Die Kostüme im Barrandover Fundus
Reste in Babelsberg
Filme und Kostüme
Wie kommt man an ein schönes Aschenbrödel-Kleid?
Selbermachen

 

Die Kostüme im Barrandover Fundus

Erster Einblick
Im Sommer 2003 hatte ich das große Glück mit wenigen tschechischen Brocken, viel Geduld noch mehr Gefuchtel mit Händen und Füßen und einer SEHR netten aber leider nur tschechischsprachigen Dame vom Kostümfundus der Barrandover Filmstudios das Ballkleid und das Hochzeitskleid von Aschenbrödel mal im Original bewundern zu dürfen. Die Dame war so freundlich, mir die kostbaren Stücke kurz vor meine billige Kamera zu halten. Dann suchte sie mir auch noch das Kleid von "Kleinröschen" heraus, und gestikulierte, dass eine dicke Person dieses Kleid getragen hatte - damit ich auch wirklich begreife, was ich da sehe.


2004 habe ich mich dann etwas besser vorbereitet und per email einen Termin im Barrandover Kostümfundus gemacht. Ich wusste ja, dass wenigstens einige Damenkostüme dort sind, aber man hatte mir auch gesagt, dass viele Kostüme in Deutschland aufbewahrt werden (und die Babelsberger waren am Telefon nicht ganz so hilfreich, wie die Tschechen). Ich hatte zu Hause angekommen aber im Bildvergleich auch festgestellt, dass das Ballkleid, das ich 2003 fotografiert hatte, gar nicht das Kleid war, dass Libu¹e im Film getragen hat. Also musste ich nochmal hin. Wie schon beim letzten mal waren die Damen sehr nett. Als mein englischsprachiger Kontakt (eigentlich nur die Übersetzerin der Abteilung) merkte, dass wir Deutsche sind, freute sie sich, denn eine der Leiterinnen des Fundus, eine ältere Dame sprach fließend deutsch und führte uns nun zwei Stunden durch den Fundus - Mann, war das toll!

 

"Reliquien" wurden an Hinz und Kunz verliehen
Aber der Reihe nach. Zuerst wurden wir in den Keller geführt, wo die Damenkostüme nach Stilrichtungen sortiert aufbewahrt werden. Dort fiel sofort eine Puppe ins Auge, die Aschenbrödels Ballkleid und den Kapuzenmantel trug. Dahinter hing schon das Kleid von Kleinröschen. Mehrere Kleider anderer Filme, darunter auch das Ballkleid von Dora hingen mit Zetteln markiert auf einem Ständer. Diese wären reserviert und würden ausgeliehen, erklärte man uns. Wir sahen uns an und konnten es nicht fassen: Ausgeliehen? An wen denn? Letzten Dienstag wäre die ARD dagewesen und hätte sich ein paar Kostüme - u.a. von 3hfa - für einen Beitrag im Tigerentenclub ausgeliehen. Diese hier würde jemand anderes bekommen, der ein Kostümfest veranstalten würde. Wie, diese heiligen Stücke, die SIE getragen hat, kann jeder Hinz und Kunz AUSLEIHEN??? Unglaublich, aber leider wahr: Für ca. 40 Euro Leihgebühr konnte man jedes Kostüm leihen. Zum Glück hat Frau ©afránková höchstens Größe 34, da passen wohl nicht viele Frauen rein, und außerdem musste man mehrere Tausend tschechische Kronen an Kaution hinterlegen, je aufwändiger das Kostüm, desto höher auch die Kaution. Aber trotzdem. Wir waren entsetzt.

Die Damen vom Kostümfundus aber hatten schon mit der Suche nach etwas begonnen, dass mir vielleicht passen könnte. Und mit beherztem Zerren und Ziehen wurde ich in Doras Ballkleid gesteckt. Kein Wunder, dass die traumhaften Kleider inzwischen nicht mehr nur ein wenig mitgenommen aussehen. Wir haben auch nach Aschenbrödels Brautkleid gefragt und durften es uns ein bisschen näher ansehen (siehe unten). Einem Fan blutet da schon das Herz, wenn er sieht, wie professionell mit den Sachen umgegangen wird - aber natürlich sind all die tausende von Kostümen für die Barrandover nur Produktionsmittel, und wenn durch das Ausleihen noch ein bisschen Geld hereinkommt - umso besser.
 

 

Kostüme sind nationales Kulturerbe
Inzwischen ist das wohl vorbei, denn neben zunächst 100 anderen Objekten aus den Filmstudios Barrandov sind die wichtigsten Kostüme aus 3hfa zum nationalen Kulturerbe erklärt worden. Barrandov hat eine Sammlung mit Requisiten und Kostümen aus Filmen zwischen 1953 und 1981 gegründet, u.a. um die Stücke vor dem Verfall zu bewahren. Die Sammlung wurde bereits im Winter 2008/09 in Prag ausgestellt. Im Kostümkatalog der Filmstudios kann man sich viele Kostüme ansehen, mit etwas Trickserei auch Doras Ballkleid, Kleinröschens Kleid und Aschenbrödels Brautkleid.

 

Leider fehlen inzwischen nach über 30 Jahren alle Zubehörteile, z.B. die Schleppen von Ball- und Brautkleid. Ich fragte mehrmals, was passieren würde, wenn einmal ein Kleid nicht zurückgebracht würde, bekam aber keine richtige Antwort, es hieß immer nur, die Kleider seien unverkäuflich, und man bräuchte sie auf jeden Fall zurück.

 

Die Zierborte vorne.
Das Futter der Rockschleppe
(wurde für die WDR-Doku erneuert)
Innen unter den Armen.

Wir fragten uns langsam, ob das überhaupt noch die Original-Kostüme waren, oder ob man sie nachgeschneidert hatte, vielleicht auch extra für den Verleih. Schließlich war das Ballkleid auf der Puppe auch nicht das Filmkostüm. Man erklärte uns aber, dass es schon die Originalkostüme seien, manchmal würde allerdings ein Kostüm doppelt angefertigt. Beispielsweise das Ballkleid? Ja. Haben Sie das andere Exemplar auch irgendwo? Ja, hier. Und schon wurde es ein paar Meter neben seinem Duplikat aus dem Hänger gezogen. Ja, das war es nun wirklich. Erkennen kann man das ja recht gut an dem großflächigen Paisley-Muster.

Film
Übrigens: Original und Duplikat tragen die Archivnummern 010209 und 010212 im Barrandover Fundus.

Die beiden Damen, die uns alles zeigten und als sie erst mal merkten, dass wir hauptsächlich Fotos machen wollten, liebevoll die Kostüme zurechtlegten und so drapierten, wie sie dachten, dass es am besten aussehen würde, erwähnten nebenbei etwas von Herrenkostümen. Wir horchten auf. Waren die doch in Prag? Letztes Jahr hatten wir noch verstanden, dass die Herrenkostüme alle in Berlin sein sollten. Aber da hatten wir ja auch nur in Zeichensprache kommuniziert. Wir fragten vorsichtig, ob man denn noch Zeit habe, uns auch die Herrenkostüme zu zeigen. Klar, kein Problem. Also sowas hab ich auch noch nicht erlebt. Wir machten nur Umstände, wollten jeden Fitzel fotografieren und stellen lauter dumme Fragen. Trotzdem war man im Fundus so was von freundlich und hilfsbereit, dass ich schon ein schlechtes Gewissen bekam.

Herrenkostüme farbenfroher als gedacht
Als wir dann zwei Stockwerke höher die Herrenabteilung betraten, fiel uns sofort der Jagdhut des Prinzen auf, der auf einem Plastikkopf ausgestellt war. Man führte uns ganz nach hinten durch, wo die Renaissance-Kostüme auf Stangen hingen, mit Zetteln darüber, die den Filmtitel nannten und die Kostümnummern aufzählten, die dazu gehörten. Und was konnten wir plötzlich für Details entdecken. Oder ist euch schonmal aufgefallen, dass das schrecklich goldene Outfit des Prinzen (wir Ex-Kölner nennen ihn dann immer schwerzhaft "Prinz Karneval") blau gemustert ist?? Die Farben waren sowieso überraschend knallig. Auf einem alten Verleihvideo ist auch alles viel bunter, als früher im Fernsehen, das als Beitrag zu der Diskussion um die vom WDR in Auftrag gegebene Farbkorrektur. Manchmal wussten wir auch nicht genau, welches Kostüm es nun war, es kam uns zwar bekannt vor, aber wir konnten es nicht zuordnen. Aber wozu gibt es screenshots...

  Nr. 511175

 

Drei Schuhe für Aschenbrödel
Wir fragten auch nach den Schuhen und durften einen Blick in das Schuhlager werfen. Aschenbrödels Ballschuhe standen ziemlich weit vorne im Regal. Der ältere Schuhmacher, der im heute-journal zu sehen war, hat diese Schuhe angefertigt. Er ist eigentlich schon pensioniert, arbeitet aber noch ab und zu für Barrandov. Als wir da waren hatte er leider gerade Urlaub. Auch die Schuhe waren die Originale, die Libu¹e tatsächlich getragen hat. Sie sahen auch getragen aus, bzw. hatten noch Schmutzspuren.

In dem ZDF-Beitrag konnte man schon sehen, dass Aschenbrödel verschiedene Tanzschuhe hatte. Es gibt ein Paar mit flacheren Absätzen zum Laufen und Tanzen und einen zusätzlichen Schuh (Gr. 34), der einen höheren, geschwungenen Absatz hat. Dieser Schuh wurde für die Nahaufnahmen verwendet, der Prinz hält ihn z.B. die ganze Zeit in der Hand und Aschenbrödel hält diesen Schuh hoch, als sie nach dem Verlust des Schuhs "den zweiten" Schuh ausszieht. Der Schuh ist noch etwas kleiner, als das flache Paar, und nur das hat Libu¹e wirklich getragen. Auch bei allen Einstellungen auf dem Hof. In der Nahaufnahme sieht man den Prinzen ihr den schönen Schuh anziehen, in der Totalen erkennt man aber, wenn man genau hinschaut, dass sie diesen Schuh gar nicht trägt.

 
linker Fuß
rechter Fuß, nah
Rechter Fuß, Totale. Am Absatz und an der Länge der vorderen Lauffläche erkennt man den flachen Schuh.

Ja, das haben wir 2004 Jahr in CZ gemacht.

In Prag gibt es auch noch andere Kostüme, z.B. die hier:

Nr. 020114 Nr. 020113
Nr. 020116 Nr. 511179

 

 

 

 

Reste in Babelsberg

Als nächstes waren wir dann auch mal in Berlin und haben in Babelsberg reingeschaut. Was Brummkreisel-Achim kann, können wir schon lange, dachten wir. Leider war das eine Enttäuschung und wir mussten feststellen: Brummkreisel-Achim kann auch nix dafür.

Der große Hut der Stiefmutter soll noch da sein, war aber gerade an eine Märchenerzählerin ausgeliehen. Und als das dazu gehörende Kleid wurde mir nicht das Ballkleid, sondern das "Alltagskleid" gezeigt. Das war auch nicht (mehr) original. Am Kragen hatte man eine rote Borte angesetzt. Da Kleid war überraschend schwer, ganz anders als die Kleider von Libuse. Und auch dieses Kleid ist in Wirklichkeit viel farbenfroher, als es in der alten Filmfassung aussieht.

Mehrfach bekamen wir mitgeteilt, dass es sich um eine Koproduktion gehandelt habe und die meisten Kostüme in Barrandov seinen. Als wir dann sagten, da waren wir schon, da sind aber nicht alle stellte sich heraus, dass viele Kostüme einfach nicht mehr vorhanden sind, verkauft (das hat man eine Zeitlang tatsächlich gemacht) oder vom Verleihen nicht oder zerstört zurückgekehrt. War z.B. durch einen Rotweinfleck das Kleid nicht mehr tragbar, wurde es entsorgt. Schon eine schlimme Vorstellung für jemanden wie mich. Ich würde mir jedes Kleid aus dem Film auch zerfetzt und rotweingetränkt in eine Vitrine hängen.

 

Auf direkte Nachfrage nach den Kostümen von König und Königin gab es die erstaunliche Auskunft, viele Kostüme würden auch umgeschneidert, vielleicht könnte man das eine oder andere wiedererkennen aber nicht ohne genauen Vergleich. Da wir unter dem Vorwand, etwas ausleihen zu wollen in das Kostümstudio gelangt waren, angesichts einer Leihgebühr von 75 Euro aber doch zurückschreckten und sich dann herausstellte, dass wir nur Fotos machten und neugierige Fragen stellten, wurde schnell klar: wir störten den Tagesablauf. Es war gerade wirklich viel zu tun und dann kamen wir auch noch und wollten nur Dinge wissen, die über dreißig Jahre zurück liegen. Es schien der Dame auch Leid zu tun, dass wir uns nicht unbeaufsichtigt umsehen durften (und daher gar nicht, denn dafür hatte keiner Zeit), aber sie konnte uns nicht weiterhelfen.

Im Requisitenfundus trafen wir einen sehr netten Mann der sich allergrößte Mühe gab, uns Stücke aus Märchenfilmen zu zeigen, aber da er vor kurzem für eine Ausstellung im Filmmuseum alles heraussuchen musste, was mit Märchen zu tun hatte, wusste er leider ganz genau, dass von 3hfa nichts mehr da war. Er hat mir dann noch per email ein Foto einer Kutsche geschickt, die aber nicht im Film vorkommt. Trotzdem ein sehr netter Mensch. Im Kleinrequisitenfundus bekamen wir sofort die Auskunft, nein, hier gäbe es auch gar nichts mehr. Wir haben dann nach verschiedenen Einzelheiten (z.B. dem Wappenschild oder den schmiedeeisernen Kronleuchtern im Ballsaal) gefragt, mussten aber unverrichteter Dinge wieder abziehen.

In der Bibliothek der Filmhochschule durfte ich wenigstens das bzw. ein Drehbuch vom 16.11.1972 mal in Händen halten. Sicher war es nicht das Exemplar, mit dem beim Drehen gearbeitet wurde - dazu war es viel zu sauber und glatt ;-). Außerdem muss es das ja auch noch auf tschechisch geben. Dann gab es eine Menge alter Zeitungsausschnitte hauptsächlich von März 1974, als der Film in der DDR angelaufen war. Die durfte ich alle kopieren. Weil die Anmeldung als Benutzer der Bib ein bisschen chaotisch war und sich dann herausstellte, dass ich nur einen Tag Zeit hatte und 500 km angereist war, bekam ich die Kopien geschenkt. Das fand ich auch sehr nett. Leider haben wir aber trotz mal wieder einiger freundlicher Menschen wenig erreicht.

 

Filme und Kostüme

Wenn ihr bis hierhier alles brav in der Reihenfolge der Navigationsleiste gelsen habt, dann wisst ihr ja schon, das Vorlíèek sich die Renaissance als das Zeitalter ausgesucht hatte, in dem 3hfa spielen sollte. Die Kostüme mussten also dazu passen. Meiner Meinung nach war diese Idee gar nicht so dumm. Vorlíèek schätzte zwar den Aufwand für einen "historischen" Film als hoch ein, aber er hätte sich - zumindest was die Kostüme angeht - auch eine wesentlich teurere Epoche aussuchen können. Die Kostüme der Hauptfiguren wurden von Theodor Pi¹tìk entworfen. Ich finde, sie passen gut ins ausgehende Mittelalter. Der eine oder andere mag Fehler entdecken, aber letztlich waren wir alle nicht dabei (bei der Renaissance, meine ich).

Auf dem Ball geht es dann allerdings doch sehr durcheinander. Da wurden dann eben, wie zwei Zeitzeugen berichten, die Kostüme verwendet, die man von anderen Produktionen schon hatte, und die irgendwie nach Ritterzeit aussahen. Und so ist es oft nicht das erste und letzte mal, dass man ein Kostüm in einem Film sehen kann. Den grünen Stoff für Doras Ballkleid hat man ein Jahr zuvor noch in "Hans Röckle und der Teufel" (mit Rolf Hoppe in der Hauptrolle) verwendet - da war er noch nicht zu einem Kleid verarbeitet. Hier noch ein paar Beispiele für fertige Stücke:

Schneewittchen DEFA 1961
Auf dem Schloss tragen die Diener diesen Rock.

3hfa, die Diener am Hof des Königs tragen das gleiche Modell, der Stoff scheint aber ein anderer zu sein.

 

Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus? DEFA 1977
Ziemlich am Anfang beim Zug des Königs

3hfa, Kleid einer Magd, die man in den Anfangsszenen auf dem Hof öfters sehen kann.

 

Schneewittchen, DEFA 1961
Ist das die später abgeänderte Urform?
3hfa
gleich zwei Herren
tragen so ein Kostüm
Am Ende von Schneeweißchen und Rosenrot, DEFA 1979 (mit Pavel!)
Dieses Herrenkostüm gibt es bei 3hfa mindestens zweimal. Den Herrn mit dem ausdrucksstarken Mienenspiel (links) sieht man ja dauernd durchs Bild schweben. Aber neben Dora und ihrer Mutter steht am Anfang des Balls noch jemand mit einem ganz ähnlichen Outfit (rechts).

Das gibt's natürlich auch in tschechischen Filmen:

Hry lásky ¹álivé (Barrandov 1971)
Trügerische Liebesspiele (eine Literaturverfilmung)

 

 

Und jetzt der Hammer. Wenn ihr meint, nur "unwichtige" Kostüme wären in anderen Filmen verwendet worden, dann schaut euch das mal an!

Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus? DEFA 1977
Na schön, die Qualität des Screenshots ist schlecht, aber ist die Ähnlichkeit nicht frappierend??

 

Oder das hier - gesehen von Mario. Danke für die Screenshots in toller Qualität!

Wie man Dornröschen wachküsst Barrandov 1977
Der Kragen ist Marie Horáková offenbar zu eng.
Kein Wunder - so zierlich wie Libu¹e war, sind wohl wenige.

 

OK und JETZT übertreiben wir es mal ein bisschen:

Stoffe, die in anderen Filmen vorkommen

Hans Röckle und der Teufel (übrigens mit Rolf Hoppe als Meister Röckle), DEFA 1974

 

 

 

Da ich immer wieder danach gefragt werde:

Wie kommt man an ein schönes Aschenbrödel-Kleid?

So ein Kleid kann man sich schneidern lassen. Schneider oder Kostümbildner findet man im Internet, in einem Branchen(telefon)buch oder durch Mundpropaganda. Oder man ist zufällig selber sowas von Beruf, wie z.B. unser Braut-Aschenbrödel auf der Party 2006.

Meine ganz persönliche und nicht praktisch erprobte Empfehlung:

  1. Sucht euch eine/n Schneider/Kostümbildner/in eures Vertrauens.
  2. Schaut euch an, was er/sie schon angefertigt hat.
  3. Vereinbart einen Termin und sprecht mit ihm/ihr über euren Wunsch (Fotos oder den Film mitnehmen!), eure Preisvorstellung, eure Vorstellung davon, wie nah das Kleid dem Original kommen soll.
  4. Geht nach Hause und denkt darüber nach.
  5. Geht wieder hin und macht einen Vertrag (oder eben nicht).

Folgendes solltet ihr bedenken:

  • Nicht alles steht jedem - vielleicht findet ihr euch in dem fertigen Stück total fett, alt, bucklig oder sonstwas. Möglicherweise seid ihr das auch ;-), aber Schneider/Kostümbildner usw. können euch VORHER beraten, wie ein Schnitt an euch wirken wird, was euch schöner macht, und was unvorteilhaft ist.
  • Meistens ist es unmöglich (oder sehr teuer) GENAU DEN Stoff zu bekommen, den ihr wollt oder aus dem das Original besteht. Überlegt euch, ob ihr das Kleid auch in dem vorgeschlagenen Stoff schön findet.
  • Das Anfertigen eines Kleides kostet Geld. Die Stoffe sind dabei unter Umständen nicht das teuerste. Es gibt viele Arbeitsschritte, die erledigt werden müssen, an die ihr vielleicht zuerst nicht denkt.
  • Ihr müsst garantiert Kompromisse machen. Überlegt euch in Ruhe, ob ihr damit leben könnt, oder nicht.

 

Beispiele aus dem www

 

 

Selbermachen  

Geht natürlich auch. Vor allem das Ballkleid erfeut sich großer Beliebtheit und man sieht alljährlich auf der Party diverse Versionen davon. Den Stoff des Gewinnerkleides 2007 sieht man hier links auch und offenbar kann man ihn bei ebay bekommen.

Alle, die schon mal überlegt haben, ob sie das nicht auch mal versuchen sollten, können vorher als kleine Anregung Christianes Anleitung lesen! Die beiden Brödels auf dem Foto haben übrigens richtige Namen: sie heißen Laura und Lea...

Kinder inspirieren. Anja schreibt: Ich bin in die Verlegenheit gekommen, meiner Tochter (5) ein solches Ballkleid zu nähen. War super, daß der Gürtel als Vorlage auf www.dreihaselnuessefueraschenbroedel.de vorhanden war, hab mich aber auch zusätzlich stundenlang vorm Video aufgehalten, vor u. zurückgespult, um einige Details aufzuschnappen.

Aber den Schnitt hab ich dann doch selbst entworfen und auch anderen Stoff verwendet, bin aber immer noch nicht recht mit dem Ergebnis zu frieden (einfach zu rosa). Zum meinem Glück ist aber meine Tochter mehr als begeistert und zieht dieses Kleid mit Vorliebe an. Schade nur, daß sie recht bald aus dem Kleid herausgewachsen sein wird - dann wird´s wohl nur noch zur Erinnerung im Schrank hängen ...

Auch das Brautkleid ist ein dankbares Motiv. Neben unserer Kostümbildnerin Evelyn (links), die ihren Stoff vormals bei Karstadt entdeckt hat, hat sich auch die passionierte Selbermacherin Christiane da heran gewagt (rechts).

Nicole aus Künzell schreibt: "Einen Schnitt zum Aschenbrödelkleid vom Stil her findet man auf Seite 164 bis 167 in dem Buch "Patterns for Theatrical Costumes" von Katherine Strand Holkeboer." Danke für den Tipp!

     

Natürlich muss es nicht immer das Kleid sein - auch der Schmuck ist nachahmenswert! Katja aus Wales hat sich 2007 des Diadems angenommen. "Habe endlich mal wieder im Forum vorbei geschaut und da die "Saison" so langsam wieder näher rückt, hat mich die Aschenbrödel-Magie erneut in den Bann gezogen und mich wie durch Zauber kreativ werden lassen, um mir einen kleinen Kindheitstraum zu erfüllen.

Ich habe nämlich versucht ein Aschenbrödel-Diadem zu basteln. Dieses hat mich jede Menge Nerven gekostet und war eine richtige Fummelarbeit, aber obwohl es sehr zerbrechlich ist, bin ich recht happy dass es endlich fertig ist. Es ist zwar nicht 100%-ig identisch, aber es ist besser geworden, als ich erwartet hatte. Musste sogar ein altes Schmuckstück dafür opfern, um den "Tropfen" zu bekommen..."

Katja hat Blut geleckt und inzwischen noch mehr Filmschmuck nachgearbeitet. Ein Teil Ihrer Arbeiten war 2009/10 auch auf der Aschenbrödel-Ausstellung auf Schloss Moritzburg zu sehen.
 

 

 

 

Wer sich für die Renaissance oder Kostüme allgemein interessiert, sollte einen Besuch bei der nächsten Seite nicht versäumen. Diese geniale, halb wissenschaftliche Seite bietet viele Informationen über die Mode vergangener Jahrhunderte, ihre Darstellung und Geschichte und vieles, vieles mehr:

Auf der nebenstehenden Seite bekommen alle, die eigentlich nicht nähen können, aber sich schon immer gefragt haben, wie man eigentlich einen Halsausschnitt richtig hinkriegt gute Tipps für einfache bis schwierige Vorhaben.

Auf "Handarbeiten", dann auf "Nähen" klicken.

Übrigens: Alle, die sich für die Aschenbrödel-Party selbst eingekleidet haben, hatten dabei schon unerwartet großen Spaß. Vielleicht sollte man sich das einfach nicht entgehen lassen. Die Ergebnisse taugen natürlich nur in Ausnahmefällen für "ernste" Events, aber für den Fasching allemal.