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Das Drehbuch
Auf der neuen tschechischen DVD gibt es ein langes Interview mit Václav Vorlíèek (für diese Webseite übersetzt von Renata Susewind), in dem er viele interessante Einzelheiten rund um die Dreharbeiten erzählt. Alles wichtige könnt ihr hier nachlesen!
sollte, so wie es Václav Vorlíèek angeboten wurde, angeblich von Bohumila Zelenková geschrieben worden sein. Da Vorlíèek die Geschichte gefiel, hat er angefangen, Vorbereitungen für die Dreharbeiten zu treffen. Dabei fiel ihm auf, dass die Autorin eigentlich nicht Frau Bohumila Zelenková ist. Das tschechische Fernsehen fand heraus, dass der ursprüngliche Autor Franti¹ek Pavlíèek ist, ein bekannte Dramaturg und Schriftsteller und ein sehr guter Organisator. Da er sich aber 1968 sehr im Rahmen des Prager Frühlings engagiert hatte und der Film 1972 gedreht werdens sollte, durfte Pavlíèeks Name darin nicht vorkommen. "Das Regime hat versucht, ihn komplett seiner Existenz zu berauben und ihn von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Daher hat Frau Zelenkova eine Ghostwriterfunktion übernommen." erzählt Vorlíèek. Franti¹ek Pavlíèek: Tøi oøí¹ky pro Popelku, Atlantis-Verlag,
Brno 2003, ISBN80-7108-243-0 Ende Oktober 2005 passierte mir mal wieder einer von den ganz unglaublichen Zufällen: Beim Surfen fand ich auf www.filmportal.de die Angabe, dass eine Frau Hannelore Unterberg am Drehbuch von 3hfa beteiligt gewesen sei. Den Namen hatte ich noch nie gehört und hielt das für einen Fehler (kann ja mal passieren). Die Dame gab es natürlich trotzdem und sie hatte auch andere Filme gemacht. Nach längerem Suchen fand ich sogar eine email-Adresse. Da dachte ich mir, warum noch länger forschen, ich frag einfach mal Frau Unterberg selbst - haha. Aber nix "haha", vier Stunden später, ich lag gerade gemütlich auf dem Sofa, klingelte das Telefon. Ihr könnt euch mein Erstaunen vorstellen, ja schlimmer noch, ich kapierte gar nichts, bis die Stimme sagte "ich habe Ihre mail gelesen". Das konnte doch nicht wahr sein! Da schreibt ihr eine Frau, von der sie ihr Lebtag noch nie was gehört hat und stellt dumme Fragen über Drehvorbereitungen, die schon 33 Jahre her sind und was macht Frau Unterberg? Ruft mich einfach mal an!! Ich fasste es nicht! Na schön, ihr wollt natürlich wissen, ob sie nun wirklich ... ja, hat sie. Aber lest selbst: "... Ich habe Ihre mail gelesen und wollte erst schreiben, aber so kommt die Begeisterung gar nicht richtig rüber. Ich kann mich noch genau daran erinnern, es war eine tolle Zeit. Ich hatte gerade die Filmhochschule abgeschlossen und wurde gleich 1972 eingeteilt als Regieassistentin für Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Ich durfte das allerdings nur zum Teil machen, weil ich inzwischen schon ein eigenes Projekt hatte. Statt meiner wurde später ein anderer Regieassistent beigegeben - Bohnenstengel - so dass ich an meinem eigenen Projekt arbeiten konnte. Es war wunderbar. Ich war mehrere Male in Prag. Ich war in einem Botel untergebracht und dorthin kam der Drehstab. Sie kamen zu mir, obwohl ich die jüngste und unerfahrenste war. Tagelang haben wir da gesessen, Václav Vorlíèek, Ota Hofmann, und - ich weiß nicht mehr, wie die Frau hieß, also der ganz kleine Stab erst mal und haben Fragen diskutiert und ich durfte dann Vorschläge machen in Deutschland für Burgen, Schlösser, Schauspieler, Besetzung, Probeaufnahmen vorschlagen und sonstiges. Später habe ich das grob übersetzte Drehbuch bekommen und habe
die deutsche Fassung geschrieben. Ich glaube, ich habe bestimmt drei
verschiedene Fassungen gemacht. Schade, das war ja damals zu DDR-Zeiten,
ich musste unterschreiben, dass ich nicht auf dem Abspann sein möchte,
und habe dann in etwa 300 Mark bekommen, wenn ich mich richtig erinnere. "Das war der kleine Hund." "Kasperle habe ich den Hund genannt? Also irgendwas habe ich Kasperle genannt. Da hatte ich auch Freiheit, wie die im deutschen heißen sollen. Die Tschechen waren auch raffinierter. Sie haben schon zeitig genug mit dem Westen zusammen gearbeitet. Man hatte dort auch besseres Filmmaterial, als wir, Orwo. Wie das genau abgelaufen ist, das habe ich damals nicht gefragt. Ich habe das bloß immer festgestellt, dass die da günstigere Möglichkeiten hatten, gerade was das Filmmaterial anbelangte. Außenstehende, die uns vielleicht gesehen haben in diesem Botel, die haben sich sicher gesagt „Die essen den ganzen Tag und trinken und machen nix“, aber am Abend war viel rausgekommen. Ein Vierteljahr ungefähr war ich dort beschäftigt. Es war Winter. Im November 72. In meinen Aufzeichungen steht "Aschenbrödel bis Mai" – tja, und mehr habe ich da nicht aufgeschrieben. Aber im November war es, ich weiß das noch, weil ich für meinen Jungen für Nikolaus etwas aus Prag mitgebracht habe. Da gab's lustigere Sachen als das traurige Zeug bei uns. Parallel dazu habe ich an meinem Buch geschrieben "Konzert für Bratpfanne und Orchester", darüber haben wir bei unseren Besprechungen in Prag auch fantasiert. Ota Hofmann hat gesagt, wenn ich das bei der DEFA nicht machen darf, darf ich das bei ihnen drehen. Doch gerade dadurch ging es letztlich so schnell, in dem Fall durfte ich das dann in der DDR machen denn es sollte nicht in der CSSR gedreht werden. Aber an die drei Haselnüsse erinnere ich mich sehr, sehr gern. Wir hatten teilweise im Studio auch sehr gute Arbeitsmöglichkeiten im Vorfeld, die Filme wurden ja viel besser vorbereitet, als jetzt. Aber bei den Tschechen, das war - ich meine wir saßen manchmal acht, zehn Stunden zusammen, es war gar keine Arbeit. Da verband sich so, ja, das Leben mit dem Film. Und das merkt man auch dem Film an. Und weil es mir so einen Spaß gemacht hat habe ich mir gedacht, dass überträgt sich ja gar nicht, wenn ich Ihnen das schreibe, daher habe ich lieber angerufen." DANKE! Und Respekt ans Filmportal - die hatten da wirklich Recht! Frau Unterberg hat übrigens noch viel mehr erzählt, über ihre eigene Karriere, über die DEFA und wie das so war als Filmschaffende in der DDR und nach den Wende. Sie dreht heute immer noch. Zu ihrem 65. Geburtstag am 6. Januar 2006 führten die Potsdamer Neuesten Nachrichten ein Interview mit ihr - dort findet ihr auch ein Foto. In der Ausstellung "Märchenland" im Potsdamer Filmmuseum ist Frau Unterberg übrigens als Koautorin genannt! Das deutsche Drehbuch ist heutzutage zu finden in der Hochschulbibliothek der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg unter der Nummer X 694, nur im Lesesaal einsehbar. Ulfert, der sich die Mühe mal gemacht hat (sehr lobenswert) konnte berichten, dass der Titel des deutschen Drehbuchs "Drei Haselnüsse für's Aschenbrödel" ist. Die tschechische Fassung scheint dort allerdings nicht vorhanden zu sein, denn sie steht nicht im Bibliothekskatalog. Man kann sie aber als Buch kaufen, zusammen mit den Skripten für Prinz Bajaja und Královský Slib (s.o.).
Den Film überhaupt im Winter spielen zu lassen, war Vorlíèeks Idee gewesen, und das kam so: Eines Tages bekam Vorlíèek ein Drehbuch, das ihm gut gefiel. Er beschloss ziemlich rasch, dass die Geschichte ungefähr in der Renaissance spielen sollte und damit würde der Film nicht ganz billig werden. Man brauchte angemessene Kostüme und Dekorationen und Vorlíèek wollte auch nicht in der letzten Ecke drehen. Daher fragte er Ota Hofman, damals Leiter der Produktion Kinder- und Jugendfilme, der gute Kontakte zur DEFA hatte, ob er nicht in der DDR mal nachfragen könnte. Und tatsächlich wollte sich die DEFA beteiligen und erklärte, dass man etwa eine Million Mark (Ost) bereitstelllen könnte. Man traf sich um über die weiteren Bedingungen der Zusammenarbeit zu verhandeln, was Vorlíèek nicht besonders interessierte, der das Geld sicher wusste. Eigentlich sollte der Film im Frühling spielen, Aschenbrödel sollte durch blühende Wiesen reiten, aber einer der Verantwortlichen der DEFA verlangte, dass seine Leute im Winter beschäftigt würden, für den Frühling und den Sommer habe er schon genügend Filmprojekte. Man könnte also in den Babelsberger Filmstudios im Dezember und Januar 1972 drehen und nach zwei, drei Monaten, wenn der Frühling da wäre die Außenaufnahmen machen. Das passte wiederum den Herren von Barrandov nicht, die dann für ihre Leute zwei Monate lang keine Arbeit gehabt hätten.
Bei dem Bild müsste es sich um "Jäger
im Schnee" handeln, es ist von Pieter Brueghel d.Ä. 1565 gemalt
worden und hängt im Kunsthistorischen Museum in Wien. Aber ersteres
ist nur geraten.
Im Winter 1972/73 fiel nämlich von der Ostsee bis ans Schwarze Meer nicht eine Schneeflocke. Nur in den Alpen lag welcher, aber abgesehen davon, dass man da aus politischen Gründen nicht hinkonnte, war es auch zu weit und zu hoch. Nachdem man also im Studio die Fensterscheiben von außen mit "Schnee" beklebt hatte, fuhr das Team nach Moritzburg. Dort war zwar der See gefroren und das Schloss ein bißchen beschneit, die Landschaft sah aber nicht weiß aus, sondern rot-schwarz-braun, auf keinen Fall also winterlich. Auch im Wald lag nur trockenes Laub herum. Man verteilte also für den Dreh Unmengen von Kunstschnee, das waren Kunststofflocken, die man in Säcken mitgebracht hatte.
Vorlíèek beklagt die Qualitäten des deutschen Kunstschnees. Der tschechische klebte zwar am Straßenbelag und war schwer wieder zu entfernen, aber der deutsche war aus irgendwelchen Fischmehlen hergestellt, stank entsprechend und löste sich auf chemischem Wege über Nacht in Nichts auf. In der Rückschau moniert der Regisseur, die Tschechen hätten wenigstens die Umwelt nicht so verschmutzt.
Dreharbeiten in Böhmen - erst kein, dann zu viel Schnee
Wie die Situation für die Schauspieler war, berichtet Daniela Hlaváèová in einem Interview mit der tschechischen Zeitschrift "Televize". Besonders auffällig finde ich die Probleme, die man beim Dreh mit dem Wetter hatte, bei der (offiziellen) Jagd. In kurzer Folge wechselt trübes Wetter mit Schneefall und Sonnenschein ab.
Kulissen verfremden die Wasserburg ©vihov
Ballszene in Babelsberg gedreht Die Innenaufnahmenbeim Ball sind in den Babelsberger Filmstudios bei Berlin gemacht worden. Das sieht man bei genauem Hinsehen ganz gut an den Fenstern: Der Tanzsaal hat von innen relativ schmale Fenster, die oben leicht gewölbt sind. Schloss Moritzburg hat aber nur wenige oben gewölbte Fenster, die dann auch recht breit sind.
Jetzt wird auch verständlich, warum Aschenbrödel von außen ein anderes Fensterfach anhaucht und sich ein Guckloch macht, als man dann von innen sehen kann (Super erkannt, Carsten!):
Von außen sieht man: Sie nimmt eins der näher am Mittelholm gelegenen Fensterchen. Von innen sieht man sie dann durch eins nahe am Fensterrahmen schauen. Vermutlich wollte man sichergehen, dass Aschenbrödels Auge auch wirklich neben König und Königin (bzw. dem Hofnarr, der neben dem König steht) zu sehen ist. Nicola erzählte mir, dass man damals die Filme noch erst entwickeln musste und nicht während der Dreharbeiten das schon gedrehte Material ansehen konnte, was sicher zu diesem (kleinen) Fehler beigetragen haben dürfte. Zum Glück kennen heute die meisten Leute Eisblumen an den Fenstern höchstens noch aus dem Kinderlied "Schneeflöckchen Weißröckchen" sonst wüssten sie, dass die innen entstehen und man von außen lange hauchen kann, um sie zu schmelzen.
Daniela Hlaváèová (links) berichtet von ihrer Fahrt in die DDR zu Dreharbeiten. Der Großteil der Gäste auf dem Ball sind Deutsche (u.a. soll auch das Fernsehballett oder das Friedrichsstadtpalast-Ballett dort getanzt haben). Václav Vorlíèek erzählt in dem Interview auf der tschechischen DVD (übersetzt von Renata Susewind), dass ziemlich viele Tänzer gebraucht wurden, die alle aus Ostberlin kamen. Da Babelsberg ca. 40 km südwestlich außerhalb Berlins liegt, mussten sie um ganz Westerberlin herum fahren um zum Studio zu kommen. Die Tänzer hätten daher um drei Uhr morgens aufstehen müssen und seien abends erst gegen zwölf wieder zu Hause gewesen, erzählt Vorlíèek.
Beim Ball kann man einige lustige Szenen beobachten. Sie wirken natürlich nur im Film richtig, also wenn ihr das nächstemal die DVD oder das Video einlegt, dann könnt ihr ja mal drauf achten:
Zeitzeugen berichten vom Dreh des Balls
Einige Anekdoten konnten die Wilhelms aber doch zum Besten geben: Als Aschenbrödel aus dem Saal rennt, blieb zufällig jemand auf ihrer Schleppe stehen. Aschenbrödel rannte los und die Schleppe riss ab. Große Enttäuschung und die Szene musste nochmal gemacht werden. Erst aber wurde Pause gemacht, denn zunächst musste die Schleppe wieder angenäht werden. Pause war auch, als Aschenbrödel von außen durch die Fensterscheibe neben dem Königspaar schaut. Geübtere Statisten wussten sich solche Zeiten zu vertreiben, so hatten einige der älteren Damen stets ihr Strickzeug dabei. So ganz können die Wilhelms auch nicht nachvollziehen, dass für den Dreh des Balls drei Tage benötigt wurden. Aber man hat sich damals eben Zeit genommen und diese Sorgfalt merkt man dem Film heute noch an.
Manchmal wurden Schienen für die Kamerafahrten durch den Saal gelegt, die später wieder abgebaut werden mussten. Entfernungen wurden sorgfältig ausgemessen. Auch gab es Regieanweisungen, wie man zu stehen und zu gucken hatte. So mussten alle besonders interessiert und gespannt schauen, als Aschenbrödel den Saal betrat. Auch bei ihrem Rätsel und der anschließenden Flucht sollte die Anspannung bei den Anwesenden spürbar sein. Sie durfte sich erst lösen, als der König "Spielt doch!" rief. Zwischen diesen Szenen konnten die Statisten sich etwas freier bewegen und einige haben das ja auch genutzt, um im Bild zu bleiben. An so etwas haben die Wilhelms damals gar nicht gedacht, was sie ein bisschen bedauern. Glücklicherweise ist Herr Wilhelm durch die "Ohren" an seinem Hut auch im Hintergrund gut auszumachen. Solche Statisten wie die Wilhelms wurden von der DEFA öfters nachgefragt. Es gab 25 Mark für den Tag, die am Kleindarstellereingang auch immer sofort nach dem Dreh ausbezahlt wurden. Das war ein nettes Zubrot und da die Drehs um Zeit und Geld zu sparen oft nachts stattfanden, gab es Leute, die nachts bei der DEFA als Statisten aushalfen und tagsüber ihrer geregelten Arbeit nachgingen. Die Wilhelms aber haben das nicht gemacht sondern sich in ihren normalen Berufen freigenommen. In der DDR war es sogar häufig so, dass man für solche Kulturangelegenheiten freigestellt wurde und nicht einmal Urlaub nehmen musste. Da der Aschenbrödel-Dreh drei Tage dauerte konnten solche Fehlzeiten also manchmal nicht ganz unerheblich sein. Leider können sich die Wilhelms kaum an Kinovorführungen erinnern. Der Film sei kaum gelaufen, erst nach der Wende habe der Boom angefangen. Beide haben 3hfa nie im Kino gesehen. Herr Wilhelm prophezeiht allerdings dass es irgendwann ein Remake geben wird.
Das Potsdamer Ehepaar ist immer noch im Tanzsport aktiv und 1997 ostdeutsche Meister geworden. An ihre Tochter haben sie die Begeisterung für den Sport weitergegeben. Zu verdanken haben wir dieses nette Treffen mit den Wilhelms einem jüngeren Mitglied von "Rot-Gold Potsdam", Katrin Petermann, deren kleine Tochter mindestens dreimal im Jahr 3hfa schaut und dann erzählt, sie habe den Onkel Dieter wieder gesehen. Danke für die Vermittlung und liebe Grüße nach Potsdam!
Kein Tiertransport über die Tschechisch-Deutsche Grenze
Die Einreise wurde für die Tiere jedoch verboten, da ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt die ansteckende Maul- und Klauenseuche in der Tschechoslowakei grassierte - so die ostdeutschen Behörden. Zwar war diese Krankheit nur bei wenigen Zootieren aufgetreten, trotzdem durfte das Filmteam die Pferde nicht über die Grenze bringen. Der Pferdepfleger wurde also mit Fotos der Pferde losgeschickt, um passenden Ersatz zu besorgen. An den Pferden kann man daher im Nachhinein ganz gut erkennen, welche Szenen in der DDR, und welche in Böhmen gedreht wurden.
Eins wollen wir vorab mal klarstellen: Selbstverständlich ist "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" perfekt. Es ist der schönste, beste und großartigste Film des 20. Jahrhunderts. Wir alle verehren, lieben, ja beten ihn an! Auch wenn an der einen oder anderen Stelle kaum sichtbar getrickst wurde.
Gedoubelt!
In der gelungenen Doku des WDR "Wenn Märchen wahr werden" (2005) kommt nach über 30 Jahren heraus, dass Frau ©afránková auch bei dem scharfen Ritt die Schlossrampe hinunter ersetzt wurde und zwar von einer einheimischen Reiterin aus Moritzburg!
Kleine Tricks Manchmal waren nur Kleinigkeiten nötig, um das Bild abzurunden...
Große Tricks Ich suche immer noch nach dem Faden, an dem die Eule am Schluss durchs Bild geschwenkt wird. Den Faden, mit dem dem Prinzen der Pfeil aus der Hand "geschossen" wird, habe ich schon gefunden...
Und immer wieder schön: Das Erscheinen des Ballkleides aus der hingeworfenen zweiten Zaubernuss:
Dinge, die wir auch noch gesehen haben ...
Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser kleinen Schummeleien ist "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" einer der liebenswertesten Filme des vergangenen Jahrhunderts. Und wir wollen auch mal nicht kleinlich sein. Denn wie durfte ich letztens in einem Forum lesen: Wo hätten die Tschechen denn damals das Geld für eine gute Kopie her nehmen sollen? (Kommentar eines gewissen Guido zu "Mikes" Äußerung Meine
Meinung dazu: Ein schlechtes Helden in Strupfhosen B Movie, das die
Kommi-Agenten von Cinderella/Aschenputel abgekupfert ham. Leider nur
schlecht.
Premiere und Auszeichnungen Der tschechische Originaltitel ist Tøi oøí¹ky pro Popelku. "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" hatte in der CSSR am Donnerstag, den 1.11.1973 Premiere. Er ging mit 400 Kopien in den Verleih, was offenbar viel zu wenig war, denn sie waren lange Zeit ausgebucht. Die DEFA feierte die deutsche Premiere am 8. März 1974 im Berliner Kino Babylon und erzielte damit das zweitbeste Jahresergebnis an der Kinokasse. In der BRD lief der Film laut imdb am 19.12.1975 an, eine Woche später, nämlich am 26.12.1975 wurde er im Westfernsehen zum ersten Mal in der ARD ausgestrahlt (laut fernsehserien.de). Vermutlich liegt es an den Programmzeitschriften, dass unser Lieblingsfilm immer mal wieder "Drei NÜSSE für Aschenbrödel" genannt wird. Für alle, die um den "richtigen" Titel mit ihren Freunden, Partnern oder Kollegen gewettet haben: Außer in einigen deutschen Programmzeitschriften heißt es im Titel immer "...Haselnüsse...", nur sehr selten schleicht sich mal ein "...Nüsse..." ein.
1998 wurde "Tøi oøí¹ky pro Popelku" von den Lesern einer tschechischen wöchentlichen Fernsehzeitschrift aus 651 seit 1931 gedrehten Filmen für die Auszeichnung als "Beste Tschechische Komödie des Jahrhunderts" nominiert und per Telefon während einer Live-Sendung schließlich auf den dritten Platz gewählt (hinter "S tebou me bavi svet" und "Kolya"). Dabei waren als Finalisten zunächst die jeweils beste Komödie des Jahrzehnts gewählt worden. Ich habe in Tschechien mal ein paar junge Leute gefragt, welches die beliebtesten tschechischen Märchenfilme sind. Da wurde neben 3hfa auch Väterchen Frost, Die Prinzessin mit dem goldenen Stern und Der Salzprinz genannt. Schon kurz nach seiner Entstehung bekam der Film die ersten Preise. Václav Vorlíèek erzählt auf der tschechischen DVD, welche Auszeichnungen der Film erhalten hat: "Zusammenfassend kann man sagen, im Ausland ist das Märchen sehr erfolgreich, z.B. in den deutschsprachigen Ländern. In Deutschland wird das Märchen seit 25 Jahren zu Weihnachten immer wieder gesendet, ähnlich wie in Tschechien. Eigentlich war vorgesehen, dass die Premiere im November stattfindet aber ich musste mich einige Monate vorher an der Galle operieren lassen. Es waren Gallensteine. Ich wollte oder musste den Film ja im Winter drehen, ich hatte aber auch schon den Film "Jak utopit Dr. Mráèka" geplant. Wir begannen mit den Vorbereitungen, da bekam ich eine Gallenkolik. Ich musste mich einer Operation unterziehen. Um die Heilung zu beschleunigen habe ich mich in den Wochen nach der OP nach Karlsbad zur Kur begeben. Mitten in den Anwendungen bekam ich Besuch. Ich war nur mit einem Badetuch bekleidet, da stand plötzlich ein Herr vom Kultramt vor mir, ich müsse sofort abfahren nach Ostrov nad Ohøí. Ich kam gerade aus dem heißen Bad und war gar nicht begeistert. Ich sagte, dass ich mir dabei noch eine Erkältung holen würde. Man hat dann mit der Leitung des Sanatoriums geregelt, dass ich für einige Stunden die Einrichtung verlassen durfte. In Ostrov nad Ohøí gibt es ein Film- und Fernsehfestival. Damals war es einer der erste Jahrgänge. Ich wurde auf die Bühne gezerrt und bekam eine Kristallvase in die Hand gedrückt, Pavel Trávníèek und Libu¹e ©afránková waren auch da und wurden mit dem "Goldenen Eisvogel" für die beste schauspielerische Leistung ausgezeichnet. Das war noch ein paar Monate vor der Prager Premiere. Monate nach der Premiere ging ich durch Prag und sah am Kino Sevastopol das große Plakat und bemerkte, dass Vorstellungen um 10 Uhr, um 14 Uhr, um 17 Uhr und eine Abendvorstellung angekündigt waren. Ich fragte im Kino: "Wer geht denn ausgrechnet am Nachmittag in diesen Film?" "Nachmittags sind es vor allem Großmütter mit den Kindern, wir wissen nicht, wie lange wir das noch spielen werden, bisher war das Haus immer voll." Und wie ich gehört habe, sieht es so in der ganzen Welt aus, der Film lief in 50 Ländern der Erde, in Asien, Afrika, Europa, Skandinavien, Algier, Korea, er hat viel Geld eingespielt. Der Film hat viele Auszeichnungen und Preise bekommen, ich habe den Überblick verloren. 12 Jahren nach der Premiere bekam ich in Manila auf den Phillipinen noch eine Auszeichnung. Man sieht, dass tschechische Märchen eine lange Lebensdauer haben. Denn nun kommen die Mütter, kennen den Film und erzählen ihren Kindern, schau mal, das ist ein toller Film, den musst du dir angucken. Die meisten Filme sind ein Jahr nach der Premiere uninteressant geworden und werden dann nur noch im Fernsehen gezeigt oder für Fans vielleicht noch einmal vorgeführt. Das ist bei Märchen schon anders."
Quellen: Deutsche Pferde und Sächsisches Landesgestüt: Brueghel: Prof. Dr. Peter Kraft: Das deutsche
Bildungswesen vor (und nach) PISA, 7.Lektion (10.07.2003) online am
24.08.04 unter http://www.prof-kraft.de/texte/pisa07.htm Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von
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