mal aus dem Fenster und als hätte man es bestellt hatte es über Nacht
geschneit. Das war wirklich verrückt und Sven und ich grinsten uns mit
dicken Augenrändern an. Vorher war es zwar kalt gewesen, hatte aber nicht
geschneit und noch über den Tag wurde es wieder wärmer und am Montagmorgen
war alles weg. Es war wirklich, als wäre der Schnee nur für uns gefallen.
 Diejeigen,
die auch schon wach waren, gingen gegen neun daran, das Frühstück vorzubereiten.
Die beiden Neukirchener waren schon um acht Uhr gefahren und auch die
Damen von der Brigitte-Redaktion mussten früh weg. Wir brachten das schmutzige
Geschirr über den Hof in die Küche und holten das Frühstück. Die Herbergsmutter
war dabei, den Hof zu fegen, aber es schneite weiter. Später sahen wir,
sie hatte um den "verlorenen Schuh", der vor der Tür lag, ein
Herz gefegt.
 Zum
Frühstück trudelten nun die Leute nacheinander ein. Da wir nicht alle,
wie im letzten Jahr von Mama gleichzeitig ins Bett geschickt wurden, wurden
einige früher wach, andere gar nicht. Von Marcus, dem man in der Nacht
noch eine Spontanheilung zugetraut hatte, hörte ich, dass er es kaum aus
dem Bett schaffte. Ich hoffe, dir geht's wieder besser! So ohne Kostüme
fiel es mir manchmal schwer, die Leute sofort zu erkennen, aber es war
auch interessant, jetzt jeden mal "normal" zu sehen. Bevor alle
auseinander gingen, wurde noch schnell eine Adressenliste
angelegt. Der Abschied kam kleckerweise und war sehr herzlich. Nach und
nach machten sich alle auf den Heimweg. Glücklicherweise waren die Straßen
nicht zu sehr verschneit. Nur Mona und Hardy blieben noch etwas bei uns
und warteten auf Marcus. Ich versuchte indessen, den Boden zu fegen, leider
wollte der Besen nicht mitmachen. Schließlich war Marcus doch aufgestanden,
wir hatten alles aufgeräumt und mit dem Herbergsvater abgerechnet, die
Dortmunder verabschiedeten sich und wir blieben allein zurück.
Irgendjemand hatte in den Schnee auf unserer Heckscheibe
geschrieben: "War toll, danke!" Ja, war es auch und ich danke
EUCH! Ihr seid es immerhin, die diese kleine Motto-Party zu einem so großartigen
Erlebnis machen von dem ich den Rest des Jahres zehren werde. Ihr seid
diejenigen, die sich die verrücktesten Kostüme anziehen und auch noch
voller Überzeugung tragen, ihr seid die, die einen uralten Kinderfilm
gucken und darüber fast ans Heulen kommen, ihr seid die, die absurde Spielchen
mit einem Siegeswillen spielen, als wäre man auf einem Kindergeburtstag,
ihr seid die, die 300 km fahren um zu sechst, davon vier Unbekannte auf
15 qm zu übernachten, ihr seid die, die nach all dem am nächsten Morgen
bekunden, beim nächsten mal unbedingt wieder hier feiern zu wollen, ihr
seid die, die mich weiter nicht kennen, mir aber danken als wäre ich Mutter
Theresa und mich umarmen als gäbe es kein Morgen.
DANKE.
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P.S.
Es gibt ein nächstes mal, also spart etwas von dem Kind in euch
auf für den 15. Januar 2005 - ich freu
mich schon tierisch darauf, euch wieder zu sehen - und schöne
Grüße von Sven!
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Nachtrag:
 Wir
waren auf der Hochzeit von Stefan und Nicolé!
Wirklich ein sehr schönes Fest. Zwar hatten die beiden
nur die Aschenbrödel-Partygäste eingeladen, zu denen sie am Partyabend
eine engere Beziehung geknüpft hatten, und von denen konnte die Hälfte
leider nicht, aber wir Verbliebenen hatten großen Spaß, besonders weil
die Brautleute so glücklich wirkten. Alles war ganz wundervoll in rot
dekoriert und auf den Rückseiten der Menükarten hatte das Brautpaar neben
dem Originaltext vom Ende des Films auch den Ablauf der Verlobung auf
der Aschenbrödel-Party in Worte gefasst. Wir revanchierten uns mit dem
Törchen-Tanz, bei dem Stefan schließlich um Nicolés Hand angehalten hatte.
Die von uns aus den Gäs ten
rekrutierten Paare legten sich zum 3hfa-Titelsong mächtig ins Zeug und
der DJ war so nett, das Stück viel später noch einmal zu spielen, bevor
wir dann schweren Herzens die zweistündige Heimreise antraten.
Inzwischen
behalfen wir uns mit Sekt, dem hervorragenden Buffet und unseren jeweiligen
Nicht-Ehepartnern. Hardy, der alleine gekommen war, fing dafür den Brautstrauß
(bei nur fünf anwesenden unverheirateten Frauen durften sich diesmal auch
die Männer beteiligen), so dass der nächste glückliche Prinz auf der Aschenbrödel-Party
nur noch eine Frage der Zeit ist.
Vielen Dank, Nicolé und Stefan!
Und wir wünschen euch ein langes, glückliches, märchenhaftes Leben!
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