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Die Burg Bilstein thront unübersehbar auf einem steilen Felsen in der kleinen Stadt Bilstein. Die wiederum gehört zu Lennestadt und ist ca. 20 Minuten von der A4/A45 und der Kreisstadt Olpe entfernt. Für Übernachtungs-möglichkeiten war also gesorgt. Und einen passenden Raum hatten wir auch bekommen: Freiheit Bilstein - ein Turmzimmer mit angrenzendem Raum in dem im 16 Jahrhundert abgebrannten und in den 1970er Jahren wiedererrichteten Südflügel der Burg. Die Räume verströmten das Flair liebevoll gepflegter Traditionen. Wir durften alles nach Lust und Laune umstellen und bekamen auch noch einen riesigen Fernseher geliehen. Aber es kam noch besser - die Gäste trafen ein und
waren alle verkleidet!!
Jetzt hieß es erst einmal: Betten beziehen (gibt es eigentlich ein Gesetz, nach dem Herbergswäsche immer rot oder blau kariert sein muss?). Die Gäste bekamen Schlafräume mit so klangvollen Namen, wie "Kammerzofen", "Hexenkessel" oder "Eulennest". Dabei waren uns die Herbergseltern sehr entgegengekommen. Wir konnten sowohl der jungen Familie mit Baby ein eigenes Zimmer anbieten, als auch das erkältete bzw. kehlkopfentzündete Pärchen ungehemmt schnarchen lassen.
Ich meinerseits freute mich nicht zum letzten mal wie ein Schneekönig über die Freundlichkeit, die Begeisterung und den Elan unserer Gäste. Nachdem man sich gestärkt und von der teilweise sehr langen Reise (bis zu 5 Stunden) erholt hatte, wurden die edlen Herrschaften zur Filmvorführung in den Turm geladen.
Obwohl alle den Film während der Weihnachtstage schon
gesehen hatten,
Das Fest nahm seinen Fortgang mit allerlei Getränk und zierlicher Konversation.
Dann hatte jeder zwei Stimmen und mit großen Abstand gewann Mona.
Anschließend luden Ramona und Markus zum höfischen Tanz ein, zu dem Nils (Querflöte) und Johannes (Gitarre) aufspielten.
Ute fotografierte noch schnell die Aufstellung, aber leider mussten wir dann alle tanzen und konnten weiter keine Fotos machen... Dies erübrigte sich allerdings nach wenigen Minuten sowieso als wir den ersten Auftritt der MUTTER erleben durften. Diese bewohnte wohl ein Zimmer über uns (obwohl ich dern Erklärungen der Herbergseltern lauschend davon ausgegangen war, dass über uns alle Zimmer leer bzw. mit uns belegt seien) und erklärte in freundlichem Ton "Also ich kann es nicht mehr hören, immer dieses eins, zwei, drei, vier! Ich bin jetzt schon achtmal wach geworden. Meine Kinder können nicht schlafen, ich kann nicht schlafen, so geht das nicht weiter!" (keine Gewähr für den genauen Wortlaut - schade, dass wir das nicht fotografiert haben). Nach einer Entschuldigung unsererseits zog sie sich zurück. Wir beendeten dann auch unser unmenschliches Gezähle und gingen zum gemütlichen Teil über...
...der gegen zwei Uhr endgültig beendet wurde durch DIE MUTTER, die nunmehr soweit war, die Herbergseltern rufen zu lassen "obwohl ich das nicht gerne mache. Meine Kinder (sic!) müssen in vier Stunden aufstehen, ich weiß nicht, wie das weitergehen soll!" Die grobe, unflätige und ausfallende Bemerkung des sonst so feinsinnigen Musikers Johannes "Jetzt bleiben Sie mal auf dem Teppich" trieb die Arme erst recht zur Weißglut. Überdies berichteten die Raucher (die draußen rauchen mussten), dass DIE MUTTER von Unruhe getrieben ständig über die Flure wandere. Auch von uns waren schon einige verschwunden und die letzten legten sich nun ebenfalls in den Hochbetten auf der "Hohen Bracht" und im "Bruchhagen" zur Ruhe. Wir im Hexenkessel direkt neben DER MUTTER setzen bei der Gelegenheit unsere schrecklichste Waffe ein: Carstens (und einiger anderer Leute) Schnarchen.
Irgendwie waren fast alle gleichzeitig wach.
Das reichhaltige Frühstück (mit Obstsalat, Eiern, und Müsli) haben wir so alle gemeinsam in "Freiheit Bilstein" eingenommen.
Die vier Damen aus Siebigerode mussten nach dem Frühstück zeitig los. Nachdem die anderen in Ruhe zu Ende gefrühstückt hatten ging es dann ans Aufräumen und Zusammenpacken. Die Betten mussten abgezogen, das Geschirr zurück in die Küche gebracht und die Tische und Stühle an ihren alten Platz (wie war das noch?) gestellt werden. Dank der zahlreichen Hilfe ging alles ruck zuck. Die Engelskirchener wollten wegen des Kindes bald wieder nach Hause. Der Schnee und das schöne Wetter machten den anderen Lust auf einen Spaziergang. Gleich hinter der Burg konnte man zwischen mehreren Wanderwegen wählen. Also Jacken an und bei -10°C ab in den Wald! Nachdem wir uns mehrfach fragen mussten, ist das ein Weg oder nicht?, und uns zugegebenermaßen ein bißchen verlaufen hatten, fanden wir nach fast zwei Stunden doch wieder auf den Burghof zurück. Nach dieser Anstrengung hatten wir uns die vom Vorabend übriggeblienen Schokoküsse und Cashewkerne verdient.
Dann aber hieß es Abschied nehmen. Ein - soweit es mich betrifft - tolles Aschenbrödel-Fest ging endgültig zu Ende. Mit Umarmungen und der Aussicht, nächstes Jahr wieder dabei zu sein gingen die Fans auseinander.
Und wenn ihr wollt, machen wir das nächstes Jahr wieder. Auf die schöne Burg Bilstein dürfen wir zurückkehren, der Film ist bis dahin vielleicht als überarbeitete Version zu kaufen, die Filmmusik sowieso, und dann machen wir auch den Aschenbrödel-Triathlon und das Karel-Gott-Karaoke, die wir nicht mehr geschafft haben. Wir werden jedenfalls da sein. Eure Kathrin und Sven
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