"Das zauberhafte Aschenputtel" - 3hfa als Ballett

Das Märchen von Aschenbrödel hauptsächlich als Kinderballet, durfte ich kurz vor Weihnachten 2003 im Theater Bergisch-Gladbach sehen, Danke, Eveline!

Gezeigt wurde "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" in ballettauglicher Form. Natürlich wurde der Film nicht eins zu eins auf die Bühne gebracht, wer sowas bei solchen Veranstaltungen erwartet, ist dort falsch. Die Ballettschule Moving in Bergisch Gladbach, die sich dieses Themas ab April 2003 angenommen hatte, wollte einige erwachsene Tänzerinnen und Tänzer aber vor allem viele Kinder auf die Bühne bringen.

Aschenbrödel hatte also zwei Schwestern - doppelt gemein war eigentlich noch schöner, außerdem eine herrlich fiese Stiefmutter, die, da beim Ballett nicht gesprochen wird, durch ihre ausdrucksstarke Mimik Aschenbrödel das Leben wahrlich zur Hölle machen konnte. Die Nüsse bekam es von Täubchen geschenkt, und eine Gruppe von graziösen Waldfeen belegten sie mit einem Zauber.

Garniert wurde das Ganze zunächst mal von unzähligen kleinen Fröschen, die Aschenbrödel aus einem schier unerschöpflichen Brunnen hob, es hörte gar nicht mehr auf. Dann gab es noch Schweinchen, die ihre Ringelschwänze dem Publikum vor der Nase schwenkten, (schade, jetzt habe ich die Schäfchen in der anderen Aufführung gar nicht gesehen) und auch die Hühner und Häschen und Täubchen waren doch zu süß. Für besondere Erheiterung sorgte natürlich der einzige kleine Junge, der mal als Hahn, mal als Prinz mit vier kleinen Tänzerinnen über die Bühne stolzierte und sich seiner zentralen Rolle absolut bewusst schien.

König und Königin wirkten angemessen würdevoll, vor allem den König wegen seiner Leibesfülle ;-). Später hörte ich, dass das der Hiphop-Lehrer der Tanzschule war. Der Prinz, der als einziger nicht Schüler der Tanzschule war, war auch nicht zu verachten. Die ursprünglich weibliche Besetzung hat sich vier Wochen vor der Premiere so verletzt, dass eine gefahrlose Aufführung nicht sicherzustellen war. Doch der Ersatz kam bei den älteren Tanzschülerinnen nicht schlecht an. Aschenbrödel selbst hatte die größte Rolle und tanzte am häufigsten, musste sie doch als Riesenhase (Geschenk aus der ersten Nuss) den Häschen beistehen, die dem Prinzen die Armbrust geklaut hatten, als Prinzessin (zweite Nuss) auf dem sehr ausführlichen und opulent ausgestatteten Ball für Furore sorgen und schließlich als Braut (dritte Nuss) dem Prinzen in die Arme sinken - und nebenher noch den Hof mit alle dem Getier versorgen und den Haushalt machen.

Hier einige Highlights: Schon am Anfang musste ich fast heulen, als das arme Aschenbrödel am Grab weinte. Dann entzückten mich die liebevoll gearbeiteten und lustigen Kostüme der Kinder. Die schönste Kulisse war die des Balles, der Kronleuchter und die Sterne im Hintergrund entlockten dem überraschten Publikum ein "Ahhh!". Das Allerschönste aber war Aschenbrödels Brautkleid. Wenn ich mich nicht sehr zusammengerissen hätte zwischen all den fremden Leuten, dann hätte ich die letzten zehn Minuten Rotz und Wasser geheult, so schön war das. Hinterher erzählte mir Eveline, die das alles auf die Beine gestellt und Regie geführt hatte, dass selbst die Tänzerin des Aschenbrödel nicht wusste, wie das Brautkleid aussieht, das es noch am Abend vor der Premiere den letzten Schliff bekam.

Fazit: Wer auf das Aschenbrödel-Märchen steht, sich mal eine Ballettaufführung gönnen möchte und Kinder süß findet, für den war diese Inszenierung ein Treffer!