Bo¾ena Nìmcová

Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern
Drama über die letzten Tage der berühmtesten tschechischen Schriftstellerin Bozena Nemcova

"Corinna Harfouch spielt in diesem Film der deutschen Regiesseurin Dagmar Knöpfel die Rolle der Bozena Nemcova. Knöpfel ließ sich zu ihrem Drama über die letzten Tage der tschechischen Schriftstellerin von deren Briefen inspirieren- die im Übrigen auch Kafka zum Schreiben motivierten. "Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern" ist ein düsteres, vollkommen unkonventionelles filmisches Experiment, in dem vor allem die Hauptdarstellerin glänzt. (Blickpunkt Film)"

Der Film startete am 17.11. - hier gehts zu den ausführlichen Infos.

Bo¾ena Nìmcová, geborene Panklowa, wurde um 1820 in Wien als uneheliches Kind einer Wäscherin und eines Kutschers der Herzogin von Raciborz, Katerina Zahanska geboren und verlebte ihre Kindheit in Ratiborice. Ihren Eltern soll sie so wenig ähnlich gewesen sein, dass bis heute vermutet wird, dies seien nur ihre Stiefeltern gewesen und sie sei in Wirklichkeit ein Produkt eines adligen Fehltritts. Wer aber ihre wahren Eltern gewesen sein können, darüber lässt sich streiten. Da sie der Herzogin in gewissen Punkten ähnlich gesehen und einen netteren Charakter gehabt haben soll, als ihre Mutter, wird als sicher angenommen, dass sie nicht das Kind der Wäscherin und des Kutschers gewesen ist, die erst nach ihrer Geburt heirateten. Gegenüber ihren Geschwistern erhielt die kleine Bo¾ena auch außergewöhnlich viel Zuwendung von der Herzogin, so durfte sie sich z.B. Bücher von ihr ausleihen und die Besuche eines Hauslehrer genießen, noch bevor sie zur Schule ging.

Dieses außergewöhnliche Interesse des Adels an der Tochter der gewöhnlichen Dienerschaft endete abrupt, als Bo¾ena 1837 den Finanzbeamten Jan (andere Quellen nennen den Vornamen Josef) Nemec heiratete. Dieser Mann passte offenbar überhaupt nicht zu ihr, außerdem wurde er wegen "demokratischer Gesinnung" dauernd versetzt und Bo¾ena musste ständig umziehen. Die Familie war arm, Bo¾ena hatte eine schwache Gesundheit, und der Tod ihres erstgeborenen Sohnes, der mit 15 an Schwindsucht starb, erschütterte sie sehr. In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte sie in Prag Schriftsteller und Intellektuelle kennengelernt, und versuchte, sich mit der Schriftstellerei etwas hinzuzuverdienen. Da sie ihre Ehe als unglücklich betrachtete, hatte sie mehrere Liebhaber, die zu verheimlichen ihr nicht besonders gut gelang. Das brachte sie in Verruf.
Bo¾ena Nìmcovás Portrait
auf einer alten Postkarte

Ihr Mann nahm 1848 an der Revolution teil und wurde deswegen entlassen, was die wirtschaftliche Not der Familie vergrößerte. Schließlich, kaum sechs Monate vor ihrem Tod, verließ sie ihre Familie und zog von Prag nach Litomysl, wo eine Verlagsgesellschaft ihr versprochen hatte, ihre Werke zu drucken und sie selbst in einem Gasthaus wohnen zu lassen. Sie arbeitete damals an ihrem Hauptwerk "Babièka" (Großmutter), in dem sie auch Kindeheitserlebmisse verarbeitete. Nach anderthalb Monaten jedoch schrieb ihr der Verlag, dass man nicht mehr länger auf ihren Roman warten oder weiter für ihren Aufenthalt bezahlen würde.

Im November 1861 fand ihr Ehemann sie, bezahlte ihre Rechnungen und nahm sie mit zurück nach Prag. Bo¾ena Nìmcová litt zu diesem Zeitpunkt unter Krebs und Blutstürzen. Am 20 Januar des folgenden Jahres erhielt sie die Autorenkopie der ersten Ausgabe von "Babèka" und weinte, weil sie voller Fehler und auf dem billigsten Papier gedruckt war. Danach schlief sie ein. Ihr Mann liess einen Priester kommen, der ihr die letzte Ölung gab, aber sie erwachte nicht mehr, sondern starb in den Morgenstunden des 21.01.1862.

Traurig, traurig. Das Buch "Babièka" ist sehr berühmt geworden, da es als Sittengemälde seiner Zeit viele Leute ansprach, inzwischen hat es in Tschechien schon mehr als 350 Auflagen. Bo¾ena Nìmcová gab aber auch nacherzählte Volksmärchen heraus. Heute ziert ihr Portrait den tschechischen 500-Kronen-Schein. Ihr Aschenputtel-Märchen findet Ihr unter Variationen.

 

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Theodor Pi¹tìk, der auch die Kostüme für "Die Märchenbraut" schuf, wurde für seine Arbeit in "Amadeus" (1984, Regie: Milos Forman) mit einem "Oscar" ausgezeichnet. Nominiert war Pi¹tìk außerdem für seine Kostüme in "Valmont" und in "The People vs. Larry Flint" ("Larry Flint - Die nackte Wahrheit"). Für viele deutsche und amerikanische aber vor allem natürlich tschechische Filme und für tschechische Theater hat Pi¹tìk schon gearbeitet.

Theodor Pi¹tìk - von seinen Freunden "Dodo" genannt - stammt aus einer Künstlerfamilie, sein Vater war ein bekannter Schauspieler, sein Sohn Jan ist ebenfalls Designer und arbeitet oft mit seinem Vater zusammen, z.B. für die Fernsehserie "Dune". Pi¹tìks Talent beschränkt sich aber nicht auf das Entwerfen von Filmkostümen, er hat sich ebenso als Maler etablieren können und stellt seine Werke regelmäßig aus. Auch sein Haus hat er selbst entworfen... Für seinen langjährigen Freund Vaclav Havel entwarf er neue Uniformen für die Schloßwache. Daneben war Theodor Pi¹tìk sogar schon Formel-1-Fahrer und ofizieller Testfahrer bei Porsche - ein Hansdampf in allen Gassen, wenn ihr mich fragt ;-).

 

 

Quellen:

Nìmcová
http://schwarzaufweiss.de/Prag/nemcova.htm,
http://www.radio.cz/hrbitov/bozeng.html und
Rösicke, A. : Némcová, Bozena. In: Steiner, Gerhard (Hg.): Lexikon der Weltliteratur. Leipzig 1966, S. 551. (von Holger aus Leipzig)
Fotos: Kathrin Richter: alte Postkarte und tschechischer 500-Kronen-Schein

Pistek
http://www.scifi.com/dune/biostp.html
Fotos: Kathrin Richter und Sven Miebach