| Präsentation
in Moritzburg
Am Sonntag vor dem offiziellen Erscheinungstermin luden Icestorm,
das Tschechische Zentrum in Dresden und Schloss Moritzburg zu einer
öffentlich zugänglichen Produktpräsentation (Eintritt 5 bzw. 4 EUR)
der neuen Box ein. Um 15 Uhr wurden vor allem Familien mit Kindern
in der frisch renovierten "Historische Schlossküche" im
Sockelgeschoss des Schlosses erwartet.
Als
Ehrengäste konnten der stellvertretende Leiter des Schlosses und
Kunsthistorikerin und Mitorganisatorin Margitta Hensel neben Herrn
Fleischer auch den Regisseur Václav Vorlíèek gewinnen. Er
hatte sich mal wieder von seiner netten Tochter nach Dresden fahren
lassen. Bei schönstem Herbstwetter fuhren beide mit der Leiterin
des Tschechischen Zentrums, Dreden, Frau Hana Klabanová, in einer
Kutsche vor. Durch das Beifall klatschende Publikum schritt Vorlíèek
an der Aschenbrödel-Treppe vorbei in den kleinen Saal.
Nachdem der stellvertretende Museumsleiter Ralf
Giermann die Anwesenden begrüßt hatte, berichtete Herr Fleischer
vom Fernsehzentrum Babelsberg, wie es zu der Schmuckbox gekommen
war: Anfang 2008 fragte sich die Icestorm-Geschäftsführung bei der
Planung des Programms, welche "schönen Dinge man noch mit dem
Vorlíèek-Film" machen kann. Das Produkt hielt Herr Fleischer
nun in den Händen, aber nicht lange, denn er überreichte das erste
Exemplar an den Regisseur Václav Vorlíèek. Ein weiteres Schatzkästchen
war für Herrn Hoppe vorgesehen, der noch im Stau steckte und ein
drittes bekam Frau Hensel geschenkt, die sich "sehr engagiert
hier im Haus um die Belange von 3hfa kümmert", wie Herr Fleischer
sagte.
Herr Fleischer berichtete dann noch kurz etwas
über die Arbeit am Bonusbeitrag (s.u.) für die neue Ausgabe der
Icestorm DVD - u.a. erzählte er, dass Libuse für den Dreh nicht
zur Verfügung stand, weil sie auch tschechischen Kollegen gegenüber
abgelehnt hätte. Schließlich durften wir den sehr gelungenen Beitrag
(s.o.) erstmals sehen. Kleinere technische Probleme (totz eines
vorangegangenen Testlaufs) fielen nicht ins Gewicht und sind in
einem flammneuen Veranstaltungsraum sozusagen Pflicht.
Nachdem
der Beitrag gebührend beklatscht worden war, konnte auch Rolf Hoppe,
der ehemalige König, begrüßt werden. Der aber wies die Aufmerksamkeit
lautstark zurück und stellte klar, dass sie vor allem Václav Vorlíèek
gebühre, der das Herz und die Seele der Dreharbeiten zu 3hfa gewesen
sei.
Die
Hauptakteure Herr Fleischer, Herr Hoppe, Herr Vorlíèek und als Übersetzerin
Frau Klabanová wurden anschließend zu einer Gesprächsrunde gebeten,
in der noch einige Anekdoten zum Besten gegeben wurden. Herr Hoppe,
als er nun die Schmuckbox von Herrn Fleischer überreicht bekam und
auch mal rein schauen sollte, bemerkte scherzhaft: "Achso,
das ist hier eine Verkaufsveranstaltung!"
Gerade für die kleineren Kinder war das natürlich
teilweise eher uninteressant und so kam die Kaffeepause gerade recht,
in der man sich die beiden frisch restaurierten und neu gestalteten
Innenhöfe ansehen und Kaffee und Kuchen (natürlich Nussecken, Florentiner
und Nusstaler) zu gemäßigten Preisen kaufen konnte.
Natürlich
war das Schatzkästchen an diesem Tag auch schon für die zahlenden
Massen im Schloss Moritzburg käuflich erhältlich (59,90 EUR). Einige
griffen angesichts des für einen Spontankauf doch recht hohen Preises
lieber zu dem Kinderbuch, denn als Bonus konnte man sich seine Ausgabe
von Rolf Hoppe signieren lassen. Die restlichen Honoratioren ließen
es sich derweil im Innenhof bei Kaffee und Kuchen gut gehen.
Nach
der Pause wurde tatsächlich noch der gesamte Film vorgeführt - das
haben wir leider nicht mehr mitbekommen, weil wir uns einer Schlossführung
mit Hern Vorlíèek, seiner Tochter, Frau Klabanová vom Tschechischen
Zentrum und ihren Assistentinnen anschließen durften. Kunsthistorikerin
Frau Hensel (rechts im Bild) vom Schloss Moritzburg war so freundlich
und eine kompetentere Führung kann man natürlich nicht bekommen.
Leider haben wir nur das Erdgeschoss geschafft, dann wurde das Museum
geschlossen.
Ich glaube, auch für weniger hartgesottene Fans
und vom Schicksal nicht mit einem hinter Herrn Vorlíèek reservierten
Platz verwöhnten Zuschauern war das eine schöne Veranstaltung. Es
hat einfach alles gepasst. Angefangen vom strahlenden Sonnenschein,
der großartigen Kulisse des Barockschlosses, über die stimmig restaurierte
und ausgestattete Historische Schlossküche bis zu den sympathischen
Ehrengästen, dem tollen neuen Bonusbeitrag und der Möglichkeit,
dem "König" einmal ganz nah zu sein.
Was mich betrifft, ich bedanke mich an dieser Stelle
ganz herzlich bei Frau Hensel für diesen wundervollen Nachmittag!
FÜNF
STERNE FÜR DREI HASELNÜSSE
Ein Film von Anika Schulz, Daniel Pankow und Uwe Fleischer, hergestellt
im Rahmen der Ausbildung der Mediengestalter für Bild und Ton im
Fernsehzentrum Babelsbergs
Zum
Bonusbeitrag
auf der neuen DVD-Ausgabe durfte ich dem Prouktionsleiter Herrn
Uwe Fleischer (links) einige Fragen stellen:
Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit den
Azubis "Mediengestalter für Bild und Ton"?
Eines meiner schönsten Projekte, das ich betreue, ist die Herstellung
von Bonusbeiträgen für die ICESTORM Entertainment GmbH, Berlin,
die vor allem DEFA Filme und russische Filmklassiker (die vom DEFA
Synchronstudio bearbeitet wurden), auf DVD veröffentlichen.
Vor sechs Jahren sprach mich der damalige Chef
vom Fernsehzentrum Babelsberg an, ob ich mit angehenden Mediengestaltern
praktische Übungen durchführen könnte. Da zur gleichen Zeit ICESTORM
die Frage nach der Herstellung von Bonusmaterialien stellte, verbanden
wir beide Anliegen. Ich war zu dieser Zeit Producer der Studio Fünf
Fernsehproduktion.
Durch dieses Projekt hat sich die Zusammenarbeit
so gestaltet, dass ich für die Mediengestalter vom Fernsehzentrum
Babelsberg und Studio Berlin Adlershof inzwischen als Ausbilder
fungiere, und - ich schau mal auf unsere Liste -immerhin 141 Filmbeiträge
von etwa 7 bis 30 Minuten Länge produzierte.
Das Projekt wird auch von der DEFA Stiftung begleitet
und ist im Verleih der DEFA Spektrum. Auf der www.defa-spektrum.de
unter Filmverleih, Archive, Bonusmaterialien kann man sich sogar
einige Filmausschnitte ansehen, u.a. ein Ausschnitt des Beitrags
zum DEFA Film "Ete und Ali", den wir mit Jörg Schüttauf
und Thomas Putensen aufgenommen haben.
Welchen Stellenwert hatte das Projekt innerhalb
der Mediengestalter-Ausbildung?
Die Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton ist eine dreijährige
IHK Ausbildung, die dual erfolgt -eine Woche Berufsschule zwei Wochen
Praxis. Wir nehmen pro Jahr etwa 2 Azubis für Babelsberg und 3-4
Azubis für das Studio Berlin.
Für die Auszubildenden hat dieses Projekt den besonderen
Reiz, dass sie während der Ausbildung kleine Filme herstellen können,
die nicht anschließend in die "Versenkung" verschwinden,
sondern auf einer DVD gepresst werden. Zwei Mal im Jahr präsentieren
wir einige der Filme in einer Veranstaltungsreihe im Filmmuseum
Potsdam. Und so wird es am 11.11. - allerdings nicht um 11 Uhr 11,
sondern um 18 Uhr - die "11. Filmporträts" geben, wo auch
u.a. der Bonusbeitrag zum 3HfA-Film "FÜNF STERNE FÜR DREI HASELNÜSSE"
vorgestellt wird. Dieses Projekt wird exklusiv für die ICESTORM
produziert und von der DEFA Stiftung auch finanziell unterstützt.
Was werden die Fans zu sehen bekommen?
Unser Bonusbeitrag ist knapp 30 Minuten lang. Da es eine Barandov
- DEFA Koproduktion war, hatten wir auch übergreifend recherchiert.
Da wir von Libuse Safrankova einen abschlägigen Bescheid für eine
Mitarbeit bekommen hatten, konzentrierten wir uns dann auf den DEFA-Teil
der Produktion.
Naheliegend war es, Regieassistenten Peter Bohnenstengel,
Hannelore Unterberg, die als dramaturgische Mitarbeiterin involviert
war, den Kostümbilder Günther Schmidt-Heidemann und die Maskenbildnerin
Hannelore Petzold vor die Kamera zu bitten. Als ich mit Rolf Hoppe
Kontakt aufnahm, stimmte er sehr rasch zu, nach Babelsberg zu kommen,
um "alte" Mitstreiter zu treffen. Wir verabredeten uns
auch mit der Stimme der Aschenbrödel - Dorothea Meissner, die nicht
nach Babelsberg kommen konnte. (sie spielt am Theater Rostock).
Wir haben uns mit den Protagonisten am 20.Juni
2008 in der "Traumwerkerhalle" vom Filmpark Babelsberg
getroffen und bewusst in Großaufnahmen die Mitarbeiter des damaligen
Filmstabes porträtiert.
Man muss sich den Film ansehen, weil viele Informationen
enthalten sind, so erzählt Rolf Hoppe, dass er zum Außendreh am
Schloß Moritzburg seine Töchter das erste Mal zu einem Drehort mitgenommen
hatte und sie nur Augen für den Glitzerstoff der Königin hatte.
Hannelore Unterberg berichtet von den Vorbereitungen zum Film und
den Begegnungen mit Regisseur Vaclav Vorlicek, Maskenbildnerin Hannelore
Petzold erzählt, dass sie sich sehr gut mit Libuse Safrankova verstand
- sie sind fast gleichaltrig - und sie sich sogar einmal ein Hotelzimmer
teilten. Kostümbildner Günther Schmidt-Heidemann wird sehr oft auf
seine Hutkreation für die Stiefmutter der Aschenbrödel angesprochen
und Peter Bohnenstengel ist sogar im Film als ein Prinz zu sehen,
der Kleinröschen zum Tanz aufforderte. Die Schauspielerin Dorothea
Meissner erzählte uns, das sie vor 3HfA bereits Libuse Safrankova
in einem Film synchronisierte und deshalb auch für diesen Film ausgewählt
wurde.
Können Sie den Hobbyfilmern unter den Fans ein paar technische
Details verraten?
Unsere Beiträge nehmen wir mit Profitechnik auf - Sony Digital Betacam
bzw. Ton über SQN. Es ist Bild- und Tontechnik, die bei der Serie
"Gute Zeiten - schlechte Zeiten" eingesetzt war.
Links ein Foto von den Arbeiten am Beitrag. Anika,
die gerade die Krone aufgesetzt bekommt, und Daniel - rechts mit
der Kamera. ... Unsere Protagonisten - Regieassistent Peter Bohnenstengel
- zweite Reihe - gelbes Hemd; daneben Rolf Hoppe; hinter Rolf -
Kostümbildner Günther Schmidt-Heidemann; links daneben Regisseurin
Hannelore Unterberg, dann Maskenbildnerin Hannelore Petzold und
dann ich." (Foto: Manfred Thomas)
Vielen Dank, Herr Fleischer!
Einen Ausschnitt kann man sich auf der Webseite
der DEFA-Spektrum ansehen (Danke an Alex für den Tipp!). Der
Ausschnitt ist 2:20 min. lang und zeigt einen Teil des Interviews
mit dem auch noch nach 35 Jahren sehr detailliert berichtenden damaligen
Regieassistenten Peter Bohnenstengel.
...und wie immer bei Icestorm:
Hintergrundstory
Infos fast von Icestorm
Genau einen Tag früher als Oetinger Media
brachte mir eine von Icestorm beauftragte Firma die Absicht einer
Neuausgabe von 3hfa zur Kenntnis. Hurra.
Ich erhielt eine kurze E-mail in der ich mit meinem
Mädchennamen angesprochen und gefragt wurde, ob ich bereit sei,
ein Vorwort für das neue Booklet zu schreiben und einige meiner
Informationen zur Verfügung zu stellen.
Wie vermutlich bereits deutlich wurde, habe ich
an der Firma Icestorm nicht unbedingt einen Narren gefressen. Obwohl
man den Unternehmen zu Gute halten muss, dass viele DEFA-Filme ohne
es vermutlich nie auf DVD erschienen wären.
Das war ja klar
Daher hätte ich - bevor ich mich wieder so blauäugig wie beim letzten
mal zum Mitmachen entscheide - gerne einige weiter Informationen
erhalten. Es hätte mich zum Beispiel der genaue Inhalt der vermutlich
eher hochpreisigen Edition interessiert. Auf meine umgehend gestellten
detaillierten Fragen erhielt ich allerdings keine Antwort - erwartungsgemäß,
wie ich zugeben muss. Manchmal ist es aber doof, Erwartungen erfüllt
zu bekommen.
Ein Silberstreif in dieser Situation war die E-mail
einer Icestorm-Mitarbeiterin, die mich einen Monat später erreichte.
Zitat: "Als großer Fan und Liebhaberin des einzigartigen
Märchenfilms "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" kennen
Sie vielleicht ICESTORM Entertainment in Berlin?" Die
Dame war zwar gerade im Urlaub, wollte aber unbedingt mit mir telefonieren.
Leider hat sie mich zweimal nicht erreicht und danach waren die
Würfel wohl gefallen.
Da der Aschenbrödel-Boom unvermindert anhält, hat
Icestorm mich wohl kaum nötig. Beledigt bin ich natürlich trotzdem
:-)
Inzwischen bin ich aber wieder etwas versöhnter,
denn wie mir zufällig (also durch Fans und nicht etwa durch Icestorm)
zu Kenntnis kam, gibt es ja nun doch einen echten Bonusbeitrag,
der wirklich nur mit 3hfa zu tun hat. Ich muss ehrlich sagen, das
hätte ich Icestorm nicht zugetraut. Wie immer kann sich Icestorm
auch diesmal darauf verlassen, dass ich solche Infomationen hier
darstelle und damit ggf. "Werbung" für die neue DVD mache,
auch wenn mich niemand von offizieller Seite informiert hat. Manchmal
macht mir mein Hobby keinen Spaß...
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