| Dorothea Meissner (Aschenbrödel), wurde am 18. Juli 1949 in Brandenburg geboren. Sie besuchte die Schauspielschulen in Rostock und Berlin und trat von 1972 bis zu ihrem Tod im Volkstheater Rostock auf. Doch auch in einigen Filmen hat sie mitgewirkt, so z.B. in "Die Russen kommen", "Das Mädchen Krümel" (Film des DFF in 7 Teilen) und "Jule-Julia-Juliane". Nebenbei arbeitete sie gelegentlich als Synchronisatorin und Sprecherin von Hörspielen des DDR-Rundfunks, darunter z.B.in dem Krimi "Die Roten Schuhe" von Hans Siebe als Sybille (an der Seite von "Leiser" Peter Reusse!) und - vor 30 Jahren dem Märchen "Der Schweinhirt" (H. C. Andersen) als Prinzessin. In 3hfa lieh sie dem Aschenbrödel ihre Stimme. Im Bonusbeitrag "Fünf Sterne für drei Haselnüsse" könnt ihr sie sehen und auch hören! Dabei erzählt sie, wie sie über 30 Jahre nach ihrer Synchronisation bei einer Fragestunde in einem Hamburger Kino von den Kindern gebeten wurde, noch einmal "mit der schönen Stimme" zu sprechen... Am 5. März 2010 erlag Frau Meissner mit nur 60 Jahren dem Krebs.
Peter Reusse (Prinz) kam am 15. Februar 1941 in Teltow zur Welt. Mit 21 spielte er in "Die aus der 12b" den Lothar (sitzengeblieben, oder was? ;-), drei Jahre später den Peter Wise in "Die Abenteuer des Peter Holt". Seitdem war Reusse hauptsächlich im Fernsehen zu sehen, zuletzt wohl in "Christinas Seitensprung" (1993).
Neben Auftritten in zwei russischen Filmen tauchte Reusse auch oft im "Polizeiruf 110" auf, so in den Folgen "Das Ende einer Mondscheinfahrt (1972)", "Eine Madonna zu viel" (1973, siehe rechts), "Barry schwieg" (1979) als Andreas Hahn, "In einer Sekunde" (1980) als Klaus Werker (siehe links), "Der Hinterhalt (1980)", "Draußen am See (1984) als Ralf Bohnke, "Mit List und Tücke" (1986) "Zwei Schwestern" (1987), "Ball der einsamen Herzen" (1990) und "Todesfall im Park" (1991 als Herr Dörfler.1)
Seit 1950 spielt sie aber auch in über 20 Filmen und TV-Produktionen mit. Ihre erste Rolle war die der Marie in "Chceme zít". Zuletzt wurde sie als beste Nebendarstellerin für den Tschechischen Löwen nominiert für die Lucka in "®elary" (2003). Den deutschen Märchenfilmfans ist sie vielleicht schon mal in "Die Pfauenfeder" (1987) aufgefallen. Bis zu seinem Tod 1995 war sie mit dem Schaupieler Julius Albert verheiratet, sie hat zwei Kinder.
Otto ©imanek (König) wurde am 28.4.1925 in Trest geboren1) und starb am 8.5.19922) in Prag1). ©imanek wurde vor allem durch die Rolle des Pan Tau berühmt, den er 22 Jahre lang, nämlich 1965 bis 78 in der gleichnamigen Serie und 1988 nochmal in einem Kinofilm darstellte. Außerdem trat ©imanek in "Arabela" (dt. Titel: Die Märchenbraut), "Luzie, der Schrecken der Straße" und "Die Tintenfische aus dem zweiten Stock" auf. Seinen vermutlich ersten Filmauftritt hatte er schon 1946 in "13 Rue Madeleine" als deutscher Stabsoffizier, seinen letzten 1991 in "Podnajem na Champs Ellysées".1)2)
Vlasta Fialová (Königin) wurde am 20. Januar 1928 in Brno geboren und starb dort am 13. Januar 1998, eine Woche vor ihrem 70. Geburtstag. Am Tag zuvor hatte sie noch mit ihrer Theatertruppe in dem Stück "Rok na vsi" ("Ein Jahr in einem Dorf") auf der Bühne gestanden. Ihr Tod kam für alle überraschend. Fialova spielte auf den Bühnen von Opava und Olomouc und im Nationaltheater in Brno. Nachdem Sie, schon mit 20 durch die Titelrolle in dem Film "Wilde Bara" (Diva Bara, 1949) berühmt geworden, bis 1986 in vielen Filmen mitspielte, hatte sie in den Jahren vor ihrem Tod ein Comeback auf der Bühne des Mahen-Theaters in Brno. Bekanntere tschechische Filme (die bei uns aber wohl trotzdem niemals laufen werden) sind z.B. "Der Falke gegen die Taube" ("Jestøáb kontra Hrdlièka", 1953), "Citizen Brych" ("Obèan Brych", 1958) und "Polizeistunde" ("Policejni hodína", 1960). Zwei Jahre vor "Aschenbrödel" spielte sie die Lady Abraham in einem tschechischen Sherlock-Holmes-Film ("Touha Sherlocka Holmese").
Kurt Böwe (Vincek) wurde am 28.4.1929 in Reetz (Prignitz) geboren und verstarb am 14. 6.2000 in Berlin im Alter von 71 Jahren.1) Er war in Berlin lange Jahre als Schauspieler sowohl im Theater als auch für das Fernsehen bekannt und beliebt. Er litt unter schwerem Asthma, was als eines von sieben Bauernkindern eine Karriere als Landwirt nicht nur verhinderte, sondern, so vermutet Ministerpräsident Manfred Stolpe in seiner Rede anlässlich der Trauerfeier zu Böwes Tod, ihn wohl glauben ließ, er sei unnütz. Es war daher nicht zu erwarten, dass Böwe eine akademische und schließlich künsterlische Laufbahn einschlagen würde. Kurt Böwe spielte an großen ostdeutschen Bühnen, so z.b. am Maxim Gorki Theater und an der Volksbühne, am Landestheater Halle und - bis zu seinem Tod - am Deutschen Theater in Berlin. 3) In vielen Folgen "Polizeiruf 110" (1994 -1999) gab er in seiner bedächtigen Art den (Ober)Kommissar Kurt Groth. Schon in den 70ern hatte er in dieser Serie Gastauftritte gehabt (1979 in "Tödliche Illusion" als Dr. Beyer und 1976 in "Vorurteil?" als Horst Eggert). In vielen TV-Filmen war er in tragenden Rollen zu sehen, so z.B. in "Spuk aus der Gruft" von 1998 als Hermann und in "Johannes Kepler" (1974) als Tycho Brahe.1) Insbesondere auch sein Auftritt als Erzähler in der TV-Dokumentation "Die Brandenburger - Chronik eines Landes" ist in Erinnerung geblieben.3) Seine Stimme kann man seit 1965 auch auf Hörspielplatten hören. Dabei sprach er oft die Haupt- oder doch eine der wichtigeren Rollen, z.B. den Vater in "Die kluge Bauerntochter", den Igel in "Der Hase und der Igel" oder den Pastor in "Die Gerechten von Kummerow" 2). Insgesamt hat Kurt Böwe in über vierzig Hörspielen - Märchen, Krimis, Dokumentationen, Literaturhörpielen mitgewirkt. Diese alle aufzuzählen, würde zu weit gehen (ich empfehle die Hörspieldatei HoerDat!), daher hier nur die mit einer Auszeichnung beehrten Hörspiele: Für seine Darstellung des Paul Fischbein im Hörspiel: "Besuch beim lieben Gott" (DDR 1976) bekam Kurt Böwe den "Sonderpreis der Hörspielkritiker" für die beste darstellerische Leistung des Jahres. Dem DDR-Hörspiel "Die Grünstein-Variante" (1976) wurde der Prix Italia verliehen, "Der Fahrer und die Köchin" (DDR 1979, Böwe spricht den Fahrer) und "Vogelkopp" (DDR 1984, Böwe in der Hauptrolle) bekamen den Autorenpreis der Kritiker (DDR), den Hörerpreis 1989 (DDR) erhielt der Kurt-Böwe-Monolog "Im Schrank, unterm Bett oder wo"4). Kurt Böwe hat seinen Memoiren den Titel "Der kurze lange Atem" gegeben.3)
Ivan Malré (Präzeptor) hat laut IMDB von 1957 bis 1971 in wenigen Filmen gespielt, darunter 1960 in "Les Arrivistes" (DDR-Titel: "Die im Trüben fischen", BRD-Titel: "Trübe Wasser") und 1967 in "Ein Lord am Alexanderplatz" als Günti Schwalbe1). Als Hahn ist er im Märchenhörspiel "Wie der kleine Fosch seinen Stern fand" (DDR, 1975) zu hören2).
Waltraud Kramm
(Wirtschafterin Rosi), geboren am 14. Dezember 1931 in Berlin hat in ca.
10 TV- und Kino-Filmen mitgespielt1), sie hatte z.B. in "Leuchtfeuer"
von 1954 als Frau des Mastfischers schon eine der Hauptrollen. Der Film
muss recht düster sein, denn es geht darin um die Bevölkerung
einer Insel, die das Feuer ihres Leuchtturms löschen, um an die (hoffentlich)
essbaren Güter auflaufender Schiffe zu kommen. Leider hat das erste
Schiff, das Schiffbruch erleidet, keine Lebensmittel, sondern Kinder an
Bord, die die Insulaner dann verzweifelt zu retten versuchen2).
Hört sich spannend an. Der letzte Film war bisher wohl "Das
Versprechen" von 1994, der erfolgreicher gewesen sein muss, denn
er war auch im englisch- und französischsprachigen Raum zu sehen1).
Natürlich hat auch diese Schauspielerin im "Polizeiruf"
Gastrollen gehabt, und zwar in "Der Kreuzworträtselfall"
(1988) als Frau Schröder, in "Der Mann im Baum" (auch '88)
und in "Thanners neuer Job" (1991).
Darüber hinaus ist Waltraud Kramms Stimme in den Märchenhörspielen
"Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" (Hofdame / Städter)
und "Huckleberry Finn" (Mary Jane) zu hören3),
sowie in einer Produktion des Deutschlandsenders Kultur von 1992 über
den großen ungarischen Dichter Sándor Weöres (1913-1989)4).
Joachim Siebenschuh (Kamil) ist vor allem als Synchronisator bekannt. So spricht er z.B. die Hauptrolle im "Sentinel", in "Angel - Jäger der Finsternis" den Patrick Kilpatrick1), in der Serie "Farscape - Verschollen im All" leiht er seine Stimme Jack Crichton2), bei "Ein Käfig voller Helden" spricht er Colonel Klink3). Auch in vier DDR-Märchen-Hörspielen ist Siebenschuh zu hören, so z.B. in "Aschenputtel" als Prinz (!), bei "Schneewittchen" sogar siebenfach (wie passend ;-), nämlich als Zwerge4). Aber auch im Fernsehen kann man Siebenschuh gelegentlich sehen, falls diese Folgen der beliebten Serie "Polizeiruf 110" von 1986, '88 bzw. '90 wiederholt werden: "Parkplatz der Liebe" (Steffen Eisermann), "Präriejäger in Mexico" (Porter) und "Allianz für Knete" (Torsten Feist)5).
Gerd Blahuschek (Vitek) wurde 1943 in Liessa geboren1). Er spielte in vielen TV-Produktionen mit, zuletzt war er in einer Nebenrolle (Niesser) im Tatort (Blüten aus Werder, 1999) zu sehen. In der Serie "Polizeiruf 110" hatte er häufiger Rollen, so in den Folgen "Kein Paradies für Elstern" (1974), "Der Tod des Professors" (1974), "Der Mann" (1975), "Kollision" (1977), "Katharina" (1989), "Unsichtbare Fährten" (1989), "Warum ich?" (1990), "Thanners neuer Job" (1991, neben Waltraud Kramm) und "Blue Dream - Tod im Regen" (1993). Auch in anderen TV-Serien hatte (und hat vermutlich) Blahuschek gelegentlich Gastauftritte. Erwähnenswert ist seine Darstellung der Hauptrolle in der TV-Biografie "Chirurgus Johann Paul Schroth - Eine Geschichte aus den Anfängen der Charité" (1980/81)2). Außerdem synchronisierte Blahuschek einen Sterblichen ("Peter Horton", 3. Staffel) und einen Unsterblichen (Matlin Peter, Folge 54) in der Serie "Highlander" (die Duncan aber beide erwischt hat...)3).
In vielen Hörspielen hat Frau Antoni ihre Stimme sehr verschiedenen Figuren geliehen, so war sie Mimmelitt, das Stadtkaninchen im gleichnamigen Kinderhörspiel und ein Spatzenkind in der "Geschichte vom kleinen Spatz"5) aber auch die Erzählerin im Erwachsenenmärchen "Rumpelstilzchen" (Autor: Franz Fühmann) 1987, die Aglaja in "Im Viertel des Mondes" (D 1993) und die Hauptrolle "Zilla" in "Rache für Lorca" (D 2002)6). Den (ehemaligen) Kindern der DDR dürfte sie aber vor allem als einen der drei "Blauen Blitze" kennen, ein Pionier-Kabarett, das live gesendet wurde. Außerdem sprach sie einige Puppen im "Bahnhof Puppenstadt", in den 60ern häufig im "Abendgruß" zu sehen (im Westen eher als "Sandmännchen" bekannt) 7). Bei den Erwachsenen hat Carmen-Maja Antoni sich nicht nur durch viele Hörbücher, sondern auch durch ihre Brecht-Interpreationen mit Johanna Schall, ebenfalls Schauspielerin, dazu Regisseurin am Berliner Theater und Enkelin von Berthold Brecht, einen Namen gemacht, deren neueste von 19998) wohl eher umstritten zu sein scheint9)).
Quellenangaben Meißner Reusse Svojtka Adamová ©imanek Fialová Böwe Malré Kramm Siebenschuh Blahuschek Antoni |