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Vítìszlav Jandák * 03.08.1947 1970 Abschluss an der DAMU als Schauspieler |
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Vítezslav Jandák wollte ursprünglich Jura studieren und Präsident werden. In welchem Alter er diese hochfliegenden Ambitionen hegte, weiß ich leider nicht. Aus dem Jurastudium wurde nichts, da sein Vater in den sechziger Jahren zunächst wegen Staatsaufruhrs und später wegen Hochverrats im Gefägnis saß. Daher blieb dem Sohn nur die Schauspielerei. Vítìszlav Jandák spielte in "Die Rückkehr der Märchenbraut" den Targan. Außerdem umfasst seine Filmographie noch: Tankovy Prapor (Das Panzerbataillon), Ticha Bolest ("Stiller Schmerz") (1990), Froschkönig (1990), Pravidla Kruhu (1989), Copak Je to Za Vojaka? (1988), Az Do Konce (1986), Havarie (1985), Stin Kapradiny (1985), Dym Bramborove Nate (1977). Inzwischen hat er es zum Präsidenten des Internationalen Filmfestivals für Kinder und Jugendliche in Zlín gebracht.
Sehr bescheiden, der Mann. Aber kein Wunder, wenn man seinen Brotwerwerb mal als "untergeordnete Berufstätigkeit" betrachtet hat. Besonders stört Jandák, dass man als Schauspieler entweder keine Rolle hat und dauernd auf einen Anruf wartet oder eine gute Rolle spielt und dabei zittert in der Erwartung, dass es wieder abwärts geht - und abwärts muss es seiner Ansicht nach auch für den größten Schauspieler immer wieder gehen denn der Markt fordert dauernd Neues. Jandák findet seinen Beruf daher schön, aber grausam und möchte ihn nicht mehr ausschließlich ausüben. Denn "für einen Mann ist das eigentlich nichts, es ist zu emotional und man kann über zu wenige Dinge entscheiden." Diese dunkle Seite des eigentich positiven Typs, wie sich Jandák selbst
sieht, offenbart sich auch in düsteren Untergangsszenarien, die Jandáks
Meinung nach bevorstehen. Zwar möchte er, dass auf der Welt das Gute
siegt, weiß aber, dass das nicht geht, weil "wir uns den Untergang
nähern und er wahrscheinlich auf uns drauf stürzt. Wenn ich nach seinem
Fall im Sterben liege, dann werde ich 75 sein und es macht mir dann
nicht mehr viel aus." Na, schönen Dank auch. Trotz der eher schwarzen Aussichten auf einen angenehmen Lebensabend versäumt Jandák es nicht, anderen Gutes zu tun. Selbst Allergiker und Asthmatiker ist er Vorstandsvorsitzender des Vereins "Löwenbaby", der Kindern mit Asthma hilft. So wurde kürzlich einem Sanatorium ein Baskettballfeld gesponsort. Und da Prag die schlechteste Luft der Republik hat, finanziert der Verein für ausgesuchte Schulen einen vierzehntägigen Aufenthalt in freier Natur. Außerdem werden ab und zu Geräte für ein Prager Krankenhaus angeschafft. Als bescheidener Mensch spricht Jandák natürlich nicht gern darüber.
In seinen Filmen trug er jedoch besonders häufig Uniform. Das findet Jandák amüsant, da er wegen einer Gehirnhautentzündung 1969 vom Wehrdienst freigestellt wurde. Neben Rollen als Polizist, SS-Mann und Detektiv mimte Jandák an die zwanzig Soldaten. Jandák führt das auf seine gerade Haltung zurück. In der Serie "Die schwarzen Barone" stellte er Kapitän Orech dar, in einer Kinderserie über Soldaten den "Onkel Kapitän" und er spielte auch in einer Serie über Partisanen mit. Inzwischen aber betrachtet sich Jandák eher als der "Steve McQueen des tschechischen Films", da er in all seinen ernsten Rollen wohl irgendwann angefangen habe zu lachen, so dass man ihm nun ständig Schwejk- und Politrollen verpasst und ihn zu einem Vatertypen macht. Bei aller Düsternis und den vielen ernsten Rollen ist Vítezslav Jandák jemand, der "Tom und Jerry", bunte Seifenopern und Happyends liebt. Offen gibt er zu, bei manchen Filmen zu weinen, nicht weil sie qualitativ so gut sind, doch wenn die Beziehungen der Figuren zueinander problematisch sind, dann berührt ihn das. Seinen Kindern gegenüber behauptet er dann, Heuschnupfen zu haben. Politik und Talkshows interessieren Jandák dafür überhaupt nicht. Er möchte, dass das Fernsehen von den täglichen Sorgen ablenkt, und dass es immer gut ausgeht. Vítezslav Jandák hat zwei erwachsene Kinder. Sein Sohn sieht ihm sehr ähnlich und besucht die Diplomatenschule. Seine Tochter Klara findet er ausgesprochen hübsch und erzählt stolz, dass sie ein Diplom der Uni Barcelona hat aber trotzdem noch weiter studieren wird. Er selbst ist 2005 Kulturminister Tschechiens geworden - und hat nun sicher keine Zeit mehr zum Filmen... Quellen:
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