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Das Grimmsche Aschenputtel Aschenbrödel kann wirklich reiten!! Nicht nur "Eichhörnchenfutter" Aschenbrödels Ritt ins Eheleben Von der Meisterschützin zur Braut Großes filmisches Können Gefühl und Humor Visionäre des Kinderfilms
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Märchenhafte Phantasiewelt - In der Zusammenschau aller vorgebrachten Aspekte zeigt sich also, dass 3HfA es schafft, die ganze Filmhandlung hindurch die Zuschauer in eine märchenhafte Phantasiewelt zu entführen, die durch ihre historische Originalgetreue durchaus real und glaubhaft und dadurch noch faszinierender wirkt. Erreicht hat Václav Vorlíèek das auch dadurch, dass er das Phantastische (auch mit Hilfe der Tricktechnik, die sich aus heutiger Sicht mit einfachen Mitteln beholfen hat) so in den Film eingebaut hat, dass der Zuschauer es "für bare Münze und nicht für irgendeinen Mummenschanz hält" (G. Müntefering, s.u.). Er hat die phantastischen Elemente also nicht isoliert, sondern lebensecht in den historischen Rahmen des Märchens eingebunden, so dass dynamische Kräfte frei werden, die das emotionale Erlebnis verstärken und den Film lebendiger und intensiver spürbar machen. Vorlíèek selber beschrieb es so: "Es geht darum, den Zuschauer in möglichst kurzer Zeit der Geschichte dahin zu führen, dass er glaubt, Unmögliches sei möglich und er die SPIELREGELN des Märchens annimmt. Sobald er also Unmögliches als Real annimmt, dann spielt er das Spiel mit mir." Außerdem hat Vorlíèek, wie oben beschrieben, die Charaktere seiner Märchenfiguren glaubhaft und psychologisch motiviert, so dass sie dadurch wie heutige moderne Menschen handeln. Gleichzeitig hat er es geschafft, die Weisheit, die in (oder hinter)
dem alten Märchen steckt, ebenfalls glaubhaft und sinnlich - also romantisch
und poetisch - zu vermitteln.
Die Weisheit der alten Märchen - mit Gefühl und Humor vermittelt Man spürt, hier gehen die Gefühle dem Wissen voraus und mit ihrer Unterstützung kann man die Wahrheit erfühlen, die hinter den Dingen liegt, so wie es auch der Humor schafft, neue Erkenntnisse zu vermitteln, ohne wie in den Grimmschen Märchen belehren zu wollen (was ja niemand gerne mag). In der Poesie der Filmsprache werden dabei die Sehnsüchte nach Liebe, Träumen und Abenteuern erfüllt. Darüber hinaus finden die Zuschauer ihren Seelenfrieden in dem Wissen um die Weisheit der Märchen, dass das Gute, die Gerechtigkeit und die Liebe siegen, so formulierte es Ota Hofmann (der Erfinder von "Pan Tau" und Regisseur des ebenfalls genialen Märchenfilms "Die kleine Meerjungfrau" nach H.C. Andersen), unter dessen dramaturgischer Leitung 3HfA entstanden ist. So können wir auch heute noch das Werk echter Filmkünstler bestaunen,
das in einer einfachen, ungekünstelten, natürlichen Daran anfügen möchte ich noch ein Zitat von Ota Hofmann (links): "Die Kunst, der große Zauberer, kann weinen und lachen machen, den Hunger nach großen Erlebnissen, kühnen Taten und phantastischen Abenteuern stillen... ..., kann den Zuschauern helfen, die Kräfte der Phantasie weit hinaus zu spannen und über sich hinaus zu wachsen und Eins werden mit allem Begeisterndem, Staunenswertem, Kühnen und Großen."
Visionäre des Kinderfilms als "Paten" von 3HfA Gerd Müntefering hat 3HfA Anfang der 70er Jahre als Programmleiter des WDR-Kinderfernsehens und Vater der "Sendung mit der Maus" für den WDR eingekauft, weil er in der damaligen Tschechoslowakei "eine vielgestaltige Programmlandschaft für Kinder fand, in der Talente ungestüm und rigoros zu erzählen verstehen..., wo breite asphaltierte Lernstraßen aufgelöst werden in viele wilde Wege..."
Nicht zu vergessen sind da auch Filme wie "Das Mädchen auf dem
Besenstiel" (ebenfalls unter der Regie von Václav Vorlíèek, 1972),
das meine ersten Kinderfilm-Seherfahrungen entscheidend geprägt hat,
weil da die Hoffnung aufkeimte, das sich etwas Neues entwickelte, und
ebenfalls nicht zu vergessen die Serie "Die Märchenbraut"
(auch R: Václav Vorlíèek, über die ich ursprünglich schreiben wollte)
- Und um noch einmal Ota Hofmann zu zitieren: "Ich glaube, dass man nirgendwo so viel experimentieren muss, wie im Märchenfilm. Ihn konventionell zu machen, wäre Betrug."
Eva-Maria Helmsorig, 6. Februar 2007, 1:24 Uhr, 7. Februar 17:11 Uhr,
8.2. 19.10 Uhr
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