Daniela
Hlaváèová führt zur Zeit eine
Kunstschule in Prag-Liben. Der tschechischen Reporterin Jana Podskalská
erzählte sie Ende 2002 in einem Interview einige Vorfälle, die sich
während der Dreharbeiten zu 3hfa zutrugen:
"... Sie haben in einem Märchenfilm
mitgespielt, der unsterblich wurde - Drei Haselnüsse für Aschenbrödel.
Können Sie sich an die Dreharbeiten noch erinnern?
Das ist schon fast so lange her wie die Eiszeit - 30 Jahre. Das weiß
ich so genau, weil ich schwanger war - mein Tochter ist jetzt 30.
Am
Set waren alle sehr nett zu mir. Die schlimmste Szene war die im Teich.
Stuntmen sind für uns ins Wasser gesprungen. Wir beide standen im Wohnwagen,
haben zugeschaut, wie sie ins Wasser springen und gebetet, dass es sofort
klappt.
Hat es geklappt?
Ja. Den ganzen vorigen Tag hatten die Techniker die Eisdecke aufbrechen
müssen, damit man Wasser sieht. Für mich haben sie ein Gerüst gebaut,
damit ich nicht im eiskalten Wasser stehen musste. Carola Braunbock
hatte einen Angelanzug unter der Kleidung. Ich stand 15 cm über dem
Wasser und alle hatten Angst, dass mir was passiert in meinem Zustand.
Der Winter war gräßlich.
Das
schauspielerische Brot ist hart...
Das sage ich Ihnen! Bis heute wundere ich mich, dass wir bei den Dreharbeiten
nicht erfroren
sind.
Bei einer Aufnahme hat Libu¹e ©afránková rote Hände - das war nicht künstlich,
es war Wirklichkeit! Die Jungs - Jarda Drbohlav, Pavel Trávníèek und Slavek
Jandák hatten in einer Szene dünne Lederschuhe an - sie mussten tanzen.
Es wurde draußen im Schnee gedreht, und ihre Füße sind steif geworden.
Ich fragte, wie sie das überhaupt aushalten könnten, in diesen Schuhen
zu laufen.
Davon
sieht man im Fernsehen nichts.
Das ist es. Es waren super Dreharbeiten. Auch wenn viele von uns nebenher
noch für Auftritte in ihre Theater und danach wieder zurück zum Drehort
gefahren sind. Die Innendrehs wurde in Deutschland gemacht, die Außendrehs
bei Klatovy.
Ich hatte ein erstaunliches Erlebnis. Wir sollten für zwei Wochen zu
den Dreharbeiten nach Deutschland fliegen, Vlada Men¹ík, Libu¹ka ©afránková
und ich. Morgens waren wir am Flughafen. Dreimal sind wir losgeflogen
und wieder gelandet - es herrschte ein furchtbares Wetter. Schließlich
mussten wir mit dem Zug fahren.
Es war bestimmt eine lustige Reise?
Richtig. Unser Reiseleiter musste erst mal Tickets für den Zug nach
Deutschland auftreiben. Ein anderes Problem bestand darin, unser Gepäck
vom Flughafen zum Zug zu bringen. Vlada Men¹ík rief Simonova Cladil
an. Ich sagte: Mach keinen Blödsinn, es ist Abend, die haben Konzert.
Zum Glück kam ein Taxi, mit dem wir zum Bahnhof fahren konnten. Der
Zug hatte keinen Schlafwaggon. Wir waren auf zwei Abteile verteilt,
aber schlafen konnten wir nicht. Nach dem Zoll auf dem Flughafen ist
uns nicht viel Geld übrig geblieben. Wir waren erschöpft, haben aber
trotzdem noch gelacht. Dann aber passierte es.
Nachdem wir die Grenze überquert hatten öffnete sich die Tür unseres
Abteils und ein weißgekleideter Mann trat herein. Er hatte eine Brause
in der Hand und einen Kanister auf dem Rücken. Libu¹ka und ich starrten
ihn an. Er sagte, dass sich im Land eine ansteckende Krankheit verbreitet.
Die Medien haben behauptet, dass der Auslöser kranke Giraffen im Tierpark
waren.
Dann erwartete Sie die Dusche...
Genau. Als der Mann mit der Desinfektion fertig war, blieben ein paar
Zentimeter Wasser auf dem Boden stehen. Beim Fahren schwappte es hin
und her - wir haben uns totgelacht. Wir waren völlig fertig, als wir
in Deutschland ankamen. Der Bahnsteig war ein richtiger Eislaufplatz
durch die frostigen Temperaturen. Wir sind nicht die Treppe hinunter
gegangen, sondern über die Schienen gelaufen. Die anderen Reisenden,
die den richtigen Weg genommen hatten, schauten sich ungläubig an, was
wir da treiben. So etwas würde kein Deutscher tun! 
Der Mann, der uns zum Drehort bringen sollte, hatte sich auch noch
verspätet. Da saßen wir um Viertel nach fünf Uhr morgens auf dem Bürgersteig
und lachten. Um uns herum standen die Leute mit verschlafenen Augen
die zur Arbeit fahren mussten und wollten uns mit Blicken töten...Können
Sie sich vorstellen nach einer solchen Reise sofort zum Drehort zu fahren
und sich die schönsten Kleider für den Ball auszusuchen - es war perfekt!
Wissen Sie, das ist genau das, was den Film ausmacht. Gerade durch Einsatz
und Durchhaltevermögen hat das Märchen eine solche Kraft. Alle haben mit
viel Energie daran gearbeitet und diese Energie strahlt aus dem Märchen
heraus."
Filmografie
| Jahr |
Titel |
Deutscher Titel |
Rolle |
| 1963 |
Tři chlapi v chalupe (TV) |
Drei Mann unter einem Dach |
Mädchen |
| 1966 |
Eli¹ka a její rod (TV) |
Eliska und ihre Familie |
|
| 1969/ 73 |
Kamarádi |
Freunde |
|
| 1969 |
Popelka |
|
|
| 1969 |
Pastak |
|
Blanka |
| 1973 |
Tři oří¹ky pro Popelku |
Drei (Hasel)Nüsse für Aschenbrödel |
Dora |
| 1975 |
Tak laska zacina |
So beginnt die Liebe |
Kellnerin |
| 1975 |
Dva muzi hlási prichod |
Zwei Männer zur Stelle |
Valesova |
| 1978 |
Ja to tedy beru, sefe! |
Ich mache das, Chef |
Niederlova |
| 1978 |
Já u¾ budu hodný, dědečku! |
|
Mana |
| 1978 |
Jen ho nechte, ať se bojí |
|
Kalendova |
| 1978 |
Tajemstvi prouteného ko¹iku |
Das Geheimnis des Weidenkorbs |
|
| 1979 |
Tím padem |
|
Jezdikova |
| 1980 |
Dnes v jednom dome |
Heute in einem Haus |
|
| 1981 |
Monstrum z galaxie Arkana |
|
Redakteurin |
| 1981 |
Zkou¹ky z dospělosti |
Ein guter Jahrgang |
|
| 1981 |
Poručík Petr |
Leutnant Petr |
|
| 1982/ 86 |
Malý pitaval z velkeho města |
Bezirksverwaltung der K, Prag |
|
| 1983 |
Lekař umirajiciho casu |
Arzt einer sterbenden Zeit - Das Leben des Jan Jessenius |
|
| 1983 |
Putování Jana Amose |
Mein ganzes Leben war Wandern |
Mädchen für alles |
| 1984 |
My v¹ichni ¹kolou povinni |
Ein Haus mit tausend Gesichtern |
|
| 1985 |
Já nejsem já |
Bin ich etwa Oskar? |
Frau mit Mantel |
| 1986 |
Bylo nas ¹est |
Studienbeginn mit Illusionen |
|
| 1987 |
Kam doskáče ranní ptáče |
Morgenstund hat Gold im Mund |
Brabcová |
| 1994 |
Cisarovy nové saty |
Des Kaisers neue Kleider |
Marktfrau |
| 1994/ 95 |
Kdy¾ se slunce nedaří |
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Psychologin |
| 1998 |
Čas dluhu |
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Agitatorin |
| 2001 |
Černí anděle |
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Quellen:
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Holger Ebermann: Daniela Hlavacova in: Der Tschechisch-Slowakische
SerienIndex, http://www.geocities.com/phonik2/hlavacova2.html
-
Jana Podskalská: Utajené le¹ení, in Televize 52/02;
http://www.televize.cz/scripts/detail.php?id=12619, Übersetzung von
Monika Hoffmann
-
International Movie Database (Hg.): Dana Hlavácová,
in: http://german.imdb.com/name/nm0387205/
-
Èeské Filmové Nebe: Dana Hlavacova - filmografie
in: http://www.cfn.cz/detail_osoba.php?oid=31886&CFNczUser=3aa5e2068bf8ba88ce311b43efd7a142