Eine lange email von Heidi...


Die Vorbereitungen für mein Aschenbrödel-Kostüm (1 1/2 Wochen vor Party-Beginn) haben mich völlig aus dem Zeitplan geschmissen, aber ich hatte 'ne Menge Spaß.

Ich bin leidenschaftliche Flohmarktgängerin und habe mir somit fast alle Materialien auf dem Trödel günstig erstanden. Vom Tag der Partyanmeldung an, bin ich dann auf Suche gegangen (z.B. habe ich für 1,- € eine Bluse gekauft, nur um die drei Knöpfe für das rosa Cape zu bekommen).

Um die Kette zu basteln, musste ich mir abends immer die DVD ansehen und auf Standbild stellen. Da das gerade die super Ballszene war, musste ich auch immer noch schnell den Schluss sehen (sehr zum Leidwesen meines Freundes!). Da habe ich dann Perlen auf Draht aufgezogen und das Ganze so lange gebogen, bis es dem Standbild etwas ähnelte. Leider stimmten die Farben nicht, und so pinselte ich alles mit rotem Nagellack an. Bei Kick kaufte ich dann eine Modeschmuckkette um alles etwas aufzumotzen.

Die Schuhe passten leider farblich auch nicht zu meinem Kostüm. Da musste dann wieder mein Nagellack herhalten. Das hat ganz schön gestunken (die riechen immer noch danach!), aber ich glaube, die sind jetzt sogar wasserdicht.

Da ich leider keinen Brokat fand, habe ich den Kleiderstoff einfach mit Glimmer-Textilmalstiften nachgezogen. Das glitzert auch.

Der Vogel auf der Schleppe war ein richtiger Glücksgriff. Zufällig entdeckte ich auf dem Flohmarkt einen alten Kopfkissenbezug (für sage und schreibe 50 Cent!). Super, dass dieser von beiden Seiten mit dem gleichen Motiv bedruckt war. Für die Schärpe wurde dieser einfach etwas verkleinert und die Flügel umgedreht. Auf einem Reststück Stoff des Capes malte ich mir zwei Täubchen und dann wurde alles auf einen alten Schal genäht. An dieser Stelle muss ich meine Mutter ganz doll loben. Ohne ihre Nähkünste wäre das alles nichts geworden!

Mein Kostüm war nun fertig, doch was sollte ich mit meinen Haaren anstellen? Also musste eine Perücke her. An zwei Abenden frisierte ich so lange herum, bis ich zufrieden war. Schnell noch zwei Blüten gebastelt und endlich fertig!

Meine Freundinnen ahnten nur von meinen Vorbereitungen und hielten mich komplett für bescheuert. Sie durften das Kleid auch erst in der Jugendherberge sehen! Als ich dann noch Schuhe, Kette und Perücke auspackte bekam ich nur zu hören: "Marzinzik, du bist doch total verstrahlt!"

 

So ist das nun einmal. Wir hatten jedenfalls viel Spaß.

Die Kopfbedeckungen lösten tatsächlich einen leichten Juckreiz aus. Gillian hatte beim Essen immer Angst, dass ihr etwas in den weißen Schal fällt. Aber wer schön sein will, muss leiden! Sie sah wirklich sehr königlich aus, was ihre Eleganz beim Tanzen unterstrich (hi, hi!).

Klaudia gefiel uns allen ganz klasse als Magd. Außerdem ist sie frisch verliebt und strahlte somit eine besondere Aura aus!

Manuela fiel auf, dass ihr Kostüm schon 2004 auf der Party getragen wurde (komisch, gibt es das in jedem Kostümverleih?). Außerdem erfuhren wir an diesem Abend, dass sie zum 2. Mal Mama wird!

Über Tanjas Haare haben wir noch beim Frühstück gelacht. Es kam jemand zu unserem Tisch und fragte, wer sie denn auf der gestrigen Party gewesen sei, weil er niemanden mit so einer Haarfarbe gesehen hätte (durch den lila Hut sah man die orangen Haare nicht).

Das tolle an so einer Party ist, dass die Vorbereitungen eine Menge Spaß machen und man hinterher auch noch lange in Erinnerungen schwelgen kann.

Inzwischen hat mich der Alltag wieder. Meine Chinchillas habe ich mit Leckerchen bestochen und meinen Freund mit Kohlrouladen. Da haben sie mir verziehen, dass ich ihnen 1 1/2 Wochen abtrünnig war.